Meine große Leidenschaft

Ich habe seit 15 Jahren eine große Leidenschaft.
Diese Leidenschaft hat mich durch harte Zeiten meines Lebens gebracht und ist so auch im Moment wieder sehr präsent in meinem Leben.

Meine große Leidenschaft heißt Harry Potter und hat mir schon zwei mal das Leben gerettet.
Meine güte das klingt super toll, oder? Gar kein bisschen traurig….
Aber es ist so.
Als ich kurz vor meinem zehnten Geburtstag meine Mutter verlor und nicht wirklich wusste bzw zuordnen konnte was das für mich bedeuten würde, fiel ich in eine Art Loch. Es war gefühlsmäßig nicht viel da, ich spürte keinen Verlust oder Schmerz. Sie war einfach weg und meine Gefühle ging mit ihr mit. So war das damals für mich und auch vollkommen logisch. Ich kannte es auch nicht anders. Es waren zwar schon andere Menschen in meinem Leben gestorben, aber keiner mit einer solchen Reichweite und Bedeutung.

Um es auf den Punkt zu bringen: Da war ein Loch der Emotionslosigkeit in mir und meinem Leben, dass ich zu dieser Zeit aber nicht weiter bemerkte.
Diese Gefühlslosigkeit zog ich von November 2001 bis ca März 2002.  Ohne das ich sie wirklich bemerkte. Aber dann bekam ich an Ostern 2002 eine DVD  von meiner Tante geschenkt, es war eine selbstgebrannte DVD  und darauf war ein Film, von dem sie wusste das er für Kinder in meinem Alter etwas war. Es war „Harry Potter und der Stein der Weisen“ (obwohl meine Tante „Kammer des Schreckens“ drauf geschrieben hatte). Was ich mir heute nicht mehr vorstellen kann: Damals sagte mir das überhaupt nichts. Ich wusste nicht was mich erwarten würde, als ich diesen Film an dem Abend noch in den DVD Player legte.
Leute, das war der genialste Abend in meinem ganzen Leben! Meine Schwester und ich saßen vor dem Fernseher und ich fand den Anfangstheme schon sehr eingängig (ist das schwer nicht zu schreiben wie fantastisch das alles ist!!!). Während des Films fing ein inneres Feuer an zu lodern und ich bemerkte wie gut mir der kleine Zauberer da auf der Matschscheibe gefiel.
Gleichzeitig bekam ich Angst. Mir gefiel der Film wirklich gut und ich wollte mehr sehen… aber wie würde ich mehr bekommen können? Was wenn das nur dieser eine Film war und es nicht weiter ging? Man merkt, ich hatte null Ahnung denn zu dieser Zeit gab es bereits die ersten vier Bücher. Aber als es noch keine Möglichkeit gab zu googlen, bekam man schon mal Angst wenn man etwas mochte und nicht wusste ob es mehr davon geben würde – das war Anfang der 2000er ganz normal für mich und meine Freunde.
Also was tat ich? Ich schrieb mir den Namen des Filmes und die Hauptdarsteller auf, denn meine Tante hatte ja einen PC und vielleicht würde ich da ja ran können und etwas raus finden.

Leider kann ich mich nicht mehr wirklich daran erinnern wie es weiter ging. Aber ich weiß noch das ich tatsächlich am PC meiner Tante etwas mehr herausgefunden habe, nämlich das der zweite Teil davon bald (ende des Jahres) ins Kino kommen würde und auch das es Bücher dazu gab.
Und ich glaube, weiß es aber nicht mehr genau, dass mein Vater mich daran erinnerte das wir bereits ein Buch dieser Reihe besitzen würden. Meine Mutter wollte nämlich etwa ein Jahr vor ihrem Tod mir das lesen näher bringen, da meine Rechtsschreib und Vorlesekünste so unterirdisch waren. Sie entschloss es mit Büchern zu probieren (heute würde ich sagen eine echt gute Idee, aber das Buch mit englischen Wörtern war einfach zu schwer für jemanden mit einer Lese – Rechtschreibschwäche), aber ich sprang nicht darauf an da mit die Wörter zu schwer waren und ich das vorlesen nicht mochte. Also las sie das Buch selber und danach kam es in den Schrank – leider weiß ich nicht ob es ihr gefallen hat oder nicht, ich wüsste das gerne 😦

