Eine Woche Normalität

Die vergangene Woche war für mich ein großer persönlicher Erfolg.
Ich habe ein fast normales Leben geführt.
Morgens früh aufgestanden, so gegen 8 Uhr, gefrühstückt und an zwei Tagen sogar Sport gemacht, an zwei anderen Tagen zu Ärzten gegangen und einmal habe ich mich mit einer Freundin getroffen. Ich aß sogar recht gesund, bekochte mich selber und machte Smoothies oder Eis selber. Alles in einer Woche!
Nebenbei habe ich mein Zimmer aufgeräumt, Wäsche gewaschen und den Flur gemacht. Ich war einkaufen und einmal auch bummeln. Ich habe Zeit mit meinem Vater verbracht, war einen Abend lang essen und trinken mit Freunden und habe in der Zeit immer wieder Ruhephasen eingelegt. Zwei Mal war das ein Mittagsschlaf, einmal eine Meditation und einmal ein kleiner Spaziergang.
Ich war bei Ärzten und habe einen neuen Termin bei einer Pyschologin.
Der Erfolg dieser Woche überrascht mich und versetzt mich gleichzeitig in Euphorie – allerdings ist diese nicht grenzenlos wie nach der ersten Krise. Ich weiß nun das ich an mir und meinem Verhalten und Denkmustern arbeiten muss. Das ich mir erlauben muss mehr an mich als an andere Menschen zu denken und das ich reden muss. Im besten Falle eben mit Profis.

Sicher habt ihr schon gemerkt was fehlt: Die Arbeit.
Ich habe viel geschafft diese Woche und doch nicht alles. Leider.
Um ehrlich zu sein: Ich weiß auch nicht wann und ob ich meine Arbeit als Erzieherin wieder aufnehme. In mir bewegt sich gedanklich im Moment so viel. Zwar wollte ich am Dienstag meinen Wiedereingliederungsplan mit meinem Arzt machen, aber dieser war krank. Schonfrist und Zeit zum nachdenken bis Mitte April würde ich sagen.  Hätten wir den Plan gemacht, dann hätte ich ihn auch befolgt – keine Frage. Ich möchte ja auch wieder Arbeiten oder etwas in der Art machen.  Aber eben weiß ich nicht was wirklich das richtige für mich ist.
Und ja ich weiß auch, dass ich hier auf sehr hochem Niveau jammere. Ich habe einen Job, der unbefristet ist und Kollegen die echt lieb sind. Zudem mag ich Kinder. Aber irgendetwas fehlt in meinem Leben. Ich versuche es zu finden und vielleicht finde ich es auch wieder in der Regelmäßigkeit der Arbeit und in meinem Beruf als Erzieherin. Das gilt es heraus zu finden, aber falls nicht möchte ich einfach Plan B, C und vielleicht sogar D schon parat haben.

Und noch etwas: Läuft alles gut, also wie diese Woche in etwa bis Mitte April habe ich mir eine Belohnung für mich überlegt.
Sollte alles gut gehen, werde ich für meinen nächsten Urlaub ein Interrail Ticket kaufen und Südeuropa mit dem Zug und dem Rucksack erkunden. Ich habe großes Fernweh! Habe aber noch nicht den Mut oder das Geld mit dem Rucksack durch Länder wie Mexiko, Chile, Indien oder Bali zu reisen. Also werde ich den Vorteil der EU mal nutzen und durch sie durchfahren 🙂

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Aussortieren – auf das Wesentliche beschränken

Im August 2015 bin ich von zu hause ausgezogen.
Es war der aller erste Umzug in meinem Leben. Ich habe so was noch nie gemacht und dann gleich im Alleingang. Im Gegenzug zu manchen Menschen, war mir nicht klar das dies die perfekte Gelegenheit ist um Dinge auszusortieren.
Ich bereite den Umzug also gut vor. Ich packte immer wieder Dinge die ich nicht brauchte in Kartons und so leerte sich das Zimmer nach und nach. Schließlich hatte ich viele Kartons mit alten und neuen Sachen im Keller. Das war dann auch das erste was meine Freunde bemerkten: Ich hatte echt viel Zeug!  So viel das viele Sachen keinen oder keinen würdigen Platz in meiner Wohnung gefunden haben.
Während ich in meiner eigenen Wohnung gewohnt habe, habe ich mich immer mal wieder damit beschäftigt was man wirklich brauch und was weg kann – man könnte sagen ich habe mich mit dem Minimalismus beschäftigt. Nicht weil es irgendein Trend ist oder so etwas, sondern einfach weil das Zeug in meiner Wohnung für mich zu einer Belastung wurde.

Nachdem nun mein Vater zusammen mit meiner Familie meinen Umzug gemacht hat, habe ich eine weitere Chance zum aussortieren verpasst.
Allerdings hat meine Schwester einiges weg geworfen an Sachen, allerdings nichts was ich wirklich vermisse. Also müssen das wirklich unnütze Dinge gewesen sein 😀  Ein paar Sachen habe ich auch über das Internet verkauft um mich davon zu befreien. Nachdem ich nun vor einigen Wochen den Keller meiner Schwester und mein Zimmer aufgeräumt habe, bin ich nun zur folgenden Erkenntnis gelangt: Ich habe immer noch zu viel Zeug!
Also möchte ich mich nun von Dingen trennen, die ich nicht mehr brauche, doppelt habe oder die einfach keinen Wert für mich haben. Meine Harry Potter Sammlung wird beispielsweise erst mal unangetastet bleiben, da ich sie wirklich liebe ❤

Gestern Abend, nachdem ich ein paar Youtube Videos gesehen habe, habe ich begonnen meine Kosmetik aufzuräumen und zu sortieren. Wahnsinn was ich alles doppelt oder dreifach hatte und auch ein Wahnsinn wie viel ich davon nicht mehr genutzt habe. Ich habe jetzt eine Kiste voll mit Dingen die ich verschenke oder wegschmeißen werde.
Nun habe ich wieder mehr Platz in meinem Regal und kann tatsächlich ein weiteres Fach für etwas anders benutzten.
Als nächste ist mein Kleiderschrank dran. Da wird denke ich mal auch noch einiges weg kommen, wenn ich an meine ganzen Kleider denke, welche ich kaum oder gar nicht mehr trage! Und so soll es Stück für Stück gehen. Ich habe unglaublich viele Gläser, davon kommen einige weg. So viele Gäste werde ich nie im Leben haben 😀

Mir geht es ganz eindeutig nicht darum irgendeinem Trend hinterher zu laufen. Viel eher geht es mir dabei darum mein Leben zu erleichtern. Ich bin nicht die ordentlichste Person und mit vielen Sachen und Dingen erschwert sich das ganze dann auch noch mal.
Auch wird diese oder soll diese Entscheidung Einfluss auf meine künftigen Käufe nehmen. So möchte ich nur noch Dinge kaufen, welche ich wirklich besitzen möchte und muss.
Mal sehen wie das so laufen wird in Zukunft 🙂

 

 

Die letzte Woche hat mir einiges abverlangt. Zu viel, wie mir nun klar wird.
Ich war bei vielen Ärzten, war unterwegs mit Freunden und habe mit meinen körperlichen Schmerzen zu kämpfen. Heute wurde ich in die Kiene gezwungen von meinen Depressionen.
Ich lag heute lange wach im Bett, ohne etwas anders zu machen als an die Decke oder auf mein Handy zu starren. Für so zwei oder drei Stunden, bis ich dann aufgestanden bin um zu frühstücken nur um mich dann anschließend wieder ins Bett zu legen. Wieder die Decke anstarren für ein oder zwei Stunden. Um 15 Uhr kam ich aus dem Bett, stieg unter die Dusche und verließ das Haus. Frustshopping.

