Warum Pausen, Ordnung und ein Neuanfang mein Leben gerettet haben

Überschrift an sich lässt ja bereits nichts gutes vermuten. Stimmt auch.

Ich fange aber ganz von vorne an, damit das hier alles auch Sinn ergibt. Ich habe gerade gesehen, dass der letzte Eintrag auf meinem Blog noch aus Rom stammt wo ich im Februar 2016 war. Das passt auch zeitlich haargenau, denn danach war vieles anders.
In Rom war ich sehr glücklich, frei und unbefangen. Das waren Gefühle, welche ich schon lange nicht mehr erlebt hatte. Der Grund dafür war, dass es mir zu Hause und im Alltag beschissen ging. Ich bemerkte aber nicht WIE SCHLECHT es mir tatsächlich ging, bis ich eben in genau diesem Urlaub war.
Schon Wochen vorher schlief ich viel, hatte kaum fröhliche Gedanken, sagte oft Verabredungen ab, die Arbeit machte null Spaß mehr und ich fühlte mich sehr alleine. Doch die Tragweite des ganzen wurde mir erst nach Rom, nach dieser super guten Zeit bewusst.
Und von da an wurde es noch schlimmer. Mich packte nicht einfach nur der Urlaubsbluse, wie man den so kennt. Nein mir schien plötzlich mein ganzes Leben SINNLOS. Warum war ich noch da? Wieso ertrug ich das alles noch? Ich war so dünnhäutig, jede Änderung oder Kritik stürzte mich in ein tiefes Loch aus negativen Gedanken und Selbstzweifel. Der Druck der auf der Arbeit herrschte, samt dem Chaos gaben mir dann Stück für Stück den Rest.
Bis ich eines Sonntag Abends auf meinem Bett saß und anfing zu weinen, weil ich morgen wieder zu Arbeit gehen muss. Ich heulte und heulte mir die Seele aus dem Leib und suchte nach einem Weg es nicht zu müssen. In aller der negativen Stimmung überlegte ich nach diesem Abend mehr als einmal, dass es eine Option wäre mir selber das Leben zu nehmen. Aber wie? An dem großen wie scheiterte ich dann auch. Ich wollte es nicht zu öffentlich machen, wollte aber auch nicht ewig in meiner Wohnung liegen. Zu blutig oder schmerzhaft wollte ich es dann auch nicht haben. Natürlich nur Kleinigkeiten wenn man wirklich sterben will.  Aber im Rückblick wird mir klar, dass ich nur fliehen wollte und nicht wirklich mein ganzes Leben beenden wollte.
Ich schrieb an diesen Abend mit meinen engsten Freunden und offenbarte mich und suchte mir Rat. Natürlich lag es nahe zum Arzt zu gehen. Wenn man normal an die ganze Sache heranging. Wenn man aber wie ich nur noch das schlimme und schreckliche im Leben sah, dann war das ganzen nicht so einfach. Ich hatte eine unglaubliche Angst davor, dass der Arzt mich nicht ernst nehmen würde, das ich eine Lachnummer wäre. Am schlimmsten wäre der Satz gewesen: Ist doch gar nicht so schlimm.
Aber zum Glück traf das nicht ein. Mit der Untersützung einer Freundin schaffte ich es mich zu Offenbar. In der wirklichen Welt. Ich wurde krank geschrieben und an die psychiatrische Notfall Ambulanz überwiesen.

Ich ging also zu der Notfall Ambulanz und ließ mich beraten. Nach dem ersten Gespräch fühlte ich mich schlimmer als zu vor. Ich hatte das Gefühl nichts würde ich ändern.
Aber ich lag falsch. Es dauerte zwar etwas und ich bekam auch Antidepressiva, welche ich bis heute nehme, aber nun geht es mir besser.
Ich bin mir über einiges Klar geworden was mich und mein Leben angeht. Ich habe meine Wohnung endlich so gestaltet wie ich wollte, habe Ordnung in mein Leben gebracht und bin noch dabei es zu optimieren. Ich habe wieder Ziele und Wünsche. Es geht mir besser, aber ich bin nicht mehr die Selber wie vorher. Ich habe gelernt, dass ein Nein gut ist. Das meine Meinnug auch wichtig ist und ich sie nicht hinter dem Berg halten sollte. Anderen Helfen ist zum Beispiel auch eine gute Sache, aber es darf nicht über mir selber stehen, so wie es jahrelang der Fall war. Mit einigen Freunden habe ich mich seit dem gestritten, weil sie mich falsch behandeln und ich mir das schon zu lange habe gefallen lassen. Aber ich bereue es nicht, denn die Menschen die mir gut tun sind noch da.

Es gibt noch einige Dinge zu erledigen.  Ich brauche eine neue Wohnung und ich möchte eine neue Arbeitsstelle haben, da ich in der alten so abgestürzt bin. Ich brauche einfach noch mehr Veränderung – bis es so ist wie ich es haben will und brauche. Bis dahin ist es noch, aber nun habe ich die Kraft es zu tun.
Ich werde mich aber nicht nur auf die Tabletten verlassen, nein im Gegenteil. Ich habe sehr deutlich gemerkt, dass ich eine Therapie brauche um mich und mein Verhalten besser zu verstehen. Also bin ich auf der Suche. Wünscht mir Glück!

 

Und solltest du, dass kennen was ich beschrieben habe, dann wende dich auch am besten an deinen Arzt. Es kann wirklich dein Leben retten und verändern. Gerne kannst du dich aber auch an mich wenden 😉

Advertisements