Auf jeden Fall … begann ich dann den zweiten Teil „Die Kammer des Schreckens“ zu lesen (und nein natürlich nicht nur einmal, denn ich hatte ja nichts anderes 😀 das Buch habe ich sicher… 20 mal gelesen, weil ich nichts anderes hatte aber so verliebt darin war!)  und wollte noch die anderen Bücher haben, weil ich wissen wollte wie es weiter geht. Da die vier Bücher aber teuer waren, sagte mein Vater das ich mich gedulden muss… das war echt schlimm für mich!! Erst ein halbes Jahr später bekam ich sie zu Weihnachten, dafür war die Freude aber auch drei mal so groß wie sonst über Geschenke 😀
Überflüssig zu erwähnen das ich sie bis Mitte Feburar alle durch hatte, oder?
Um meinen Geburtstag herum kam der zweite Teil ins Kino und ich ging in den Film mit meiner damaligen besten Freundin und meiner Schwester. ICH WAR SO BEGEISTERT! So viel lieb und details und ich konnte das mit dem Außenseiter sehr gut verstehen! Ich wollte direkt mehr Film und war AM BODEN ZERSTÖRT als ich heraus gefunden habe, dass ich darauf JAHRE warten musste!! Das war im ersten Moment ultra kacke, dass kann ich euch sagen. Aber daran habe ich mich mit der Zeit gewöhnt und jetzt ist es ja wieder so mit der „Fantasitischen Tierwesen“ Reihe…. komme ich je davon los? NOP!

So wurde ich also zu einem Fan der Saga.
Aber ich meinte ja bereits, dass sie mir auch das Leben gerettet hat. Und das möchte ich an dieser Stelle näher ausführen.
Als ich 15 oder 16 Jahre alt war, hatte ich die erste Krise in meinem Leben. Ich hatte Liebeskummer und fühlte mich unglaublich schlecht, da ich (wie ich heute weis) nicht nur eine Abfuhr bekommen habe sondern die Person sich auch noch über mich lustig gemacht hat, wann immer es ging und das tat so unglaublich weh, dass ich am liebsten sterben wollte. Dieser Gedanke war durchaus oft präsent, aber ich wollte nicht gehen, ehe ich das Ende der Saga kannte … ein kleiner aber für mich sehr wichtiger Grund, denn nachdem ich diese „Phase“ (ich nenne es jetzt so da es mit heute nicht wirklich zu vergleichen ist) nämlich hinter mich gebracht hatte, war das Ende noch etwas in Sicht und ich konnte mich darauf auch wirklich freuen und generell am Leben erfreuen.
Und seit dem Handhabe ich das immer so, dass wenn es mir schlecht geht ich Harry Potter lese oder gucke oder mir Dinge davon kaufe …. oh shit das mache ich ja gerade auch…. aber gerade mache ich das aus purer Freude an meinem Fandom 😀 Das muss und sollte ja auch mal gemacht und getan werden!!  So kam es dazu das ich natürlich auch während der letzten Krise mich mit Harry Potter mehr beschäftigte und dadurch das Fantastische Tierwesen noch ein Ende braucht, hielt mich das auch (mit anderen Dingen wie meine Beste Freundin A. oder meine Schwester S. oder die Tatsache das ich in die Klinik ging) am Leben.

Ich glaube ich habe nur noch eins vergessen : Ich habe auch ein Tattoo von Harry Potter, nämlich das Zeichen der Heiligtümer des Todes auf meinem rechten Bein über dem Knöchel. Es war mein erstes Tattoo und alles andere als perfekt, aber ich liebe es und es sollen noch viele folgen (ja auch von Harry Potter, aber auch von anderen Themen)!
Und wenn ich die Zeit und Motivation finde, werde ich ein kleines Video über meine Harry Potter Sammlung machen, da ich diese eh neu sortieren möchte 🙂

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Meine Haare – Das Update

Seit einigen Jahren schreibe ich immer wieder über meine Haare. Wie sie sind und wie ich sie pflegen möchte. Seit dem letzten Eintrag dazu ( Link : https://pseudokunst.wordpress.com/2016/02/13/probleme-mit-locken-meine-locken-und-die-hassliebe/ ) ist viel passiert.