Aber wie konnte es so weit kommen?
Es fing am Montag an. Ich hatte einen Termin bei meinem Psychologen und wurde dort direkt überrascht. Er sprach von der Wiedereingliederung in den Beruf, in meine alte Arbeitsstelle.Das war ein ziemlicher Schlag. Er sprach auch davon, dass der Medizinische Dienst sich an ihn gewendet hat. Er sieht mich auch viel entspannter, seit zweiTreffen und könnte sich das gut vorstellen. Ich war und bin mir unsicher. Er bat mir an, dass falls es scheitern sollte, er mir ein Attest für das Arbeitsamt schreibt, dass ich dort nicht länger würde arbeiten können. Damit ich zwar selber kündigen könnte, aber keine Abzüge bekomme.
Ich willigte ein, fuhr zur Krankenkasse und erzählte es dort meine Betreuerin, die sich sehr überschwänglich freut und meine die Kinder würden das sicher auch. Würden sie vermutlich sogar, wenn ich etwas davon wüssten. Danach erzählte ich meinem Vater davon, der ich auch freute und der Meinung war und ist: Irgendwann muss ich ja mal wieder anfangen. Schließlich ist es ja normal zu arbeiten, macht ja jeder. Und ich würde es sehr gerne wieder können. Ich wäre sehr gerne dazu in der Lage arbeiten gehen zu können, meine Gefühle im Griff zu haben, meinen Pflichten und Aufgaben nachzukommen und einfach zu leben.
Doch ich kann nicht.

Aber zum Glück war es ja nicht das einzige was diese Woche auf mich zu kam. Ich war bei meiner Schwester in der Wohnung und empfing dort die Menschen von der Wohnungsgessellschaft. War also den ganzen Tag in Anspannung. Ich schlief dann bei ihr und machte nicht viel. Traf mich  mit einer Freundin und erlebte den nächsten Schlag: Eine andere Freundin hatte ihr erzählt, dass ich fies über sie gesprochen hätte. Wir haben das beredet, ich habe ihr meine Sicht der Dinge erzählt und das auch wirklich ehrlih, dann am nächsten Tag hat sie mit der anderen Freundin gesprochen und die erählte fast genau das Gegenteil. Na herrlich.  Aber das trifft mich nicht weil ich mich mit ihr ausgesprochen habe und die andere un endgültig für mich gestorben ist ist.

Und weil ich in der Klinik besprochen wurde, dass ich mich mehr um mich kümmern sollte, hatte ich diese Woche auch zwei Termine beim Arzt. Einmal musste ich zum Zahnarzt und dann zum Hausarzt.
Ich gehe wirklich nicht gerne zu Ärzten, ich habe schlechte Erfahrungen gemacht. Oft wurde mir nicht wirklich geglaubt oder ich wurde falsch behandelt was zu mehr Schmerzen führte (das betrifft vor allem meinen alten Zahnarzt). Also schiebe ich besonders gerne den Zahnarzt auf. Nun war ich dort. Ich habe seit fast einem Jahr einen offenen Zahn, weil ich mich nach erfolgreicher Wurzelbehandlung und provisoriischem Verschließen nicht mehr darum kümmern konnte. Die Depression nahm mich einfach zu sehr ein.  Ich war die Woche nun da und trtz einens Termines wurde ich von einer anderen Ärztin behandelt, welche mich anmeckerte und meinte ich müsste den Notfallzahnarzt in Zukunft selber zahlen, da ich nicht regelmäßig zum Zahnarzt gehe. Ich war so sprachlos. Mir fehlten wirklich die Worte, jedenfalls nachdem ich die letzten Monate mit meiner Depression erklären wollte und sie mir einfach über den Mund fuhr. Zu meinem großen Glück war die Zahnarzthelferin sehr lieb und meinte ganz freundlich : Sie sehen es ja wenigstens ein 🙂
Zu allem Übel bekam ich nur wieder ein Provisorium, da die Ärztin meinte, dass die Behandlung vom eigentliche Zahnarzt gemacht werden sollte (hat sie ja auch recht, aber ich hatte einen Termin):
Dann war es vorbei für mich: Ich stieg in mein Auto und heulte für eine halbe Stunde mindestens. Ich konnte nicht mehr. Das war einfach zu viel. Ich wollte mir etwas gutes tun und mich um mich kümmern und sorgsam zu mir sein und wurde dabei so behandelt. Der Tag war im Eimer. Der zweite Besuch beim Hausarzt machte es dann kaum besser. Er zeigte zwar viel Verständnis und gab mir die Überweisung und Hilfe und Tipps, welche ich brauchte, aber bei ihm wurde mir auch eins klar: Ich komme in meiner Behandlung nur mehr schlecht als recht voran. Nach den ersten Gesprächen mit Therapeutin war und bin ich zu demotiviert um neue Versuche zu wagen. Ich trete auf der Stelle und anstatt es besser wird, wird es nur schlimmer.

Und heute morgen dann das alte Spiel: Wann stehe ich auf? Stehe ich überhaupt auf? Lohnt es sich?
Und da man mir offenbar nicht Ansicht wie gut es mir geht, kam dann auch noch mein Vater rein und meinte: Willst nicht mal wieder aufräumen?!
NEIN ICH LEBE IMMER NOCH GERNE IM DRECK – GOTTVERDAMMTE KACKE!!!!
natürlich würde ich gerne aufräumen, ich würde auch sehr gerne einen geregelten Tagesablauf haben und lieben gerne würde ich wieder arbeiten, anstatt hier zu sitzen und nur darüber zu schreiben. Aber ich kann nicht.
Bevor das hier jetzt zum ultimativen Downphasen Post wird, schreibe ich lieber noch das gute auf. Nach dem ich meine Zeit im Bett verbracht habe, bin ich wie schon gesagt raus gegangen. Ich war spazieren und einkaufen. Habe mich umgeguckt und die Seele baumeln lassen. Habe mich ausgepowert. Zwar habe ich davon Kopfweh bekommen, aber nun ja gegen die anderen Tage war das echt das kleinste Unglück. Und das beste passiert gerade jetzt: Ich habe genug Kraft und Energie diesen Post zu schreiben. Oft möchte ich in Downphasen zwar schreiben, aber bekomme es schlussendlich nicht hin. Besser geht es mir nicht wirklich. Aber ich habe alle Gefühle ausgelebt und trotzdem gelebt und das macht mich stolz !  🙂

Liebe Menschen wollte und konnte ich nicht wirklich an mich heran lassen, aber dank Whatsapp waren sie bei mir mit dem von mir gewünschten Abstand, aber doch präsent genug um mir helfen zu können . Ich liebe die Technik von heute ❤

Schuldgefühle

Ich war bei meinem behandeln Psychologen und auf die Frage: Wie geht es ihnen? Antwortete ich mir: Gut, noch etwas kraftlos aber ich denke wieder positiv und an meine Zukunft.
Hat uns natürlich beide gefreut. Mir ging es auch wirklich gut. Soweit es einem halt gut geht, wenn man nicht weiß was kommt. Sekunden später wurde meine gute Laune rasend schnell abgelöst. Der Arzt fragte mich: Wie sieht es mit der Wiederkehr in den Beruf aus? Ich war erstaunt, dass hatte ich nicht erwartet, jetzt jeden Falls noch nicht. Klar würde ich gerne arbeiten. Das antwortet ich auch. Und Stück für Stück wie bei einer Wiedereingliederung klingt auch erst mal gut.
Aber es gibt da ein aber. Letzten Sommer hatte ich bereits eine solche Maßnahme. Habe mich recht optimistisch in den Beruf begeben, klein angefangen und bin zum Schluss wieder ganz drin gewesen. Es wurden Vereinbarungen getroffen um mich stabil zu halten und nach einigen Wochen begann das neue Kita Jahr. Ich durfte wieder in meine alte Gruppe, in der mich immer am wohlsten fühlte. Ich wurde ein paar mal krank und nach meinem letzten Urlaub kam ich in die Kita und alles war wieder wie vor der Depression und rasend schnell drehte sich die Spirale wieder nach unten. Sie endet bekanntermaßen in der Psychiatrie.

