Die letzte Woche hat mir einiges abverlangt. Zu viel, wie mir nun klar wird.
Ich war bei vielen Ärzten, war unterwegs mit Freunden und habe mit meinen körperlichen Schmerzen zu kämpfen. Heute wurde ich in die Kiene gezwungen von meinen Depressionen.
Ich lag heute lange wach im Bett, ohne etwas anders zu machen als an die Decke oder auf mein Handy zu starren. Für so zwei oder drei Stunden, bis ich dann aufgestanden bin um zu frühstücken nur um mich dann anschließend wieder ins Bett zu legen. Wieder die Decke anstarren für ein oder zwei Stunden. Um 15 Uhr kam ich aus dem Bett, stieg unter die Dusche und verließ das Haus. Frustshopping.

Aber wie konnte es so weit kommen?
Es fing am Montag an. Ich hatte einen Termin bei meinem Psychologen und wurde dort direkt überrascht. Er sprach von der Wiedereingliederung in den Beruf, in meine alte Arbeitsstelle.Das war ein ziemlicher Schlag. Er sprach auch davon, dass der Medizinische Dienst sich an ihn gewendet hat. Er sieht mich auch viel entspannter, seit zweiTreffen und könnte sich das gut vorstellen. Ich war und bin mir unsicher. Er bat mir an, dass falls es scheitern sollte, er mir ein Attest für das Arbeitsamt schreibt, dass ich dort nicht länger würde arbeiten können. Damit ich zwar selber kündigen könnte, aber keine Abzüge bekomme.
Ich willigte ein, fuhr zur Krankenkasse und erzählte es dort meine Betreuerin, die sich sehr überschwänglich freut und meine die Kinder würden das sicher auch. Würden sie vermutlich sogar, wenn ich etwas davon wüssten. Danach erzählte ich meinem Vater davon, der ich auch freute und der Meinung war und ist: Irgendwann muss ich ja mal wieder anfangen. Schließlich ist es ja normal zu arbeiten, macht ja jeder. Und ich würde es sehr gerne wieder können. Ich wäre sehr gerne dazu in der Lage arbeiten gehen zu können, meine Gefühle im Griff zu haben, meinen Pflichten und Aufgaben nachzukommen und einfach zu leben.
Doch ich kann nicht.

Aber zum Glück war es ja nicht das einzige was diese Woche auf mich zu kam. Ich war bei meiner Schwester in der Wohnung und empfing dort die Menschen von der Wohnungsgessellschaft. War also den ganzen Tag in Anspannung. Ich schlief dann bei ihr und machte nicht viel. Traf mich  mit einer Freundin und erlebte den nächsten Schlag: Eine andere Freundin hatte ihr erzählt, dass ich fies über sie gesprochen hätte. Wir haben das beredet, ich habe ihr meine Sicht der Dinge erzählt und das auch wirklich ehrlih, dann am nächsten Tag hat sie mit der anderen Freundin gesprochen und die erählte fast genau das Gegenteil. Na herrlich.  Aber das trifft mich nicht weil ich mich mit ihr ausgesprochen habe und die andere un endgültig für mich gestorben ist ist.

Und weil ich in der Klinik besprochen wurde, dass ich mich mehr um mich kümmern sollte, hatte ich diese Woche auch zwei Termine beim Arzt. Einmal musste ich zum Zahnarzt und dann zum Hausarzt.
Ich gehe wirklich nicht gerne zu Ärzten, ich habe schlechte Erfahrungen gemacht. Oft wurde mir nicht wirklich geglaubt oder ich wurde falsch behandelt was zu mehr Schmerzen führte (das betrifft vor allem meinen alten Zahnarzt). Also schiebe ich besonders gerne den Zahnarzt auf. Nun war ich dort. Ich habe seit fast einem Jahr einen offenen Zahn, weil ich mich nach erfolgreicher Wurzelbehandlung und provisoriischem Verschließen nicht mehr darum kümmern konnte. Die Depression nahm mich einfach zu sehr ein.  Ich war die Woche nun da und trtz einens Termines wurde ich von einer anderen Ärztin behandelt, welche mich anmeckerte und meinte ich müsste den Notfallzahnarzt in Zukunft selber zahlen, da ich nicht regelmäßig zum Zahnarzt gehe. Ich war so sprachlos. Mir fehlten wirklich die Worte, jedenfalls nachdem ich die letzten Monate mit meiner Depression erklären wollte und sie mir einfach über den Mund fuhr. Zu meinem großen Glück war die Zahnarzthelferin sehr lieb und meinte ganz freundlich : Sie sehen es ja wenigstens ein 🙂
Zu allem Übel bekam ich nur wieder ein Provisorium, da die Ärztin meinte, dass die Behandlung vom eigentliche Zahnarzt gemacht werden sollte (hat sie ja auch recht, aber ich hatte einen Termin):
Dann war es vorbei für mich: Ich stieg in mein Auto und heulte für eine halbe Stunde mindestens. Ich konnte nicht mehr. Das war einfach zu viel. Ich wollte mir etwas gutes tun und mich um mich kümmern und sorgsam zu mir sein und wurde dabei so behandelt. Der Tag war im Eimer. Der zweite Besuch beim Hausarzt machte es dann kaum besser. Er zeigte zwar viel Verständnis und gab mir die Überweisung und Hilfe und Tipps, welche ich brauchte, aber bei ihm wurde mir auch eins klar: Ich komme in meiner Behandlung nur mehr schlecht als recht voran. Nach den ersten Gesprächen mit Therapeutin war und bin ich zu demotiviert um neue Versuche zu wagen. Ich trete auf der Stelle und anstatt es besser wird, wird es nur schlimmer.

Und heute morgen dann das alte Spiel: Wann stehe ich auf? Stehe ich überhaupt auf? Lohnt es sich?
Und da man mir offenbar nicht Ansicht wie gut es mir geht, kam dann auch noch mein Vater rein und meinte: Willst nicht mal wieder aufräumen?!
NEIN ICH LEBE IMMER NOCH GERNE IM DRECK – GOTTVERDAMMTE KACKE!!!!
natürlich würde ich gerne aufräumen, ich würde auch sehr gerne einen geregelten Tagesablauf haben und lieben gerne würde ich wieder arbeiten, anstatt hier zu sitzen und nur darüber zu schreiben. Aber ich kann nicht.
Bevor das hier jetzt zum ultimativen Downphasen Post wird, schreibe ich lieber noch das gute auf. Nach dem ich meine Zeit im Bett verbracht habe, bin ich wie schon gesagt raus gegangen. Ich war spazieren und einkaufen. Habe mich umgeguckt und die Seele baumeln lassen. Habe mich ausgepowert. Zwar habe ich davon Kopfweh bekommen, aber nun ja gegen die anderen Tage war das echt das kleinste Unglück. Und das beste passiert gerade jetzt: Ich habe genug Kraft und Energie diesen Post zu schreiben. Oft möchte ich in Downphasen zwar schreiben, aber bekomme es schlussendlich nicht hin. Besser geht es mir nicht wirklich. Aber ich habe alle Gefühle ausgelebt und trotzdem gelebt und das macht mich stolz !  🙂

Liebe Menschen wollte und konnte ich nicht wirklich an mich heran lassen, aber dank Whatsapp waren sie bei mir mit dem von mir gewünschten Abstand, aber doch präsent genug um mir helfen zu können . Ich liebe die Technik von heute ❤

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