Mein Bett und die Hassliebe

Während meiner depressiven Episoden spielte mein Bett die Hauptrolle in meinem Leben, denn ich lag die meisten Stunden des Tages in eben diesem.
Warum wird sich der ein oder andere fragen, habe ich mich auch. Warum wurde das Bett zu dem magischen Ort der Zuflucht? Warum konnte ich nichts anders mehr machen als im Bett liegen, schlafen, essen und aufs Klo gehen. Fertig, das war ein Tag in meiner depressiven Episode, jedenfalls nach dem ich krank geschrieben wurde.

Als Mensch mit Depressionen ist das Bett der Zufluchtsort schlechthin, auch wenn einige auf das Sofa ausweichen (was ich aber auf Grund der kleinen Couch die ich hatte nie gemacht habe). Mein Körper hat in diesen Zeiten kaum Kraft mehr etwas zu machen. Alles ist sehr anstrengend – aufstehen und gehen sind unglaubliche Kraftakte die man nicht oft leisten kann. In meinem Fall war es oft so, dass ich die Kraft erst dann aufbringen konnte, wenn mein Körper wirklich danach geschrien hat, weil ich Essen musste oder auf die Toilette.
Es fehlte mir also sehr oft die Kraft das Bett zu verlassen. Was allerdings nicht bedeutet, dass ich zur Erholung oder Entspannung im Bett gelegen habe. Das pure Sein war mehr als das was ich zu dieser Zeit noch leisten konnte. Hin und wieder konnte ich das Handy bedienen, aber sehr oft schlief ich mitten am Tag einfach wieder ein. Aber auch erst dann, wenn ich vor Erschöpfung nicht anders konnte. Ich bin also erschöpft gewesen vom nichts tun. Kennt vermutlich der ein oder andere für einen oder zwei Tagen, allerdings hält sich der Zustand bei Depressionen über Wochen oder sogar Monate. Diese Zeit des im Bett verfeilen, nichts tun außer zu denken, diese Zeit nenne ich selber oft „das Loch“.
Denn genauso fühlt man sich. Wie in einem Meilen weitem tiefen Loch, aus dem es kein entkommen gibt – denkt man zu mindestens. Das ist natürlich quatsch, aber wenn man in dieser Situation ist fühlt man es nicht anders. Die Gedanken sind voll von Zweifeln, Qualen und Selbstbeschuldigungen. Ich habe angefangen mich für diese „Faulheit“ fertig zu machen. Das sei ja nicht „normal“. Ich schämte mich für dieses Verhalten und dafür das ich deshalb Freunden und Familien absagte. Aber wie hätte ich es sonst schaffen soll mich selber fertig zu machen, rum zu liegen und die Welt um mich herum auszusperren? Genau das wäre mit einem sozialen Leben nicht möglich gewesen. Deshalb habe ich das gleich mal gelassen – wird ja sonst nur noch anstrengender!

Wie man sich gut vorstellen kann, war darauf hin das Aufräumen und Sauber halten meiner Umgebung nicht mit Priorität verbunden. Allerdings habe ich schon mehrfach über die Vermüllung meines Lebens in dieser Zeit geschrieben und möchte an dieser Stelle nicht wieder darauf herumreiten.