Seit langer Zeit, etwa 7 – 8  Jahre habe ich mir Dreadlocks gewünscht. Sie strahlen für mich Lässigkeit und Hippietum aus und genau das mag ich so an ihnen. Auch die Möglichkeit ohne Haarbänder und Gummis (die man eh nur verliert) zu leben fand ich sehr genial. Also kam es ca. einem Monat nach meinem letzten Eintrag im März 2016 dazu, dass ich mir Dreads habe erstellen lassen.
Gerade wegen der Arbeit am Hinterkopf entschied ich mich für Hilfe, denn dann wäre ich nie alleine fertig geworden.

Hier eine kleine Auswahl an Bildern von mir mit Dreads. Ich hatte sie ca 8 Monate lang. Warum ich sie abgeschnitten habe? Schreibe ich gleich 😉

Das erste Bild ist das letze und das letzte Bild sind eine der ersten 😀
Ich möchte meine Dreads wirklich gerne. Ich hegte und pflegte sie.
Irgendwann habe ich beschlossen mir einen Undercut zu schneiden. Das war der Anfang vom Ende, denn ich habe da gemerkt was in meinen Dreads ist. Und das ist mega eklig gewesen und dabei hatte ich eine Tiefenreinung gemacht!! Es ekelte mich so an, dass ich beschloss sie abzuschneiden. Auch das Gefühl von offenen Haaren war wieder mehr als attraktiv für mich, nach dem die ersten Dreads ab waren.
Um keine Glatze zu bekommen habe ich die oberen Dreads mit Abstand zum Kopf abgeschnitten und habe den Rest dann aufgekämmt.
Und entgegen meiner eigenen Erwartung, bereute ich diese Entscheidung seit dem keinen Moment. Meine Kopfhaut war mir einfach zu dankbar, diese Last nicht mehr tragen zu können und Masken machen und Haare stylen macht mir einfach mit offenen Haaren viel mehr Spaß als mit Dreadlocks.

Nun habe ich eine Art von Bob. Recht kurz und recht ungewohnt für mich, aber ganz und gar nicht negativ.
Ich habe beschlossen, da die Haare ja schon mal kurz sind meine Naturhaarfarbe wieder zum Vorschein zu bringen, da mein Ansatz sowieso schon mega auffällig ist. Ich bin ganz optimitisch das ich es durchhalten werden.
Nun zeig ich euch erstmal meine neue Friseur und dann erkläre ich euch wie ich sie nun pflege und was meine normale Haarroutine ist.

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So sehe ich jetzt also aus.
Und meine Haare pflege ich nun so gut ich kann, aber auch nicht zu viel. Ich habe das Öl Shampoo von Balea. Dazu das Öl und eine Haarkur vom Friseur. Das sind meine Basics, das wird regelmäßig benutzt bei der Haarwäsche.
Dann habe ich von Schwarzkopf Schmusekatze um die Haare weich und frizz frei zu machen, dann von Balea die Locken Lotion und die Locken Cream – die sind beide super für Locken, auch für kurze Haare! Föhnen tue ich die Haare nur selten und wenn dann auf einer relativ kalten Stufe, ist trotz Hitzeschutz in der Schmusekatze, nämlich nicht optimal.
Das mache ich für die Pflege mit meinen Haaren.  Aber da ich auch relativ schnell wieder lange Haare haben möchte, versuche ich dies zu beschleunigen. So habe ich von Isana das Coffein Tonikum, welches ich morgens und abends mit einer Kopfmassage auf die Kopfhaut einreibe. Ob es was bringt – werden wir sehen, aber die Kopfmassage tut schon mal echt gut!  Dann habe ich von das Coffein Shampoo von Balea, welches ich ein bis zwei mal die Woche benutze. Und von innen heraus arbeite ich auch an meinen Haaren in dem ich ein Nahrungsergänzungsmittel für mehr Haarwuchs nehme – auch da gucken wir mal ob es klappt, aber der Versuch kann ja nicht schaden (meine Ernährung ist ohnehin gerade so schlecht … da kann es nicht wirklich schaden!).