Das scheint alles natürlich schon sehr weit weg und man kann damals und heute nicht eins zu eins vergleichen, da sich viel geändert hat auf mehreren Ebenen. Dennoch bin ich mir nicht sicher wie es weiter geht.
Klar ich schreibe Bewerbungen. Mein Arzt hat mir das Versprechen geben mir ein Artest zu schreiben, sollte ich nicht mehr in meiner Einrichtung arbeiten können, selber nach einer erneuten Wiedereingliederung. Und ja ich bin positiv und optimistisch gestimmt im Grunde.
Aber fast genauso weit war ich im letzten Jahr auch schon. Ich hatte sogar Vorstellungsgespräche. Ich sah positiv in die Zukunft. Wollte kämpfen und nicht aufgeben und dennoch: Ich wurde richtig schön gefickt.  Und jetzt mal ehrlich? Den Scheiß will ich mir nicht noch mal geben!! Warum soll ich meine eigene Gesundheit riskieren? Nur weil die Krankenkasse ständig fragt wie es mir geht? Weil sie lieber Geld bekommen als auszahlen?
Ich versuche wirklich mich mit dem Gedanken daran wieder zu arbeiten und auch dort zu arbeiten anzufreunden. Ich weiß auch, dass nicht alles an der Arbeit oder bestimmten Menschen liegt. Ich weiß, dass ich nicht rumheulen muss das die Welt ungerecht ist. Das wäre kindisch. Aber was ist wenn es zuviel Ungerechtigkeit war? So viel das ich darunter gebrochen bin? Genau so fühlt es sich nämlich an. Und wird das Enden? Wird ein deutlicheres Nein etwas verändern? Ich habe Angst. Ich habe eine Scheiß Angst davor wieder dort hinzugehen. Ich war da, nur am Briefkasten und mein Puls schlug wie wild, mir wurde heiß und kalt und schwindelig. UND DAS NUR AM BESCHISSEN BRIEFKASTEN! Das ist doch nicht normal…

Richtig schlimm ist es auch, dass ich nun Schuldgefühle habe, weil ich den Erwartungen der Krankenkasse, des Arztes und meiner Arbeitsstelle nicht entspreche. Ich kann noch nicht mal sagen, ob ich je wieder diesen Erwartungen entsprechen kann.
Ich bin kaputt. Mit 25 Jahren kaputt. Sollte jetzt nicht eigentlich meine beste Zeit kommen? Und nein ich brauche keinen Roadtrip durch Amerika, ewiges Reisen oder viel Geld für meine besten Jahre. Ich brauche eine Arbeit die mich glücklich macht, Freunde mit denen ich etwas erleben kann und eine Familie die zu mir steht. Natürlich auch etwas Geld fürs Leben – hier und da mal ein Urlaub ist doch was schönes! Das meiste davon habe ich … nur beruflich habe ich keine Ahnung. Ich weiß gar nichts dazu und fühle nur eine menge Angst und Schuld was das Thema angeht.
Wie kann es nur sein, dass man glaubt seinen Traumjob zu haben und nach einem Jahr in diesem nicht mehr weiß was man will und wie es weiter geht? Alternativen gibt es ja einige, Umschulung oder eine neue Ausbildung oder einfach quer irgendwo einsteigen.
Richtig dämlich und bescheuert ist es obendrein noch zu denken: Löse ich dieses Problem geht es mir gut. NEIN VERDAMMT! Mein Problem, meine Krankheit hängen nicht nur an der Arbeit. Sie triggert mich ja, aber sie ist keine Ursache dafür. Ein Auslöser ja, aber keine Ursache.
Die Ursachen dafür wie ich bin liegen in meiner Kindheit. Ich habe sowas wie Selbstschutz nicht wirklich gelernt und wollte und will es immer noch den anderen Menschen recht machen und möchte nicht das sie sich doof fühlen. Ich finde es wichtig sich um andere zu sorgen. Ich finde es wichtig das man freundlich und hilfsbereit zueinander ist. Mit Ellenbogen kann ich nichts anfangen. Ich bin sehr empathisch. So empathisch und hilfsbereit, dass man mich schon öfter ausgenutzt hat. War nicht schön, aber bis ich das merkte, war die Situation schon lange vorbei und jeder Widerstand erschien sinnlos. So habe ich als Teenie zwar als Emo rebelliert, aber so klein und unscheinbar wie es gleichzeitig ging. Ich habe auch nicht wirklich gelernt, dass man um Hilfe fragen und auch annehmen kann ohne das man sich schuldig oder schlecht fühlen muss. Also jeder andere kann das ruhig machen, aber ich habe immer das Gefühl das mir die Hilfe eh nicht zusteht. Das ich nicht krank, nicht schön oder nicht schlau genug bin damit man mir hilft.  Dazu kommt dann noch ein eher weniger ausgeprägtes Selbstbewusstsein und Selbstwergefühl. Die anderen sind wichtiger, ich bin eh nur höchstens Mittelmaß.  Und ja das ist schwer so zu denken und zu fühlen.
Und ich schweife ab. Aber das musste auch mal sein. Schlussendlich: Ich habe keine Ahnung was ich mache und wie es weiter geht. Aber ich habe ja noch ein paar Tage Zeit um darüber nachzudenken und dann mit meinem Arzt zu sprechen.

Ich helfe mir selbst!

Bei einer Depression kann man nichts machen? Man muss sie aussitzen? Wird schon vor rüber gehen? Oder lieber gleich alles ändern was einen ankotzt?
Ich habe manchmal das Gefühl, dass dies die einzigen Optionen sind. Jedenfalls wird es mir so signalisiert.
Aber es passiert kein Wunder! Du fängst nicht an Tabletten zu nehmen und bist dann wieder fit und gesund. Die Depression wirft dich aus deinem Leben. In ein zweites Leben, voller Schmerz, Gedanken, Zweifeln, Gelähmtheit und Ängste. Dieses „zweite“ Leben endet nicht einfach eines Tages, weil man lange genug gewartet hat! Vielleicht hilft abwarten für eine kurze Zeit oder bei einzelnen Personen (gerade welche die mit Trauer oder ähnlichem zu kämpfen haben), aber in meinem Fall macht es alles nur noch schlimmer.
Allerdings kämpfe ich jetzt schon fast ein Jahr mit mir und der Depression. Ich habe noch keinen normalen Therapieplatz, ich gehe nach wie vor in die Ambulanz. Aber das ist kein Grund einfach abzuwarten und nicht selber aktiv zu werden! Ich weiß, dass ich mir selber helfen kann und muss! Und ja klar, dass ist wieder so eine Sache die einfach gesagt ist und unendlich schwer umzusetzen – jedenfalls erscheint es mir gelegentlich so. Aber ich weiß nun wie gut es hilft und das es sich lohnt sich selber zu helfen, auch wenn das mit unter auch ein Kampf wird.

