Seit langem denke ich darüber nach diesen Post zu schreiben. Mittlerweile sind es schon einige Jahre.
Auf die Idee hierzu hat mich eine damals gute Freundin gebracht.

Als Kind hatte ich nur wenige Freunde, das änderte sich in der Pubertät nicht gerade. Zu Beginn hatte ich genau 0 Freunde. Das änderte sich mit den Jahren und nun habe ich einen wirklich tollen Freundeskreis.
Aber genau das ist der Grund warum mir Freundschaften sehr wichtig sind und ich sie mit einer Stufe stelle mit Familie. Für mich sind diese beiden Sachen sehr wichtig und ich kann mir ein Leben ohne sie nicht mehr vorstellen.
Vor einigen Jahren kam es in meinem Freundeskreis zu einem großen Streit zwischen zwei Parteien. Es war sehr seltsam für mich, da ich mit keinen der beiden Parteien ein Problem hatte und auch lange den Knackpunkt des Streites nicht verstehen konnte. Mit dem Alter kommt die Weisheit und nun kann ich es sehr gut verstehen. Aber ich habe auch einige wichtige Dinge über Freundschaften gelernt.

Freunde sind sehr selten und man sollte nicht jeden Menschen als Freund bezeichnen. Gerade in Zeiten von Facebook nicht, wo dieser Begriff etwas entwertet wurde. Allerdings sehe ich es nicht so, dass man das Kündigen einer Facebook Freundschaft unter realen Freunden nicht als eine Kleinigkeit ab.
Wenn man mit jemanden wirklich befreundet ist, dann trifft es einen wenn die Facebook Freundschaft gekündigt wird. Auch wenn es nicht das Maß der Dinge ist. Aber es ist doch eine sehr deutliche Aussage, dass die Person nicht mehr mit einem befreundet sein will. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass man zwar mit jeden bei Facebook befreundet sein kann, aber deswegen nicht automatisch wirkliche befreundet ist. Die Freundschaftsanfragen sind eher wie Sammelbilder für das eigene Profil. Man schmückt sich mit ihnen. Natürlich sind die realen Freunde auch dabei, aber sie machen nur einen kleinen Teil. Ich habe 117 Freunde bei Facebook, davon sind einige Familienmitglieder ( ca 10 ) und noch einmal genauso viele sind echte Freunde, also ca. Der Rest sind Menschen die ich im Laufe meines Lebens kennengelernt habe und die man vielleicht nicht ganz aus den Augen lassen möchte. In der Maße reicht es von Guten Bekannten über Bekannte bis hin zu „Wir waren mal in einer Klasse“ und Freund von … . Das war eine der wichtigsten Lektionen die ich in Zeiten von Social Media und Erwaschen werden gelernt habe bzw. habe lernen müssen.

Ein weitere Punkt, der mir für diesen Post einfiel und wichtig erscheint, ist die Zeit. Dabei meine ich nicht die Zeit die man seine Freunde kennt. Nein ich meine die Zeit, welche man mit ihnen verbringt. Und auch da kommt es nicht auf die Maße sondern auf die Qualität an.
Den eins habe ich nach der Schule schnell gelernt: Sich täglich oder wöchentlich zu sehen ist ohne die Schule so gut wie unmöglich. Damit muss man erst einmal leben klar zu kommen. Es ist eine gewaltige Umstellung. Das ist in den meisten Fällen schon die erste richtige Probe für Freundschaften.
Direkt danach kommt dann die Zeit an sich. Richtig Freunde und Menschen denen du wichtig bist werden immer versuchen ein Teil deiner Zeit ab zu bekommen. Sie interessieren sich für dich. Sie kämpfen sozusagen um dich.  Und genau das gleiche machst du für sie. Das schmerzhaftest ist, dabei einzusehen, dass du auf einer Einbahnstraße unterwegs bist. Das kann im schlimmsten Fall Jahre dauern. Aber ist es vorbei, fühlt es sich erst schrecklich und dann mit der Zeit immer besser an.
Aber wie gesagt eigentlich wollte ich auf die Qualität der gemeinsamen Zeit heraus. Wenn es sich jedes Mal wieder so anfühlt, also ob ihr euch gestern erst gesehen habt, dann ist es eine wunderbare Sache und selbst das bloße rumsitzen in einem Zimmer wird dann zu dieser besonderen Zeit.
Aber am besten und schnellsten erkennst du deine wahren und ehrlichen Freunde in Situationen die schwer für dich sind. Sei es der Tod einer geliebten Person oder eine Krise wie eine Krankheit. In solchen Situationen merkst du wer für dich da ist und wer nicht. Das habe ich dieses Jahr gelernt, denn durch meine Depressionen helfen eben Freunde und Familie am besten. Und gerade bei einer mentalen Krankheit ist eins sehr wichtig: Sie schenken dir Glauben.

An dieser Stelle ein riesiges Dankeschön an meine lieben Freunde!!

Und noch ein Schlusswort:
Freundschaften können wachsen, aber nur wenn beide Seiten dazu bereit sind und man einander vertrauen kann. Lügen, Stress und Desinteresse einer Person machen über kurz oder lang alles kaputt. Aber genau dieses kaputt gehen kann dir helfen mit deinen anderen Freundschaften.

 

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