Über das Haarwachstum werde ich euch auf dem laufenden Halten. Das wird hier jetzt öfter Thema werden. Ihr kennt das – es gibt Sachen die kommen immer wieder 😀

Das Erscheinungsbild meiner Depression

Im Moment geht mir viel in meinem Kopf herum. Unter anderem die Tatsache, wie ich meinen Freunden und meiner Familie besser erklären kann was die Depression mit mir macht. Natürlich merken sie es auch ein wenig im meinem Verhalten, aber wie jeder neige ich dazu zu schauspielern, wenn es ganz schlimm ist oder (was häufiger vorkommt) ich ziehe mich komplett zurück und antworte höchstens noch bei Whatsapp und da auch nicht jedem.
Im weitern möchte ich einen Versuch unternehmen meine Depressionen und die Auswirkungen auf mich und mein soziales Umfeld zu beschreiben.

Es ist nicht so wie mit anderen Krankheiten. Nicht wie bei einem Schnupfen wo du schon am Tag vorher merkst: „Oh morgen wird das wohl nichts mehr“. Im Gegenteil, wenn du noch nie Depressionen oder eine andere psychische Erkrankung hattest, merkst du es erst dann wenn es zu spät ist.
Na gut nicht zu spät, aber du steckst eben schon mittendrin. Du bist schon länger krank, als wie du dich krank meldest oder dir Hilfe suchst. In meinem Fall würde ich sagen das ich seit etwa 4 -5 Jahren leicht depressiv gewesen bin. Es kam immer mal wieder und ging und ich hielt es für ganz normale Stimmungsschwankungen. Das dachte ich auch bis ich dann in die Klinik ging. Dort wurde ich dann mal ein bisschen aufgeklärt von den Ärzten und von mir selber, aber ich schweife ab.
Ich habe meine mittel-gradige Depression lange versucht zu verbergen und zu verstecken, dass ist mir mittlerweile sehr bewusst geworden. Es fing auch alles eher klein an, nichts dramatisches. Rückblickend war es ungefähr so:
In der neuen Wohnung angekommen, dekorierte ich sie mir nett und erstelle Putz und Aufräumpläne für mich selber. Diese konnte ich während des Urlaubs oder generell wenn ich freie Zeit hatte auch super meistern. Ich schlief dann auch etwas länger und ich fühlte mich ganz gut.  Und es fing halt an, dass ich während der Woche den Putzplan irgendwann einfach aufgab. Von einem auf den anderen Tag, weil es mir zu viel wurde. Ich verschob alles auf das Wochenende. An sich keine dramatische oder schlimme Entscheidung. Doch am Wochenende traf ich mich auch oft mit Freunden. Also wurde nur jedes zweite Wochenende irgendwann mal geputzt oder die Wäsche gewaschen, mich alleine stört es ja nicht. Wenn ich jemand einlud, dann sicher eine Woche vorher, damit ich noch genug Zeit hatte alles zu putzen.
Nach dem das Putzen nun immer weiter in den Hintergrund meiner Aktivitäten trat, merkte ich auch gleichzeitig, dass ich trotzdem viel erschöpfter und kaputter war als sonst nach der Arbeit. Ich kam von der Arbeit nach Hause, machte noch etwas zu essen und fiel dann in mein Bett. Zwischen 18 – 20 Uhr schlief ich dann meist ein bisschen, dann ging ich zur Toilette und  schaute fernsehen oder machte etwas im Internet. So verschob sich langsam aber sicher und vor allem stätig mein Schlafrhythmus. Zur Zeit ist es so, dass ich selten vor 2 -3 Uhr nachts einschlafe (und nein ich schlafe NICHT am Tag. also nicht mehr).
Nach dem sich nun zwei Punkte in meinem Leben verschoben hatten (so über 3 Monate hinweg), habe ich mir das selber noch damit begründetet meine Freiheit zu genießen. Ich war ja von zu hause ausgezogen und nun ganz frei , konnte also machen was ich wollte. Auch wenn es in Wahrheit eine Art „Vorstufe“ meiner Depression war.