Während der Zeit in der Klinik habe ich viel über mich, meine Bedürfnisse, meine Auslöser und auch meine Hilfe(stellungen) gelernt. Ich möchte sie euch einmal kurz zusammen fassen und danach näher drauf eingehen:

  • Regelmäßigkeit bei so ziemlich allem
  • Gesunde Ernährung
  • Bewegung und auch Sport
  • Ausruhen, Entspannen
  • Zeit für mich nehmen
  • Hobbies nachgehen
  • Unternehmungen mit Freunden oder Familie
  • Gefühle wahrnehmen und durchleben

Das sind kurz zusammen gefasst die Dinge die mir helfen. Sie können mich sowohl aus einem Loch ziehen, also auch vor einem Loch bewahren.
Das Thema Regelmäßigkeit erstreckt sich dabei auf so gut wie alle Lebensbereiche. Es fängt morgens damit an das ich jeden Morgen meine Medikamente nehme und danach frühstücke (auch wenn es nur eine Banane ist). Dann mache ich mich fertig, da man sich sauber und angezogen gleich mehr wie ein Mensch aus der Gesellschaft fühlt. Es geht dann damit weiter sich regelmäßig zu bewegen und sei es auch nur das ich die Wohnung sauge und wische oder eine Runde um das Haus gehe – nur nicht den ganzen Tag im Bett liegen! Fänge ich damit einmal an, dreht sich die Spirale rasend schnell und ich habe starke Problem sie wieder zu stoppen.
Nach dem der Vormittag gelaufen ist, ist Zeit für das Mittag essen und danach wird fern gesehen oder ins Netz gegangen. Ein bisschen Ablenkung halt. Oder ich mache was mit meinen Freunden oder meinem Vater – je nach Lust, Zeit der anderen und Tagesform. Dann wird abends ungefähr zu selben Zeit Abendbrot gegessen und danach etwas entspannt mit einer Meditation. Natürlich ist es auch beim schlafen gehen für mich wichtig eine Routine zu haben!
Und wisst ihr was das beste ist? Ich halte mich schon seit ein paar Wochen nicht mehr an alle Punkte, da ich glaube sie nicht zu schaffen. Dadurch geht es mir wirklich wieder etwas schlechter! Genau das ist auch der Grund warum ich darüber schreibe, dieser Text hier soll mich selber motivieren!
Zusammengefasst: Tagesstruktur und Regelmäßigkeit geben Halt und stoppen die Spirale!

Mit dem Punkt der gesunden Ernährung setzte ich mich im Moment etwas wenig auseinander, aber einfach weil ich damit einmal zur Ernährungsberatung gehen möchte und gucken möchte wo die Probleme liegen. Gleichzeitig werde ich noch zum Endokrenologen müssen um meine Hormone untersuchen zu lassen – vielleicht liegt da auch das Problem. Der Weg ist bei diesem Punkt noch weit, aber ich habe Zeit und kann es langsam angehen lassen, da ich mich sonst selber überfordere.
Allerdings gibt es natürlich auch Tage wo ich fast schon gesund esse und an diesen Tagen merke ich auch das es mir gut tut, kann das aber nicht lange aufrecht halten.

Bewegung und Sport sind ebenso wichtig für mein Gleichgewicht.
Dabei geht es im Moment in erster Linie darum sich allgemein zu bewegen, den Körper wieder zu aktivieren, denn immerhin habe ich monatelang so gut wie nichts gemacht! Ich komme noch schnell an meine Grenzen, aber mit jedem Spaziergang rückt diese Grenze etwas weiter weg und das ist ein unglaublich geniales Gefühl. Man entdeckt sich und seinen Körper ganz neu – und das bei alltäglichen Dingen wie dem Einkaufen gehen.
Zur gegebenen Zeit soll und möchte ich auch den Sport wieder in mein Leben lassen. Die Frage WIE? stell ich mir dabei gar nicht. Ich liebe das Fitnesstudio, das Schwimmen und das Wandern und das sind doch schon mal drei gute Dinge! Ach und das Fahrrad natürlich auch! Praktisches kleines Ding, dass mich sehr erfreut!

Beim nächsten Punkt muss ich sagen: Für mich war es neu.
Ich wusste nicht wie sehr ich auf Entspannungsübungen und Mediation oder Traumreisen anspringe. In der Klinik habe ich aber gelernt wie hilfreich und befreiend es sein kann Entspannungsübungen und dergleichen Anzuwenden. Ich nutze sie zwar nicht jeden Tag, aber wenn ich merke das die innere Unruhe größer wird, dann mache ich das sehr gerne. Danach kann ich wesentlich sachlicher denken und auch die Unruhe hat sich zurückgezogen.

Den letzten Punkt habe ich ja schon in einem anderen Post angesprochen: Die Hobbies.
Es ist so ziemlich das erste was deiner Depression zum opfer fällt. Es sind Dinge die Kraft brauchen und dich glücklich machen und das sind Dinge die mit einer Depression nicht vereinbar sind.
Bei mir war es eben sehr schleichend und langsam. Nach und nach ist immer mehr Hobby weg gegangen und ich habe es selten wirklich gemerkt! Das ist das schlimme daran, es fällt dir nicht einmal wirklich auf – bis zum Höhepunkt deiner Krise.
Ich habe das große Glück und die große Freude, dass meine Hobbies zum Teil auch mich einfach wieder finden und wir uns zusammen neu entdecken. Vielleicht kommen bald sogar neue Hobbies dazu – wer weiß 🙂

Der Punkt etwas mit Freunden oder der Familie zu machen ist vermutlich ein alter Hut, aber kann von Zeit zur Zeit auch das schwerste sein.
Wenn es einem seelisch nicht gut geht, zieht der Körper mit und dann wird es schwer. Wie oft war ich krank anstatt etwas zu unternehmen …. man MUSS SICH DAS ERLAUBEN! Dann streikt der Körper auch weniger 😉

Der letzte Punkt, welcher mir hilft mit meiner Situation ist das ausleben und erleben von Gefühlen. Ich habe früher sehr sehr viel einfach hingenommen oder runtergeschluckt, weil ich es anderes für sehr unfreundlich gehalten habe. Das kann einem nicht gut tun. Ich bin also dabei mehr auf mich und meine Gefühle zu hören und diese auch auszuleben. Nein heißt Nein und Ja heiß Ja.
Schlimme Tage sind dabei okay, aber dennoch muss ich irgendwann mein Bett verlassen. Sonst geht es die nächsten Tage, Wochen oder sogar Monate wieder bergab.

Wichtig ist mir auch folgendes: Niemand will depressiv sein. Niemand will den ganzen Tag im Bett bleiben. Niemand ist faul dabei.
Ich bin zwar gerne mal faul, aber es gibt einen RIEßIGEN Unterschied dabei ob ich faul oder depressiv bin – für mich. Für andere Menschen ist es nicht wirklich zu erkennen. Ich liege ja dann nicht weinend und schreiend im Bett wie ein kleines Kind.
Jeder der depressiv ist möchte sich davon befreien, die einen früher, die anderen später. Nicht jeder kann gleich kämpfen, nicht jeder kämpft so wie ich (also mit meinen „Lösungen“), aber NIEMAND WILL DIESEN DRECK HABEN!

ABER: JEDER MUSS IRGENDWANN KÄMPFEN UM EIN „NORMALES“ LEBEN ZU BEKOMMEN!
Und ja ich schreibe extra nicht, dass man zurück in sein altes Leben will… ich meine das hat einen ja erst krank gemacht bzw die Krankheit begünstigt. Man möchte zurück ins Leben, man muss kämpfen.

Ich möchte zurück ins Leben – ich muss darum kämpfen. Mein Gegner ist der härteste überhaupt: Ich selbst. 

Ich bin nicht alleine

Lange Zeit und immer mal wieder hatte ich das Gefühl alleine zu sein.
Als Kind war ich das einzige Kind was mehr wog.
Als Teenie war ich das einzige Kind das seine Mutter verloren hat.
Als Erwachsen, mit Depressionen bin ich NICHT mehr alleine.