Heute habe ich diese Phasen auch immer noch.
Allerdings kann ich mittlerweile besser damit umgehen. So kann ich zum Beispiel fühlen wann diese Phasen wieder auftreten, denn meistens sind sie ein Zeichen für Überforderung und einfach zu viel Anforderungen sei es aus dem privaten, geschäftlichem, beruflichen oder körperlichem. Am schlimmsten wird es, wenn ich einige Termine mit Freunden, Arzttermine und Termine mit körperlicher Aktivität innerhalb von 5 Tagen habe. Dann bin ich meistens fix und alle und auch irgendwie leer und brauche einen Tag oder auch mal zwei Tage „Urlaub“.
Urlaub bedeutet dann nicht, dass ich weg fahre und die Seele baumeln lasse am Meer. Es bedeutet, dass ich meine Termine verschiebe, Absage oder einfach ausfallen lasse. Den Wecker ausstelle und so lange schlafe bis ich von alleine wieder wach werde. Sport oder andere Arten von Bewegung lege ich flach. Ich verbringe den größten Teil dieses Tages in meinem Bett. Allerdings und das ist der große Unterschied : Ich stehe auf. Mache eine Sache, welche ich machen muss. Das kann duschen, putzen, kochen oder lesen sein. Hauptsache ich mache etwas mehr als im Bett liegen. Ich will mich ja schließlich erholen und nicht in meiner Depression versinken.
Einen Tag nehme ich also Urlaub, gebe mich ein wenig meiner Depression hin und am nächsten Tag nehme ich mir wieder mehr vor oder hole einen Termin oder eine Verabredung nach. Dieser eine Tag ist nicht festgelegt. Manchmal brauche ich ihn einmal die Woche, manchmal einmal in zwei Wochen. Schön wäre es, wenn dieser Tag sich dann irgendwann auf einmal im Monat einpendelt.
Wichtig ist: An den anderen Tagen schone ich mich auch und suche gezielt nach Entspannung. Ich probiere jeden Tag das Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung zu finden – wie man das eben so macht am Tag. Die meisten Menschen unterbewusst, aber ihr tut das! 😛
Und nein ich nehme diesen „Urlaubstag“ nicht als ein scheitern der Woche an. Ich sehe es eher so, dass es vollkommen in Ordnung ist, wenn die Welt einem zu viel wird – jedenfalls wenn man (ich) noch krank ist. Der Plan ist diese Tage weniger werden zu lassen und dafür etwas „erfolgreicher“ an den anderen Tagen zu werden.

Zur Zeit bin ich erkältet… das wirft mich ganz schön zurück in dieser Planung. Allerdings zähle ich das nicht bzw lasse mich davon nicht runter ziehen. Was machen die anderen Menschen, wenn sie erkältet sind? Richtig krank sein, im Bett liegen und gesund werden und genau das darf ich auch, denn nun bin ich auch noch körperlich krank.

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Ordnung und die gute Wirkung auf mich

Ich habe ja im vorletzten Post bereits geschildert, wie Unordnung die depressive Spirale in Gang gebracht hat bzw. das es für mich eine Art Anfang vom Ende ist.
Nun ist der Umkehrschluss ja das Ordnung mir gut tut. Klar macht Sinn und ist auch in der Tat so, allerdings bemerke ich im Moment auch, dass ich weiter gehen muss als „nur“ Ordnung halten.
Schon einmal habe ich das Trendwort „Minimalismus“ in einem Eintrag gebraucht. Seit dem habe ich mich viel mit dem Thema beschäftigt. Videos und Blogs dazu betrachtet und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Reduzierung meines Besitzes mir ebenfalls gut tut. Das hat gleich mehrer Gründe. Zum einen habe ich durch weniger Sachen gleich schon mehr Ordnung bzw. es kann einfach nicht so viel durcheinander geraten. Warum soll ich Dinge aufbewahren die ich vielleicht irgendwann mal brauche? Oder die ich nur einmal im Jahr brauche? Oder im schlimmsten Fall gar nicht mehr brauche! Gerade mein Kleiderschrank und meine Kosmetikecke waren da für mich gute Beispiel. Beides habe ich mittlerweile aufgeräumt und vieles konnte weg, wer braucht denn bitte mehr als ein Mascara? Oder mehr als zwei – drei Rouge töne? Niemand, außer vielleicht man ist Beauty Youtuberin Hauptberuflich. Dann würde ich ein Auge zu drücken. Ich hatte zum Beispiel auch viele lose Lidschatten – höchstens zwei oder drei mal probiert, aber die meiste Zeit ungenutzt. Und viele Farben durch meine drei guten Paletten hatte ich dann eh doppelt oder dreifach. Also kamen die losen Lidschatten weg.  Und so habe ich mir jede Kategorie meiner Beauty Ecke vorgenommen. Bis auf meine Lippenstifte, die ich einfach liebe und super gerne benutzt, habe ich das meiste jetzt nur ein oder höchstens drei mal noch da (make up und rouge drei mal ich das selten so schnell leer mache wie der Sommer oder Winter kommen.).
Das war anstrengend, witzig, aber auch befreiend und es beflügelte mich dazu auch meinen Kleiderschrank anzugehen. Durch den Umzug in ein kleines Zimmer und meine „kleine“ Harry Potter Sammlung habe ich recht wenig Platz für einen Kleiderschrank, also habe ich einen Faltbaren. Dieser ist aber nicht so stabil, wie ich es mir wünschen würde. Ein Grund warum einige Sachen in einer Kommode unterkommen mussten, welche aber auch nicht so viel Platz bietet da sie eigentlich für meinen Papierkram benutzt wird. Erst wollte ich einen neuen Schrank kaufen, allerdings kann der auch nur wenige Zentimeter größer sein als der faltbare. Und da die Kleiderschränke in der Größe trotzdem noch recht teuer sind…. habe ich mich dafür entschieden erst auszusortieren und dann mal evtl. einen neuen Schrank zu holen.
Ich habe also meine Schränke ausgeräumt, auf meinem Bett gesammelt und sortiert. Dinge die weg konnten kamen direkt in die Mülltüte. Dann habe ich zwei Sachen die genäht werden müssen und die kamen zur Seite. Dann habe ich noch einen vielleicht weg Stapel und einen behalten Stapel gemacht. Ich habe gut aussortiert, aber es könnte immer noch weniger sein. Allerdings trage ich die Sachen alle recht oft und gerne und man brauch ja auch was zum wechseln – aber der Platz sagt nach wie vor eher: Nööö 😀
Aber auf mehr möchte ich nicht reduzieren 😛

