Hoch und Tief, das Leben mit Depressionen

Oh ja, ich weiß es wohl selber: Schon wieder ein Bericht über Depressionen.
Aber ich habe es ja angekündigt und es hilft doch recht gut, wenn ich meine Gedanken, Sorgen und Ängste aufschreibe.

Aktuell schreibe möchte ich über meinen letzten Monat schreiben.
Am Anfang des Februars war ich richtig gut drauf. Ich verbrachte viel Zeit mit Freunden und Familie und schaffte einige Sachen, welche ich lange nicht mehr gemacht habe, wie zum Beispiel eine andere Stadt besuchen.
Obwohl ich zu der Zeit kein Geld hatte, weil die Krankenkasse eine Lücke in meiner Versicherungslaufbahn festgestellt hat und ich mich noch sehr schwach fühlt, wenn ich nur Spazieren war, hatte ich eine echt gute Zeit! Es gab sogar Tage an den ich mich fragte: Warum bist du eigentlich noch krank geschrieben? Ein bisschen Sport um den Körper wieder zu stärken und ab zur Arbeit!
Zum Schluss dieser Phase war ich sogar in der Lage anderen Menschen mit einem ähnlichen Problem zu helfen. Ich versuchte für zwei Freunde dazu sein, die gerade keine so gute Zeit durchlebten. Schrieb viel mit ihnen und die eine begleitete ich zur Ambulanz, damit sie mal mit einem Profi reden kann. Es half ihr und ich freute mich darüber. Wir verbrachten in dieser Woche viel Zeit miteinander und teilten Sorgen und Kummer. Für die andere versuchte ich mehr per Whatsapp da zu sein.
Dieses gute Gefühl, diese Freiheit hielt ziemlich genau zweieinhalb Wochen.
Seit ca 1 Woche wird mir wieder alles zu viel. Na gut nicht alles. Aber vieles. Morgens aus dem Bett zu kommen ist schwer für mich, ich stelle mir einen Wecker, schlage ihn aus und schlafe noch zwei Stunden. Dann kann es sein das ich mal aus dem Bett krieche.
Heute zum Beispiel habe ich es nach über einer Woche geschafft, meine Wäsche zu waschen und die Toilette zu reinigen – wuhu ! Welch ein Erfolg. Und dennoch habe ich heute ganz besonders das Gefühl das …. ja was eigentlich? Es ist nicht direkt das diese schwarze Wolke der Depression wieder da ist – nein davon bin ich noch relativ weit entfernt. Aber ich habe das Gefühl wieder sehr langsam und schleichtend die Kontrolle über mich und alle Erfolge zu verlieren. So als würde ich in einem Monat wieder daran denken alles zu beenden – obwohl ich auch davon aktuell noch sehr weit entfernt bin! Vielleicht trifft es, wenn ich sage ich kämpfe mit meinen Ängsten von der Zukunft und auch mit meinen Ängsten vor einem neuen Tiefpunkt.

So wie es jetzt ist, kenne ich das ganze noch nicht.
Diese Gefühle sind neu. Eine reine Angst vor etwas ist es nicht, aber es trifft es vielleicht am besten. Und jetzt zerdenke ich wieder alles. Ich zerdenke meine Zukunft, mein jetziges und verganges Ich, meinen beruflichen Werdegang und auch meine Beziehungen zu anderen Menschen. Obwohl mein aktives Bewusstsein sagt: Alles gut! Ich weiß nicht was da abgeht!
Na toll und wenn mein aktives Bewusstsein es nicht weißt, dann weiß es vielleicht mein Unterbewusstsein. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Ohne Antwort zerdenke ich einfach alles weiterhin und stelle mir für die nächste Woche einen leichteren Wochenplan auf. Flexible Zeiten und mehr Zeit für mich und leichte Bewegungsübungen.
Mal sehen wie es danach ist. Vielleicht bin ich gerade auch einfacher streng zu mir, als es gut für mich wäre. Meine ganzen Wecker erinnern mich darin Dinge zu machen  und ich ignoriere sie und fühle mich danach echt kacke. Das macht einfach keinen Sinn und nicht glücklich.
Also probiere ich es mit Locker bleiben. Sanfter zu mir sein.

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3 Gedanken zu “Hoch und Tief, das Leben mit Depressionen

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