Mittlerweile kenne ich auch Menschen die ihre Mutter verloren haben, aber als es akut war und ich damit umgehen musste kannte ich niemand in meinem Alter der nur noch bei einem Elternteil aufwuchs.
Seit es mir schlecht geht wegen meiner Depression konnte ich mich immer an jemanden wenden. Ganz am Anfang als es anfing wusste und konnte ich mich an meine beste Freundin wenden. Ich wusste durch eine andere Person, dass sie damals an Depression litt als wir uns noch nicht so nah waren.  Sie tat nicht viel außer mir beizustehen und mir schöne Momente voller Wärme und Licht zu spenden (danke dafür <3). Sie verstand worum es ging und zeigte mir das es Wege raus gab. Erzählt mir von ihren Erfahrungen mit Antidepressiva und Psychotherapie – das ermutigte mich und ich schaffte es mir Hilfe zu suchen.
Als es dann soweit war und ich zum Hausarzt gegangen bin um mir helfen zu lassen, wollte ich es erst alleine schaffen. Doch dann überwiegte die Nervosität und ich bat die beste Freundin meiner Schwester um Hilfe von der ich auch wusste, dass sie so mit Mentalenproblemen zu kämpfen hatte. Sie lenkte mich ab und hielt mir Händchen während ich erzählte was mich belastet und klein macht. Das war nicht einfach und ein sehr hilfreicher und intimer Moment (danke dafür ❤ ).
Danach traf ich meinen Psychologen in der Ambulanz, von dem ich nun 1 Jahr später immer noch behandelt werde, der ein Anker für mich geworden ist auf dieser professionellen Ebene. Auch als die zweite Krise aufkam bin ich nicht erst zu meinem Hausarzt gegangen sondern gleich zu ihm. Er hilft mir auf der professionellen Ebene weiter und ich kann ihm alles sagen und manchmal bekomme ich von ihm auch einen Dämpfer verpasst.

Während der Zeit in der Psychiatrie habe ich dann noch einige Menschen kennengelernt, die mit mir und meiner Depression noch einmal ganz anders umgehen. Sie kennen das selber sehr gut, sind noch zum Teil darin und kämpfen mit noch zum Teil noch mehr mentalen Problemen.
Mit ihnen kann ich zwar genauso offen reden wie mit meinen anderen Freunden, aber ich erhalte ein anderes Echo. Kein schlechteres oder besseres , einfach ein anders. Und auch die Tatsache von den Tiefpunkten genau dieser liebgewonnenen Menschen zu erfahren, stärkt einen auf eine seltsame Art und Weise. Man merkt einfach wieder ein Stück mehr, dass man nicht alleine ist mit seinem Denken und Handeln (Danke das ich euch kennenlernen durfte ❤ ).

Bei meinem Vater und meiner Schwester sieht die ganze Sache etwas anders aus. Sie hatten bis jetzt kaum Berühungspunkte zu Menschen mit einem Mentalen Problem / Erkrankung.
Meine Schwester hat sich zwar ein Buch zum Thema geholt, ließt es aber nicht und haut zwischendurch Dinge raus, welche ich anderen Menschen echt übel nehmen würde. Das gleiche gilt übrigens für meinen Vater. Beide aber geben sich Mühe und versuchen zu verstehen was mit mir los ist. Mit ihnen darüber zu sprechen ist nicht wirklich leicht für mich. Ich weiß auch warum: Wir haben nie wirklich über Gefühle oder ähnliches gesprochen, wenn dann meine Schwester und ich untereinander. Wieso das so gekommen ist, weiß ich heute nicht mehr.
Dennoch versuchen die beiden da zu sein für mich da zu sein (danke dafür ❤ ).

Nicht allein zu sein und unterstützt zu werden ist ein gutes Gefühl. Einsamkeit und alleine sein, sind die besten Freunde der Depression. Kommen natürlich vor, aber man weiß einfach das man nicht alleine ist und sich immer an jemanden wenden kann.

Danke das ihr da seit meine Lieben ❤

Lebenserwartung und Depressionen

Die Zukunft beschäftigt mich im Moment sehr – wie man hier sicher merkt.
Deswegen kommt jetzt ein Beitrag darüber wie ich mir mein Leben einmal vorgestellt habe und wie ich es mir jetzt vorstelle.
Das erste Mal intensiv mit der Zukunft habe ich mich etwa mit 16 – 17 Jahren beschäftigt. Vermutlich ein ganz normales Verhalten in diesem Alter, denn in der Zeit beendet man normalerweise die Schule und fängt mit der Ausbildung oder dem Studium oder whatever an.
Bevor ich die Gesamtschule beendet habe, war ich total verloren. Es stand nicht fest welchen Abschluss ich bekommen würde, weil ich am Anfang der 10. Klasse noch total faul und uninteressiert war. Okay nicht total, aber doch etwas. So hätten mir meine E – Kurs keinen Realschulabschluss eingebracht. Das wollte ich nicht und fängt mich also rein. Aber durch diese Unsicherheit und dem drohenden Hauptschulabschluss wusste ich nicht was ich machen wollte/sollte/konnte. Das Abitur an dieser Schule zu machen, so wie es meine Freunde vor hatten, schied für mich schon aus bevor ich von meinem beinahe Hauptschulabschluss erfuhr. Ich wollte nicht studieren, also wofür würde ich ein Abitur brauchen?
Allerdings war ich auch ohne Alternative. Ich hatte erst zwei Praktika gemacht. Im Altenheim (sehr grausam) und in der Kita (sogar in der wo ich später mein BP gemacht habe). Von der Arbeitswelt hatte ich so gut wie keine Ahnung. Die Lehrer und die Tests im Internet waren auch keine wirkliche Hilfe. Immer kamen um die 10 -15 Beruf raus für die ich geeignet bin. Ich wollte mir aber ehrlich gesagt nicht so viel Mühe machen und mich auf 15 Berufe bewerben. Also entschied ich mich zur Berufsberatung zu gehen. Der erste zu dem ich ging, war ein grauhaariger Typ von der Agentur für Arbeit. Ich dachte WOW ein Profi der wird mir helfen…. sagen wir es mal so: Er gab sich nicht wirklich Mühe. Er fragte nach meinem möglichen Abschluss und danach wo ich schon gearbeitet habe. Daraus ergab sich der Beruf: Erzieherin. Bzw. der nicht weil man den nicht mit dem Hauptschulabschluss machen kann. Er schlug mir die Ausbildung zur Kinderpflegerin vor, welche man am Berufskollege machen kann.  Da ich nichts zu verlieren hatte bewarb ich mich darauf. Nach Wochen dann kam die Zusage. Allerdings war ich in der zwischen Zeit so verunsichert, dass ich noch einen anderen Typ aufsuchte, der Berufsberatung anbot. Er war etwa Mitte 30 und echt nett und bemüht. Das erste Treffen dauert 30 Minuten und in der Zeit stellt er mir viele fragen und am Ende bekam ich einen Auftrag: Alle Beruf suchen die sich für mich vorstellbar anhörten.  Beim zweiten Treffen haben wir dann aus dem gut 20 Berufen, die ausgesucht die realistisch waren. Das waren immerhin noch 7 Stück. Dann sollte ich anfangen Praktika zu machen in meinen Ferien um zu gucken welcher davon der richtige war. Und genau an der Stelle kam die Zusage für die Berufsschule und ich wählte den leichten Weg.

Ich machte die Ausbildung zur Kinderpflegerin und merkte, dass dies wirklich ein Beruf für mich war. Man begleitet Kinder und hilft ihnen. Man bringt ihnen etwas bei und spielt eine wichtige Rolle in ihrem Leben. Das gefiel mir gut. Und um diese Zeit herum (etwa nach dem ersten Jahr der Ausbildung), stellte ich mir das Leben in der Arbeitswelt vor.