Ich denke bis hierhin ist das für die meisten noch relativ gut nachzuvollziehen. Jeder ist mal müde, jeder hat mal keine Lust zum aufräumen, jeder schiebt mal etwas auf. So weit so gut. Das ist denke ich auch der Grund warum mir nichts auffiel. Das hat ja jeder mal. Alles halb so wild.
Meine Freunde und meine Familie bestätigten mir das ja auch in Gesprächen. Kennt jeder, nicht weiter schlimm. Und das ich anfing auch so zu denken, ließ es überhaupt so weit kommen, dass ich lange Zeit krank war/bin. Ich würde nämlich sagen ich holte mir etwas zu spät Hilfe, wenn auch das zweite noch genau rechtzeitig damit ich das hier überhaupt schreiben kann. Aber merkt ihr was? Ich schweife schon wieder leicht ab, denn wenn ihr das alles kennt – warum bin ich dann krank und ihr nicht?

Weil es natürlich noch weiter gegangen ist. Das war ja erst der Anfang ( und oh shit schon so einen Text 😀 )
Rückblickend (und das ist wirklich wichtig, erst im Rückblick kann ich diese Zusammenhänge erstellen, also immer im Hinterkopf behalten!) war der Anfang vom Ende das ich aufgehört habe Dinge zu tun die ich wirklich mag und die mir Freunde bereiten haben. Ich schrieb nicht mehr, weder Blog noch Geschichten. Ich machte keine bzw. kaum noch Fotos. Kochen und backen konnte ich da schon lange nicht mehr, denn wer nicht spült hat auch irgendwann kein Geschirr mehr.
Freunde habe ich auch immer weniger getroffen, irgendwann nur noch zwei, weil die mich auch verstanden haben was die Depression angeht. Und auch die mussten mich manchmal aus dem Bett ziehen – nur sprichwörtlich.
Zusammenfassend kann man also sagen: Ich habe nichts mehr gemacht, außer zu arbeiten und zu schlafen und nach Arschtritten zwei Freunde zu treffen. Super spannend. Was ich zu der Zeit aber noch gar nicht bemerkt (stellt euch vor die Punkte oben habe ich bemerkt, sie kümmerten mich nur nicht mehr) waren die negativen Gedanken. Die kreisenden Gedankengänge immer um die gleichen Themen.
Die Themen war auch nicht sehr umfangreich: Ich dachte daran die Arbeit zu beenden und habe immer neue Wege dafür gesucht, aber nur theoretisch, denn Bewerbungen schreiben kannst du nicht wenn du richtig tief in deiner Antriebslosigkeit drin bist!
Dann habe ich immer wieder gedacht: Warum bin ich mit 25 immer noch Single? Warum will keiner was von mir? Was ist so falsch an mir?  Und ich fing an meinen Körper zu hassen, richtig tiefgehender Hass. Und das schlimmste: Ich glaubte mir und es fiel mir leicht das zu glauben, denn ich konnte mich selber noch nie lieben, dafür störte mich das Übergewicht schon immer zu sehr. Der Höhepunkt dieses Hasses, waren dann Fressanfälle mit allem was mir zwischen die Finger kam – meistens Süßigkeiten aller Art. Oder ich konnte halt abends mal drei Fertiggerichte anstatt nur eins, war dann halt so und merkt ja keiner (nein nein man nimmt ja nicht irgendwann zu …. doofes Gehirn!).
Und eines Abends traf alles auf einander und ich bin zusammengebrochen, darüber habe ich euch ja schon geschrieben. Dann ging es langsam bergauf – bis es wieder bergab ging. Aber wie ist es jetzt?

