Lange Zeit und immer mal wieder hatte ich das Gefühl alleine zu sein.
Als Kind war ich das einzige Kind was mehr wog.
Als Teenie war ich das einzige Kind das seine Mutter verloren hat.
Als Erwachsen, mit Depressionen bin ich NICHT mehr alleine.

Mittlerweile kenne ich auch Menschen die ihre Mutter verloren haben, aber als es akut war und ich damit umgehen musste kannte ich niemand in meinem Alter der nur noch bei einem Elternteil aufwuchs.
Seit es mir schlecht geht wegen meiner Depression konnte ich mich immer an jemanden wenden. Ganz am Anfang als es anfing wusste und konnte ich mich an meine beste Freundin wenden. Ich wusste durch eine andere Person, dass sie damals an Depression litt als wir uns noch nicht so nah waren.  Sie tat nicht viel außer mir beizustehen und mir schöne Momente voller Wärme und Licht zu spenden (danke dafür <3). Sie verstand worum es ging und zeigte mir das es Wege raus gab. Erzählt mir von ihren Erfahrungen mit Antidepressiva und Psychotherapie – das ermutigte mich und ich schaffte es mir Hilfe zu suchen.
Als es dann soweit war und ich zum Hausarzt gegangen bin um mir helfen zu lassen, wollte ich es erst alleine schaffen. Doch dann überwiegte die Nervosität und ich bat die beste Freundin meiner Schwester um Hilfe von der ich auch wusste, dass sie so mit Mentalenproblemen zu kämpfen hatte. Sie lenkte mich ab und hielt mir Händchen während ich erzählte was mich belastet und klein macht. Das war nicht einfach und ein sehr hilfreicher und intimer Moment (danke dafür ❤ ).
Danach traf ich meinen Psychologen in der Ambulanz, von dem ich nun 1 Jahr später immer noch behandelt werde, der ein Anker für mich geworden ist auf dieser professionellen Ebene. Auch als die zweite Krise aufkam bin ich nicht erst zu meinem Hausarzt gegangen sondern gleich zu ihm. Er hilft mir auf der professionellen Ebene weiter und ich kann ihm alles sagen und manchmal bekomme ich von ihm auch einen Dämpfer verpasst.

Während der Zeit in der Psychiatrie habe ich dann noch einige Menschen kennengelernt, die mit mir und meiner Depression noch einmal ganz anders umgehen. Sie kennen das selber sehr gut, sind noch zum Teil darin und kämpfen mit noch zum Teil noch mehr mentalen Problemen.
Mit ihnen kann ich zwar genauso offen reden wie mit meinen anderen Freunden, aber ich erhalte ein anderes Echo. Kein schlechteres oder besseres , einfach ein anders. Und auch die Tatsache von den Tiefpunkten genau dieser liebgewonnenen Menschen zu erfahren, stärkt einen auf eine seltsame Art und Weise. Man merkt einfach wieder ein Stück mehr, dass man nicht alleine ist mit seinem Denken und Handeln (Danke das ich euch kennenlernen durfte ❤ ).

Bei meinem Vater und meiner Schwester sieht die ganze Sache etwas anders aus. Sie hatten bis jetzt kaum Berühungspunkte zu Menschen mit einem Mentalen Problem / Erkrankung.
Meine Schwester hat sich zwar ein Buch zum Thema geholt, ließt es aber nicht und haut zwischendurch Dinge raus, welche ich anderen Menschen echt übel nehmen würde. Das gleiche gilt übrigens für meinen Vater. Beide aber geben sich Mühe und versuchen zu verstehen was mit mir los ist. Mit ihnen darüber zu sprechen ist nicht wirklich leicht für mich. Ich weiß auch warum: Wir haben nie wirklich über Gefühle oder ähnliches gesprochen, wenn dann meine Schwester und ich untereinander. Wieso das so gekommen ist, weiß ich heute nicht mehr.
Dennoch versuchen die beiden da zu sein für mich da zu sein (danke dafür ❤ ).

Nicht allein zu sein und unterstützt zu werden ist ein gutes Gefühl. Einsamkeit und alleine sein, sind die besten Freunde der Depression. Kommen natürlich vor, aber man weiß einfach das man nicht alleine ist und sich immer an jemanden wenden kann.

Danke das ihr da seit meine Lieben ❤

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