Damals wusste ich noch nicht, das Kinderpfleger nicht mehr wirklich gesucht werden und Erzieher bevorzugt werden.
Ich malte mir aus, dass ich in etwa einem Jahr fertig ausgelernt sein werde und mir dann eine Stelle suchen kann. Danach würde ich ganz klar ausziehen um endlich meinen eigenen (Frei) Raum zu haben. Eine kleine Wohnung mit Garten  nicht allzuweit weg – das war mein Traum. Ich würde dann täglich frisch kochen, Vorräte selber anlegen, einen kleinen Garten mit Gemüse anlegen, Wege mit dem Fahrrad zurück legen und mich mehr bewegen. Einfach gesünder und bewusster Leben. Ich träumte von großen Reisen mit meinen besten Freunden – mit dem Zug, dem Fahrrad und zu Fuß (damals hatte noch keiner ein Auto). Ich träumte auch von der ein oder anderen großen Reise mit meinen Freunden vielleicht nach London oder so.
So stellte ich mir mein Leben vor. Irgendwann würde dann ein Mann in mein Leben treten und wir würden zusammen in meiner Wohnung wohnen. Kinder stellte ich mir damals auch vor, zwei Stück. Aber sobald die da waren zogen wir in ein Haus – also so wie vermutlich alle Mädels es sich erträumen 😀

Nach der ersten Ausbildung folgte aber keine super Stelle, kein Auszug und auch kein Mann. Ich war dann ein Jahr arbeitslos und machte danach die Erzieherinnen Ausbildung um dann auch noch ein Jahr auf mein Anerkennungsjahr warten zu müssen – nicht perfekt, aber die Zeit wird kommen. Immerhin war ich erst 18 als ich die erste Ausbildung beendete.
Das erste Jahr der Arbeitslosigkeit genoss ich sogar auch irgendwie. Das zweite war schrecklich. Ich wollte an meine Ziele kommen und so ging das nicht.

Während des Anerkennungsjahres griff ich dann den Traum von einer eigenen Wohnung auf und begann zu suchen und die ersten Teile zu kaufen. Es fühlte sich richtig gut an und das beste kam noch: Ich bekam direkt nach dem Anerkennungsjahr eine Stelle! Ich hatte wirklich große Angst in der Zeit, dass ich wieder Arbeitslos werden würde.
Erster richtiger Job, eigene Wohnung und alleine – nicht mein Traum, aber besser als noch zu Hause zu wohnen! Dachte ich jedenfalls. Bis meine Depression ausbrach und mich aus dem Leben und meinen Träumen und Vorstellungen warf. Ab dem Zeitpunkt kämpfte (und kämpfe ich) gegen mich selbst und um jedes Stück Normalität (auch wenn der Begriff weit dehnbar ist). Von der ersten Krise erholte ich mich recht schnell und ging wieder arbeiten und versuchte es noch mal mit dem Leben.
Wie ihr wisst kam dann Krise zwei… die schon etwas anhält. Seit November 2016 bin ich krank geschrieben und war drei Wochen in der Psychiatrie. Wohne seit Januar 2017 wieder bei meinem Vater und versuche wieder zu Kräften zu kommen. Manchmal fühlt es sich so an, als ob der Gedanke sterben zu wollen, meinem Körper alle Kraft genommen hat (vielleicht damit es am Ende schneller geht?).
Viele Menschen, die ich kenne, finden das sie nach der Depression anders sind als vorher. Ich muss zugeben bei mir ist es etwas anders. Zwar habe ich bis jetzt viel über mich selber gelernt und was mir hilft und was nicht, aber ich habe nicht das Gefühl komplett anders zu sein. Viel eher ist es so, dass ich nun wieder langsam ich selber werde. Es ist so als wäre die Depression weit vor der ersten Krise gekommen und hat mich und meine Persönlichkeit ganz ganz langsam und Stück für Stück geändert. Nichts groß, eher sehr kleine Sachen (gehe ich gleich drauf ein). Und nun wo ich gegen die Depression ankämpfe und über sie und mich etwas lerne, fördert dies meine Persönlichkeit zu tage. Man könnte also sagen, dass sie verschüttet war.
Ich weiß nicht ob meine Freunde, Bekannte oder Familie das bestätigen oder dementieren würden, aber für mich fühlt es sich genau so an. Wie gesagt, es sind auch eher kleine Sachen welche aber am Ende das Große Ganze ausmachen. Während der ersten Ausbildung und auch in der Schulzeit davor, war ich ein kleiner Öko. Vegetarierin mit veganen Phasen, Anti Führerschein und Auto. Ich machte mir Gedanken um die Erde und wie ich sie beschützen konnte. Ich überredete meinen Vater Dinge neu zu kaufen, welche Storm oder Wasser sparen konnten. Für jeden Wasserhahn kauften wir Aufsätze welche den Wasserverbrauch senken sollten. Ich führte Klick Stromleisten ein und so weiter. Das machte ich gerne! Ich wollte die Welt retten! Jedenfalls so gut ich konnte.
Ich schrieb auch viele Geschichten, Storylines und Ideen auf. Ganze Welten entstanden in meinem Kopf und irgendwann auch auf Papier. Was ich bildhaft sah versuchte ich zu malen, das andere beschrieb ich so gut ich konnte.
Ich las unglaublich viel. Besuchte regelmäßig die Bibliothek und malte sogar hin und wieder, auch wenn ich das nicht wirklich gut kann! 😀

All das habe ich zum Teil schon Jahre nicht mehr gemacht und bei der ein oder anderen Sache bin ich erstaunt das ich das gemacht und geschafft habe.
Es hörte wie gesagt langsam und schleichend auf bzw begann sich zu verändern. So langsam das ich es jetzt nicht einmal wirklich benennen kann. Aber ich glaube, dass ich nicht mehr in die Bibiliothek ging und allgemein weniger las war so der Anfang. Dann kamen immer weniger Ideen für Geschichten und meine geschriebenen konnte ich nicht beenden. Ich hatte Schreibblockade um Schreibblockade. Obwohl ich sehr gerne schreibe und mir auch einbilde das relativ gut zu können.
Als nächstes folgte aus praktischen Gründen der eigene Führerschein und zwei Jahre später das eigene Auto. Und eigentlich war der Plan es nur zur Schule zu nutzen! Und wie ich gerade alle meine Freunde lachen hören kann bei diesem Satz 😀 Den wer mich kennt weiß: Ich und mein Auto sind überall zusammen und haben schon mehrer 1000 Kilometer zusammen gerissen. Es fühlte sich gut an und machte Spaß und irgendwie war das so ein wenig wie der Anfang vom Ende meiner Öko Bemühungen. Sehr schade. Den aus meinem Interessenslisten ist das Thema nie verschwunden.

Aktuell passiert es mir, dass ich meine alten Interessen wieder entdecke. Oder auch sie mich. Ich habe zuerst das Lesen wieder angefangen, als ich in der Klinik war. Da hatte ich viel Zeit dazu und merkte recht schnell wie sehr es mir selber gefehlt hat. Ich lese jetzt zwar immer noch weniger als vorher, aber das ist okay. Den früher hatte ich weniger Soziales Leben und eben mehr Zeit für Bücher und heute ist es andersherum und ich will nicht meckern!
Seit ich nun bei meinem Vater wohne habe ich das schreiben wieder entdeckt. Nicht nur hier auf dem Blog – nein auch bei Geschichten! Zur Zeit arbeite ich tatsächlich mal wieder an einer Geschichte!  Das ist so unfassbar und war lange Zeit so unvorstellbar für mich selber geworden – umso mehr freue ich mich nun!
Und erst vor einigen Wochen habe ich meinen Aktivismus wieder entdeckt. Diese Welt ist kein so schrecklicher Ort, solange es Menschen gibt die für sie einstehen und das Menschliche schätzen und nicht nur das Geld und die Macht. Ich setzte mich in dem Zusammenhang mit vielen Dingen auseinander wie Foodsharing, Gemüse und Obst Anbau, Feminismus, Sexismus, Rassismus, Politik und dem Wunsch nach einem alternativen Leben.
Durch das beschäftigen mit diesen Themen, habe ich neue bzw andere Wünsche, Vorstellungen und Erwartungen an mein Leben. Und durch die Depression weiß ich nun einiges mehr über mich selber und darüber wer ich eigentlich bin und was ich in dieser Welt tue bzw tun kann, wenn ich wieder volle Akkus habe.