Jetzt ist es … schwer zu beschreiben. Ich merke oft diese Antriebslosigkeit, öfter als mir lieb ist. Vieles schaffe ich nur mit (positiven) Druck meines Vaters (ich möchte ja das er stolz auf mich sein kann und das ich nicht den ganzen Tag zu hause gammel). Einiges ignoriere ich nach allen Kräften (wie die alte Wohnung und die Tatsache da noch einmal hin zu müssen).
Meine Tabletten nehme ich regelmäßig, ich dusche wieder regelmäßig, ich wasche und pflege mein Gesicht wieder regelmäßig, ich rasiere mich regelmäßig und ich schminke mich wieder – das, meine lieben, sind die größten Erfolge die ich in den letzen zwei Monaten erbracht habe. Ach und die Tatsache das ich noch lebe. Ihr merkt – hier ist der Erfolg zu hause!
Was mich neben der Antriebslosigkeit für so ziemlich die meisten Dinge, noch beeinflusst ist eine Art „Angststörung“. Ich kann nicht mal genau sagen, seit wann das so ist. Aber seit der Klinik ist es ironischer weise etwas schlechter geworden.
Jeder hat vor irgendetwas Angst oder es ist im unangenehmem. Bei mir war das schon immer : Körperkontakt zu fremden, Telefonieren zu müssen,Nachts alleine unterwegs sein, Autounfälle zu haben, etwas für alle sehr offensichtlich nicht hinzubekommen (Ironie das ich das hier schreibe, ich weiß). Diese Dinge sind immer noch da, aber schlimmer. Zusätzlich habe ich Angst vor der alten Wohnung. Na ja eher vor der Nachbarin im Haus, die Frau T.
Eine ältere Dame aka eine Hexe könnte man auch sagen. Sie beobachtet dich und nein das habe ich mir nicht eingebildet das hat meine beste Freundin nämlich bemerkt und nicht ich! Sie ist total abwerten mir gegenüber. So Sätze wie „sie müssen auch draußen ordentlich fegen, sonst bringt das alles nichts“ oder „na ist es schön warm in ihrer Wohnung?“ (wohnte im Dachgeschoss, du Arschgeige!) Dann drohte sie mir öfter, dass sie meinem Vermieter meldet, dass ich nicht richtig die Hausflurwoche erledige ( ja nein ich war/bin nicht krank!). Auch gut ist folgendes: Sie ist Rentnerin und fast immer zu Hause … und wann bringt sie ihren Müll raus? Richtig wenn ich runter gehe zum Auto.
Ich begann zu höchst Zeiten damit mich aus meiner eigenen Wohnung zu schleichen …. !!!!! Okay genug ausgekotzt…  😀
Also der Punkt ist: Meine Ängste sind größer geworden und beeinträchtigen mich immer mehr in meinem Leben. Oft habe Anzeichen einer Angstattacke. Also Herz rasen, Schwindel, Atemnot und das dann ganz plötzlich und ohne ein Warnung. Das verrückte aber ist: Es passiert nicht immer.
Gut das ich jetzt eine Therapeutin habe mit der ich solche, für den normalen Menschen, rechte strange Dinge besprechen kann. Aber erst ein mal wird an meiner Vergangenheit gearbeitet…  jay ich freue mich!

So und nun ist Schluss für heute!
Und ja das wird hier jetzt ein Blog wo es häufiger darum geht „einen an der Waffel zu haben“ 😛

Antidepressiver – meine Erfahrungen

Seit April 2016 nehme ich Antidepressiver wegen meiner mittel gradigen Depression.
Zu Beginn bekam ich eins Namens Paroxetin. Zum starten bekam ich eine kleine Dosis, nämlich 20 mmg.
In den erste  Woche mit diesem Medikament, stellt sich ein Problem heraus: Ich vergas sie zu nehmen, denn ich hatte noch nie in meinem Leben regelmäßig Tabletten nehmen müssen. Also stellte ich mir die Packung und eine Flasche Wasser an mein Bett und erinnerte mich so jeden Morgen aufs neue daran meine Tabletten zu nehmen.
Was mir körperlich aber schnell auffiel war, dass ich nach ca. 3 Tagen Durchfall bzw sehr sehr weichen Stuhlgang bekam. Der blieb mir ca 3 Wochen erhalten, erst dann hatte mein Körper sich daran gewöhnt.
In der ersten Woche plagten mich sehr oft Kopfschmerzen, was aber ebenfalls eine Nebenwirkung der Antidepressiver ist. Nach einer Woche ebbten die Schmerzen langsam ab. Zu dieser Zeit fing auch mein Gedächtnis an sich zu verändern. Ich vergas auf einmal mehr oder konnte mich nicht mehr an alle Einzelheiten des Tages erinnern. Zu einem kleinen Teil ist das immer noch so, aber auf keinen Fall mehr so extrem wie zu Beginn meiner Behandlung.
Die eigentliche Wirkung der Antidepressiver merkte ich allerdings auch recht schnell. Oder bildete es mir zu mindestens ein, denn bereits am 4 Tagen hatte ich das Gefühl mehr Antrieb und Elan zu haben und fing das erste mal seit Wochen an meine Wohnung zu reinigen. Dabei merkte ich aber auch, dass die Depressionen bereits Spuren hinterlassen hatte, denn ich hatte sehr wenig Kraft in meinem Körper. Nach ca 2 Wochen der regelmäßigen Einnahme spürte ich wie meine Gedanken sich veränderten. Sie stießen aus einem dunklen Nebel wieder in die normale Welt. Ich war wieder in der Lage zu lächeln und mich über Dinge wirklich wieder zu freuen und nicht nur so zu tun. Natürlich führte zu dieser Veränderung nicht nur die Medikamente, aber sie halfen auf jeden Fall dabei wieder Antrieb und Elan zu haben.

