Antidepressiver – meine Erfahrungen

Seit April 2016 nehme ich Antidepressiver wegen meiner mittel gradigen Depression.
Zu Beginn bekam ich eins Namens Paroxetin. Zum starten bekam ich eine kleine Dosis, nämlich 20 mmg.
In den erste  Woche mit diesem Medikament, stellt sich ein Problem heraus: Ich vergas sie zu nehmen, denn ich hatte noch nie in meinem Leben regelmäßig Tabletten nehmen müssen. Also stellte ich mir die Packung und eine Flasche Wasser an mein Bett und erinnerte mich so jeden Morgen aufs neue daran meine Tabletten zu nehmen.
Was mir körperlich aber schnell auffiel war, dass ich nach ca. 3 Tagen Durchfall bzw sehr sehr weichen Stuhlgang bekam. Der blieb mir ca 3 Wochen erhalten, erst dann hatte mein Körper sich daran gewöhnt.
In der ersten Woche plagten mich sehr oft Kopfschmerzen, was aber ebenfalls eine Nebenwirkung der Antidepressiver ist. Nach einer Woche ebbten die Schmerzen langsam ab. Zu dieser Zeit fing auch mein Gedächtnis an sich zu verändern. Ich vergas auf einmal mehr oder konnte mich nicht mehr an alle Einzelheiten des Tages erinnern. Zu einem kleinen Teil ist das immer noch so, aber auf keinen Fall mehr so extrem wie zu Beginn meiner Behandlung.
Die eigentliche Wirkung der Antidepressiver merkte ich allerdings auch recht schnell. Oder bildete es mir zu mindestens ein, denn bereits am 4 Tagen hatte ich das Gefühl mehr Antrieb und Elan zu haben und fing das erste mal seit Wochen an meine Wohnung zu reinigen. Dabei merkte ich aber auch, dass die Depressionen bereits Spuren hinterlassen hatte, denn ich hatte sehr wenig Kraft in meinem Körper. Nach ca 2 Wochen der regelmäßigen Einnahme spürte ich wie meine Gedanken sich veränderten. Sie stießen aus einem dunklen Nebel wieder in die normale Welt. Ich war wieder in der Lage zu lächeln und mich über Dinge wirklich wieder zu freuen und nicht nur so zu tun. Natürlich führte zu dieser Veränderung nicht nur die Medikamente, aber sie halfen auf jeden Fall dabei wieder Antrieb und Elan zu haben.

Nach ca. 1 1/2 Monaten der medikamentösen Behandlung bemerkte ich allerdings eine sehr unerwünschte Nebenwirkung. Jeden Abend wenn ich ins Bett ging, fingen meine Beine an zu wackeln und zu zappeln. Zu erst habe ich das gar nicht richtig wahrgenommen. Aber als es mir dann auffiel, störte es extrem und ich konnte und wollte damit nicht leben. Kurz bevor ich mit meinem Arzt darüber sprach, wurde es so schlimm, dass ich sogar im Sitzen wackelnde Beine bekommen habe.
Im Gespräch mit meinem Arzt stellt sich dann heraus, dass ich unter RLS  (Restless- Legs – Syndrome) litt. Es gab nur eine Möglichkeit dies zu ändern und so wurde das Medikament gewechselt und von da an bekam ich Setralin. Zu erst in der 20 mmg Packung. Meine Beine wurden wieder ruhig und ich konnte besser zur Ruhe kommen.
Von April bis Juni nahm ich regelmäßig meine Tabletten und es ging mir langsam besser. Ich fing auch wieder an zu Arbeiten und setzte dann im August die Tabletten wieder ab, da ich mich stabil fühlte.

Das ging dann auch eine Weile gut. Aber ich merkte bereits ende Oktober das meine Stimmung wieder ins Wanken geriet und ich immer antriebsloser wurde. Die dunklen Gedanken kamen zurück. Ich kannte den Grund, konnte an dem aber nichts mehr ändern. Ich beugte mich. Schmiedete Pläne und kämpfte gegen die Antriebslosigkeit und die dunklen Gedanken. Nach dem eine gute Freundin aus dem Internet sich das Leben nahm, nach dem wir viel und lange miteinander gesprochen haben und sie mir sehr geholfen hatte, fiel ich in ein Loch. Ich ging wieder zur Ambulanz. Bekam wieder Setralin und dieses Mal auch ein Schlafmittel (Proneurin), da ich zu dieser Zeit nicht mehr wirklich schlief. Nach drei Wochen der Ruhe, ging ich wieder zur Arbeit und dort traf mich der Schlag, denn nichts war mehr wie davor und das … naja erwies sich als nicht förderlich für meine Gesundheit, eher förderlich für meine Depression.
Nach einer sehr schlimmen Nacht mit vielen Gedanken an Selbstverletztung und Selbstmord ging ich wieder in die Ambulanz. Das Setralin wurde auf 50 mmg erhöht und ich bekam ein noch stärkeres Schlafmittel, denn im Schlaf konnte ich mir ja nichts antun. Zusammen mit meinem Arzt beschloss ich in die Klinik zu gehen und mich als Krise behandeln zu lassen.
Während dieser Behandlung wurde festgestellt, dass 50 mmg viel zu wenig für meinen Körper wahr obwohl es mir etwas geholfen hatte. In der Klinik wurde erst auf 100 mmg und zum Schluss auf 150 mmg erhöht. Dabei bin ich immer noch. Laut meines Medikamentenspiegels ist noch Luft nach oben…. JUHU ich kann tatsächlich noch mehr Drogen bekommen, wenn es mir schlechtere gehen sollte. Beruhigend zu wissen.
Bei der Erhöhung von 50 mmg auf 100 mmg habe ich nichts bemerkt, aber die Erhöhung auf 150 mmg habe ich deutlich gemerkt. Die dunklen Gedanken wurden verdrängt, der Antrieb wuchs rasch an. Körperlich bemerkte ich nur das ich etwas leichter einschlief, aber was das einschlafen angeht an sich nach wie vor sehr schleppend voran.

Aktuell bleibe ich bei 150 mmg und fühle mich etwas mehr im inneren Gleichgewicht. Allerdings ist da noch Luft nach oben. Aber das sollte durch Therapie in den Griff bekommen zu sein, sagen jedenfalls alle. Warten wir es doch einfach mal ab!

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2 Gedanken zu “Antidepressiver – meine Erfahrungen

  1. Na du Liebe. Ich bin ein wenig erschüttert. Ich kenne dich fröhlich und tatkräftig. Was du erlebt hast kann man nicht mal erahnen. Ich danke dir für diesen Einblick. Auch ganz viel Kraft dir. Es wird sicherlich besser werden. Die Therapie wird helfen. Und wenn was ist, Weißt ja wo ich wohne lol . LG knutsch

    • Das hat auch einen einfachen Grund: Es geht einem ja nicht immer schlecht und wenn doch dann neige ich dazu mich zurück zuziehen 🙂 Aber du hast recht und das wird werden! Vielen Dank, das gilt auch für dich (auch wenn du noch nicht weißt wo ich wohne) lg :*

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