Die Vorstellung wie ich mein Leben führen will hat sich nicht so sehr gewandelt, aber doch schon erkennbar, wie ich finde. Also schreibe ich dazu auch noch was 😀
Im Moment bin ich mir nicht sicher, ob zu meiner Zukunft eine Wohnung gehören wird. Ich bin wirklich fasziniert von der Idee in einem alten Bauwagen oder in einem Wohnmobil zu leben. Mit dem Bauwagen in einer Wagenburg und mit dem Wohnmobil auf der Straße – on the Road.
Genauso gut kann ich mir allerdings vorstellen in einem kleinen Häuschen im Wald zu wohnen und um das Haus herum einen Bauernhof aufzubauen. Dort dann zu leben und sich selber zu versorgen oder zu mindestens ein gutes Stück weit selber zu versorgen. Man könnte also sagen, ich träume vom aussteigen aus der Gesellschaft.
Ich glaube nämlich schon lange nicht das der Kapitalismus die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens ist. Im Gegenteil: Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir damit die Welt zerstören, bevor die Welt uns zerstören kann.
Arbeiten würde ich dennoch. In Teilzeit oder als Aushilfe. Mit weniger Leben und mehr vom Leben haben, klingt das nicht wunderbar?
Na gut vermutlich nicht für jeden. Aber für mich schon. Das wäre so ein kleiner Traum von mir. Richtig aussteigen muss auch nicht sein, aber minimalistischer  werden. Weniger brauchen – mehr machen und mehr leben.

Eigentlich sollte dieser Eintrag meine unterschiedlichen Lebensvorstellungen behandeln. So wie ich mit etwa 17-18 Jahren gedacht habe und so wie ich heute mit 25 Jahren denke. Der Text wurde dann doch etwas ausführlicher, wie ihr sicher gemerkt habt. Aber all das muss von meiner Seele runter um leichter und freier werden zu können.
Danke fürs Lesen! ❤

Ein klein wenig Stolz

Heute bin ich wirklich ein wenig stolz auf mich.
Seit Wochen habe ich aufgeschoben, was ich heute gemacht habe. Die Gründe waren vielfällitg, besonders da es zwei Bereich trifft.
Zum einen habe ich bei ein paar Ärztin angerufen. Das ist für mich eine mega Leistung! Ich hasse telefonieren nämlich- Es geht so weit, dass ich sogar regelrecht Angst davor habe. Immerhin könnten die anderen mich nicht verstehen oder ich sie! Das wäre doch mega peinlich, oder? Schlimm finde ich es auch, wenn man gleichzeitig mit der Person am anderen Ende spricht! Da versteht ja keiner was! Und da ich bei Ärzten angerufen habe, kommt noch die Angst davor nicht „krank“ genug zu sein, wenn mann zum Beispiel nur mit seinem Hausarzt reden möchte und die Zukunft besprechen möchte weil noch viel ansteht. Ja ja danke Kopf dafür!
Anrufe sind und waren schon immer nicht leicht für mich, aber seit ich sowieso angeschlagen bin mental, ist daraus eine richtige Angst geworden. Ich bereite mich mental jedesmal auf den Anruf vor. Überlege mir gut, was ich sagen und was ich will. Dann atme ich ein paar Mal tief durch und wähle und lass es klingeln. Und dann fängt mein Herz jedes Mal an zu rasen und ich muss auf meine Atmung achten um nicht ohnmächtig zu werden.
Natürlich bin ich danach jedes Mal ziemlich stolz auf mich – aber das davor ist einfach die Hölle für mich und wird noch länger ein Kampf für mich sein. Dafür sind die Erfolge damit umso größer und erfreulicher.
Kämpfen lohnt sich immer !

Punkt Nummer zwei, welchen ich heute erledigen wollte und auch musste: Den Vorratsschrank aufräumen.
Seit 3 Monaten wohne ich bei meinem Vater. Er hat den Umzug für mich gemacht – und eben alles eingepackt was er in der Wohnung gefunden hat und was er nicht für Müll erachtet hat. Leider wollte ich aber für den Umzug noch viel aussortieren, da sich sehr viel Müll angesammelt hat in fast jedem Bereich. Die Sachen die bei meiner Schwester lagern, habe ich aufgeräumt und aussortiert und mir auch einen Überblick verschafft. In meinen neuen kleinen Zimmer habe ich ebenfalls alles aussortiert und aufgeräumt.
Aber meine Lebensmittel, welche sich etwas halten, waren bis heute noch in Kartons bei meinem Vater in der Küche und im Wohnzimmer. Die habe ich jetzt aufgeräumt und aussortiert und werde das nicht mehr benötigte verschenken (Stichwort: Foodsharing). Was länger als 1 Jahr abgelaufen ist, das kommt direkt weg.
Und da die Sachen ja irgendwo hinmüssen, habe ich den Vorratsschrank in der Küche ausgeräumt, geputzt und sortiert und wieder eingeräumt. Ordentlich aber faul, so das Urteil meines Vaters (der gemütlich gefuttert hat während ich geputzt habe 😀 ).

Was mich noch sehr stolz über mich an diesem Tag macht ist die Tatsache, dass ich heute morgen nicht aus dem Bett gekommen bin. Ich lag bis 14.30 im Bett und habe nichts gemacht. Und nein ich bin nicht einfach faul, ich kam einfach nicht hoch und in Schwung. Mein Körper wurde von einer Art bleiernden Schwere aufs Bett gedrückt. Sich dagegen zu wehren ist wirklich schwer. Manchmal ist es gar unmöglich.
Heute ist also mein Tag – auch wenn ich nicht draußen war 🙂

Die Zukunft und die Angst

Ich weiß mein Blog ist öffentlich.
Ich weiß auch das eine Kollegin von mir diesem Blog folgt.
Ich weiß auch, dass es im Internet bleibt wenn es mal da ist.
ABER ich muss das aufschreiben, es raus lassen und mich mitteilen. Es ist wie ein Tagebuch, wie Therapie. Es hilft mir einfach.

Worum geht es?
Es geht um das Thema Arbeit.
Ich bin von Beruf Erzieherin. Ich arbeite mit Kindern von 2 bis 6 Jahre. Ich habe seit ich 16 bin beruflich dahingearbeitet. Habe zwei Ausbildungen in diesem Bereich gemacht und ein geniales Anerkennungsjahr hinter mich gebracht.
Tatsächlich nahm ich lange an, dass Erzieherin mein absoluter Traumberuf ist. Ich gebe zu: Ich liebe Kinder und entdecke gerne mit ihnen zusammen die Welt. Es ist ein spannender, abwechslungsreicher und anstrengender Job. Und gleichzeitig ist es einer der schönsten Beruf die ich mir vorstellen kann. Aber ob es noch mein Traumberuf ist? Das weiß ich einfach nicht mehr.
Seit die Depression ausgebrochen ist und ich in der zweiten Krise war, bin ich mir nicht mehr sicher. Ich merke das ich nicht mehr so belastbar und geduldig bin – wichtige Eigenschaften für diesen Beruf wie ich finde. Ich weiß auch nicht ob das wiederkommt oder für immer gegangen ist. Menschen sind nach einer Depressionen nicht mehr die gleichen.

An und für sich würde ich gerne zurück in den Beruf, allerdings liegt da dann der nächste Stolperstein.
Ich und meine Arbeitsstelle passen nicht wirklich zusammen. Ich bin bei einem Träger, dessen Ideen ich nicht vollkommen zustimme. Am Anfang dachte ich nicht, dass dieser Punkt meine Arbeit beeinflussen würde. Würde es vielleicht auch nicht, wenn meine Einrichtung nicht neu wäre und nach einem neuen Konzept arbeitet.
Neu eröffnet und ein neues Konzept, sind große Stressfaktoren – das ist ganz klar. Dazu noch Streitigkeiten bzw Spannungen im Team und Eltern den auf der einen Seite alles egal ist und auf der anderen Seite Eltern die nur das beste wollen. Wie soll man da durchhalten? Es ist mir ein richtiges Rätsel, das dort noch Menschen arbeiten können. Ich kann es mir absolut nicht vorstellen dort wieder zurück zu kehren. Und das obwohl ich im Moment recht stabil bin und die guten Tage langsam die Überhand übernehmen.

