Wir haben zwei Veganer in unserem Freundeskreis.

Das schrieb mir heute ein Freund. Erste Reaktion: Wer ist der zweite? Ich musste überlegen wen er meinte, bis mir klar wurde: Der meint ja mich! 

Ich kann mich selbst mit dem Wort Veganer nicht in Einklang bin. Ich mag das Wort auch nicht, es ist für mich ziemlich negativ besetzt. Natürlich ist es für mich nichts schlimmes. Vegan ist eine gute Sache. Es tut mir und der Umwelt gut. Aber dennoch weiß ich wie das Wort auf Omis wirkt. Man muss sich sofort rechtfertigen. Man geht sofort in Kampfstellnung, weil der Gegenüber es so tut. Das ist traurig. Warum fragt man sich nach den Gründen für das Essen? Warum nimmt man das nicht einfach hin? Mich fragt ja auch keiner warum ich allergisch gegen ein bestimmtes Lebensmittel bin. Warum kann das mit Essgewohnheiten nicht genauso sein? Ich tue niemanden weh, ich diskutiere kaum und ich teile mein Essen wirklich gerne mit anderen! Also warum kann ich nicht meine Ruhe haben? Meine Theorie: Essen ist etwas was einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft hat. Man trifft sich zum essen, man kocht zusammen oder man geht zusammen Einkaufen. Essen ist ein gesellschaftliches Ereignis. Und wenn man ein bestimmtes Lebensmittel nicht mag oder vertägt ist das ok. Wenn man aber eine bestimmtes Lebensmittel nicht essen WILL, tja dann verletzt man die Anderen. Sie fühlen sich sofort an den Pranger gestellt, denke sie müssen sich rechtfertigen oder dem arme Veganer der nichts mehr essen kann sagen das alles doch gar nicht so schlimm sei, dass es lecker ist das ganze tierische zu essen. Soll ich euch mal was sagen? Es ist mir egal wie ihr euch schneller ins Grab bringt! Ich habe den Kampf gegen die Fleischfresse in meiner Umgebung aufgeben! Es gibt Menschen die mich so akzeptieren und ich bin ihnen dankbar dafür. An den Rest: Fickt euch! Was kümmert es euch was ich esse? Ist doch mein Körper! Ihr schickt mich ja auch nicht zum Arzt und fragt ihn dann was in meinem Körper los ist. Also, lieber Fleischfresser, lass mich in Ruhe. Ich will nur so leben wie ich das richtig finde. Ich möchte nicht mehr hören müssen: „Ich glaube nicht das du es nicht mehr magst.“ „Fleisch ist doch gar nicht so schlecht.“ „Ach ich weiß noch wie du das früher immer gegessen hast!“ Falls ihr es noch nicht gemerkt habt: Ich bin nicht mehr das kleine Mädchen oder der rebelissche Teenie der ich mal war. Also hört auf mich mit meinem alten ich zu vergleichen. Klar das war ich auch, aber jetzt bin ich anders. Nehmt das hin!

Und nein , ich werde hier jetzt keine langen Listen mit Gründen aufzählen. Denn seien wir doch ehrlich: Interessiert das einen von euch? Falls ja schreibe ich gerne was dazu, falls nicht, bleibt es bei meinem Nein.

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