Nach ca. 1 1/2 Monaten der medikamentösen Behandlung bemerkte ich allerdings eine sehr unerwünschte Nebenwirkung. Jeden Abend wenn ich ins Bett ging, fingen meine Beine an zu wackeln und zu zappeln. Zu erst habe ich das gar nicht richtig wahrgenommen. Aber als es mir dann auffiel, störte es extrem und ich konnte und wollte damit nicht leben. Kurz bevor ich mit meinem Arzt darüber sprach, wurde es so schlimm, dass ich sogar im Sitzen wackelnde Beine bekommen habe.
Im Gespräch mit meinem Arzt stellt sich dann heraus, dass ich unter RLS  (Restless- Legs – Syndrome) litt. Es gab nur eine Möglichkeit dies zu ändern und so wurde das Medikament gewechselt und von da an bekam ich Setralin. Zu erst in der 20 mmg Packung. Meine Beine wurden wieder ruhig und ich konnte besser zur Ruhe kommen.
Von April bis Juni nahm ich regelmäßig meine Tabletten und es ging mir langsam besser. Ich fing auch wieder an zu Arbeiten und setzte dann im August die Tabletten wieder ab, da ich mich stabil fühlte.

Das ging dann auch eine Weile gut. Aber ich merkte bereits ende Oktober das meine Stimmung wieder ins Wanken geriet und ich immer antriebsloser wurde. Die dunklen Gedanken kamen zurück. Ich kannte den Grund, konnte an dem aber nichts mehr ändern. Ich beugte mich. Schmiedete Pläne und kämpfte gegen die Antriebslosigkeit und die dunklen Gedanken. Nach dem eine gute Freundin aus dem Internet sich das Leben nahm, nach dem wir viel und lange miteinander gesprochen haben und sie mir sehr geholfen hatte, fiel ich in ein Loch. Ich ging wieder zur Ambulanz. Bekam wieder Setralin und dieses Mal auch ein Schlafmittel (Proneurin), da ich zu dieser Zeit nicht mehr wirklich schlief. Nach drei Wochen der Ruhe, ging ich wieder zur Arbeit und dort traf mich der Schlag, denn nichts war mehr wie davor und das … naja erwies sich als nicht förderlich für meine Gesundheit, eher förderlich für meine Depression.
Nach einer sehr schlimmen Nacht mit vielen Gedanken an Selbstverletztung und Selbstmord ging ich wieder in die Ambulanz. Das Setralin wurde auf 50 mmg erhöht und ich bekam ein noch stärkeres Schlafmittel, denn im Schlaf konnte ich mir ja nichts antun. Zusammen mit meinem Arzt beschloss ich in die Klinik zu gehen und mich als Krise behandeln zu lassen.
Während dieser Behandlung wurde festgestellt, dass 50 mmg viel zu wenig für meinen Körper wahr obwohl es mir etwas geholfen hatte. In der Klinik wurde erst auf 100 mmg und zum Schluss auf 150 mmg erhöht. Dabei bin ich immer noch. Laut meines Medikamentenspiegels ist noch Luft nach oben…. JUHU ich kann tatsächlich noch mehr Drogen bekommen, wenn es mir schlechtere gehen sollte. Beruhigend zu wissen.
Bei der Erhöhung von 50 mmg auf 100 mmg habe ich nichts bemerkt, aber die Erhöhung auf 150 mmg habe ich deutlich gemerkt. Die dunklen Gedanken wurden verdrängt, der Antrieb wuchs rasch an. Körperlich bemerkte ich nur das ich etwas leichter einschlief, aber was das einschlafen angeht an sich nach wie vor sehr schleppend voran.