Die Frage ist also: Was nun? Wie geht es weiter?
Ich weiß es einfach nicht. Wirklich ich habe keine Ahnung. Auf der einen Seite denke ich: Ich kann dort nicht arbeiten! Auf der anderen Seite allerdings möchte ich nicht einfach gehen und die Kinder dieses Jahr auch zu Ende begleiten. Allerdings habe ich davon sowieso schon sehr viel verpasst…
Und dann wäre natürlich auch die wesentlich grundlegendere Frage: Möchte ich in diesem Beruf bleiben?
Alt werden in diesem Beruf konnte ich mir eh nicht vorstellen. Schließlich geht der Beruf sehr auf die Knochen und der Körper und die Anforderungen werden immer zwiespältiger. Also einfach was neues machen? Eine neue Ausbildung? Oder einfach Quereinsteigen? Und falls eins von diesen Dingen: In welche Richtung soll es gehen?
Sozial bin ich schon immer gewesen, aber ich denke im sozialen Bereich auch wirklich zu arbeiten geht mir sehr auf die Pysche. Ich mache oft die Probleme andere Menschen zu meinen. Ich bin sehr sensibel und das macht mein Leben schwer. Aber ganz ohne andere Menschen arbeiten? Nur am PC oder nur in einer Lagerhalle? Auch nicht wirklich vorstellbar.
Ich bin gerne kreativ… da gibt es auch ein paar Berufe, allerdings bin ich nicht wirklich gut in dem was ich da mache. Ich kann gut Geschichten schreiben, aber wie wahrscheinlich ist es das man davon leben kann? Diese Frage spielt im kreativen Sektor eh eine große Rolle: Verdient man genug zum leben?
Ich koche auch gerne. Allerdings würde ich nie Fleisch oder Fisch zubereiten und probieren wollen. Bäcker habe ich hospitiert, ich kann mit meinem Übergewicht nicht so lange stehen.
In Mathe war ich nie gut. Meine beste Freundin sagte mir ich sei sowieso zu sensibel für den Einzelhandel. Und wenn ich ihren und den Geschichten meiner Schwester lausche…. dann hat sie ziemlich sicher recht!
Bleibt da überhaupt was übrig? Jetzt mal ehrlich. Ich meine sowas wie Arzt oder Bestatter kann ich auch nicht – zu sensibel. Putzen könnte ich wohl. Das würde gehen, aber davon leben geht auch nur wenn ich gleich eine Firma aufmache UND wenn die dann auch noch gut läuft. Und obwohl ich blogge und schon ein paar Videos bei Youtube habe, möchte ich kein Internet Star sein- berühmt sein ist so ziemlich der größte Mist! Mal ehrlich da geht man doch erst recht kaputt. Vielleicht im Garten? Auf Dauer auch zu körperlich und mit dem Handwerk habe ich es leider nicht so.
Möchte mich nicht jemand dafür bezahlen einfach ich zu sein?
Ich gebe mich auch mit 2.000 Brutto zu frieden 😀

Eine Idee habe ich noch. Eigentlich wollte ich den Post schon beenden, aber dann fiel mir das ein: Ich könnte Bibliothekarin werden. Auch wenn ich dann Angst hätte, arbeitslos zu werden auf Grund der Modernisierung. Aber dieses Risiko gibt es ja nun einmal in jedem Beruf.
Ich bin 25 Jahre alt und fühle mich wieder wie mit 15 als ich so was von Ahnungslos war und total überfordert mit der Suche nach einem Beruf für mich. Hoffentlich verfalle ich nicht alle 10 Jahre in ein solches Dilemma.
Geht es noch wem so?

Hoch und Tief, das Leben mit Depressionen

Oh ja, ich weiß es wohl selber: Schon wieder ein Bericht über Depressionen.
Aber ich habe es ja angekündigt und es hilft doch recht gut, wenn ich meine Gedanken, Sorgen und Ängste aufschreibe.

Aktuell schreibe möchte ich über meinen letzten Monat schreiben.
Am Anfang des Februars war ich richtig gut drauf. Ich verbrachte viel Zeit mit Freunden und Familie und schaffte einige Sachen, welche ich lange nicht mehr gemacht habe, wie zum Beispiel eine andere Stadt besuchen.
Obwohl ich zu der Zeit kein Geld hatte, weil die Krankenkasse eine Lücke in meiner Versicherungslaufbahn festgestellt hat und ich mich noch sehr schwach fühlt, wenn ich nur Spazieren war, hatte ich eine echt gute Zeit! Es gab sogar Tage an den ich mich fragte: Warum bist du eigentlich noch krank geschrieben? Ein bisschen Sport um den Körper wieder zu stärken und ab zur Arbeit!
Zum Schluss dieser Phase war ich sogar in der Lage anderen Menschen mit einem ähnlichen Problem zu helfen. Ich versuchte für zwei Freunde dazu sein, die gerade keine so gute Zeit durchlebten. Schrieb viel mit ihnen und die eine begleitete ich zur Ambulanz, damit sie mal mit einem Profi reden kann. Es half ihr und ich freute mich darüber. Wir verbrachten in dieser Woche viel Zeit miteinander und teilten Sorgen und Kummer. Für die andere versuchte ich mehr per Whatsapp da zu sein.
Dieses gute Gefühl, diese Freiheit hielt ziemlich genau zweieinhalb Wochen.
Seit ca 1 Woche wird mir wieder alles zu viel. Na gut nicht alles. Aber vieles. Morgens aus dem Bett zu kommen ist schwer für mich, ich stelle mir einen Wecker, schlage ihn aus und schlafe noch zwei Stunden. Dann kann es sein das ich mal aus dem Bett krieche.
Heute zum Beispiel habe ich es nach über einer Woche geschafft, meine Wäsche zu waschen und die Toilette zu reinigen – wuhu ! Welch ein Erfolg. Und dennoch habe ich heute ganz besonders das Gefühl das …. ja was eigentlich? Es ist nicht direkt das diese schwarze Wolke der Depression wieder da ist – nein davon bin ich noch relativ weit entfernt. Aber ich habe das Gefühl wieder sehr langsam und schleichtend die Kontrolle über mich und alle Erfolge zu verlieren. So als würde ich in einem Monat wieder daran denken alles zu beenden – obwohl ich auch davon aktuell noch sehr weit entfernt bin! Vielleicht trifft es, wenn ich sage ich kämpfe mit meinen Ängsten von der Zukunft und auch mit meinen Ängsten vor einem neuen Tiefpunkt.

So wie es jetzt ist, kenne ich das ganze noch nicht.
Diese Gefühle sind neu. Eine reine Angst vor etwas ist es nicht, aber es trifft es vielleicht am besten. Und jetzt zerdenke ich wieder alles. Ich zerdenke meine Zukunft, mein jetziges und verganges Ich, meinen beruflichen Werdegang und auch meine Beziehungen zu anderen Menschen. Obwohl mein aktives Bewusstsein sagt: Alles gut! Ich weiß nicht was da abgeht!
Na toll und wenn mein aktives Bewusstsein es nicht weißt, dann weiß es vielleicht mein Unterbewusstsein. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Ohne Antwort zerdenke ich einfach alles weiterhin und stelle mir für die nächste Woche einen leichteren Wochenplan auf. Flexible Zeiten und mehr Zeit für mich und leichte Bewegungsübungen.
Mal sehen wie es danach ist. Vielleicht bin ich gerade auch einfacher streng zu mir, als es gut für mich wäre. Meine ganzen Wecker erinnern mich darin Dinge zu machen  und ich ignoriere sie und fühle mich danach echt kacke. Das macht einfach keinen Sinn und nicht glücklich.
Also probiere ich es mit Locker bleiben. Sanfter zu mir sein.