Aktuell bleibe ich bei 150 mmg und fühle mich etwas mehr im inneren Gleichgewicht. Allerdings ist da noch Luft nach oben. Aber das sollte durch Therapie in den Griff bekommen zu sein, sagen jedenfalls alle. Warten wir es doch einfach mal ab!

Neues Jahr, neues Glück?

Wieder habe ich mich eine Zeit lang nicht gemeldet.
Dieses mal lag es daran, dass ich mich in der schlimmsten Krise befand, die ich je hatte.
Bereits im letzten Post habe ich ja über meine Depressionen und den aktuellen Stand berichtet.
Die Zeit danach war sehr düster und dunkel für mich. Zum einen hat mich zu meiner normalen Depression noch eine „Winterdepression“ auf Grund des Lichtmangels erwischt. Zum anderen  fiel ich in ein tiefes Loch, wegen dem Todestag meiner Mutter, der Arbeit und Zukunftsängsten. Die beste und schnellste Lösung diesen negativen Gefühlen zu entkommen, sah mein Kopf darin sich selbst umzubringen.
Da die Gedanken bezüglich eines Suizid immer drängender und auch präziserer wurden, ging ich nach einer besonders schlimmen Nacht, wieder zur Notfallambulanz. Gemeinsam mit dem Arzt suchte ich eine Lösung. Meine Medikamente wurden erhöht, ich bekam Schlafmittel um schlafen zu können und ich wurde auf die Warteliste für einen Platz in der Krisenstadtion der Psychiatrie  gesetzt. Die nächsten Tag waren schwer, ich hatte große Angst aber auch Hoffnung für die Klinik. Ich warte und wartete und band mich gleichzeitig mehr Sozial ein um die Zeit zu überstehen.
Am Abend vor meinem Geburtstag war dann klar, dass ich an meinem Geburtstag eingewiesen werde. Und auch wenn es verrückte ist: Ich freute mich darüber und fand es nicht schlimm. Geburtstag würde ich so immerhin nächstes Jahr wieder haben können.

 

In der Klinik lernte ich neben richtig tollen Menschen, auch viel über mich und meine Erkrankung. Die schlechte Nachricht: Es ist kein organisches Problem, was eine einfache Lösung gebracht hätte. Aber es ist immerhin auch kein Gehirn Tumor oder etwas in der Art. Mein Gehirn denkt einfach anders.
Mein Gehirn denkt im Kreis. Meine Gedanken kreisen oft um das selbe und finden selber keine Lösung. Ich kann mich nicht aus der Situation ziehen und sie von  außen betrachten. Ich sehe die Situation, denke viel über sie nach und finde keine gute Lösung und werde dann deprimiert und traurig, fühle mich wert – und nutzlos und das immer und immer wieder.
Ich muss lernen diese Muster zu durch brechen und habe deswegen diesen Monat drei Termine bei Psychiatern gemacht und noch eine lange Liste mit anderen, bei den ich mich melde, wenn es bei den ersten nicht klappt.
Die Auszeit in der Klinik hat einiges an Druck von mir genommen und mir eine Struktur gegeben, welche ich jetzt versuche aufrecht zu erhalten, auch wenn es nicht ganz einfach ist.  Ich wurde auch mit allem Möglichen untersucht um zu sehen ob ich noch irgendwie anders krank bin. Aber bis auf eine Hormonstörung und mein Übergewicht ist tatsächlich alles in Ordnung bei mir.

 

Nun möchte ich mit leichtem Optimismus in die Zukunft sehen.
Meine Probleme sind nicht unlösbar und nach Hilfe zu fragen ist keine Schande, auch wenn das manchmal schwer fällt.
In den nächsten Wochen werde ich mich auch wieder mehr mit diesem Blog und Youtube beschäftigen. Beides hat es einfach verdient und macht mir mega viel Spaß.

Ich wünsche euch ein frohes und erfolgreiches Jahr 2017!