Für die Zukunft plane ich noch meinen Papierkram neu anzulegen und noch einmal wirklich zu schauen was man aufheben muss und was eigentlich doch weg könnte. Dann muss ich noch Dinge kündigen bzw mich ummelden – das kommt dann alles in allem.
Im Keller meiner Schwester habe ich zwar vor kurzem für Ordnung gesorgt, allerdings möchte ich nun doch ein paar Sachen mehr entsorgen bzw verkaufen oder verschenken. Die meisten Bücher die ich besitze sind bei meiner Schwester im Keller, vermissen tue ich sie aber nicht. Die Buchreihen die ich liebe und öfter lese habe ich hier. Nur meine Fitzek Bücher vermisse ich. Der Rest kann also auch weg bzw meine Schwester und zwei Freundinnen würden sicher was nehmen 😉
Einige Dinge für die Küche habe ich bereits sortiert und bin damit zu Frieden. Ich hatte nämlich irgendwie von allem zu viel. Dann habe ich noch zwei Möbelstück in dem Keller, welche ich nicht mehr brauche und verkaufen werden.

Und wenn ich das alles gemacht habe, dann habe ich meinen Besitz durch. Außer meine Sammlung von Harry Potter… die lasse ich so. Es ist meine große Liebe und macht mir große Freude sie zu besitzen.

Dieser „Minimalismus“ soll aber auf die Zukunft etwas verändern.
Ich möchte in Zukunft nur noch Dinge kaufen, die ich brauche oder die mich glücklich machen.  Gerade was Schminke und Bücher angeht möchte ich nur noch holen was ich wirklich haben möchte und nicht weil ich eine Menge davon besitzen möchte. In den letzten Jahren meines Lebens habe ich so viele Dinge angesammelt, welche ich heute nicht mehr gebrauchen kann oder nie wirklich gebrauchen konnte und es erst jetzt bemerke. Ich werde deshalb nicht aufhören Dinge zu kaufen, ich werde meine Deko nicht verbannen, aber ich werde reduzierter Leben um mir mein eigenes Leben leichter zu machen. Hat man weniger was rumliegen kann ist es halt eher ordentlich.

Körperlich vs Psychisch Krankheit

Mit den Einträgen auf dieser Seite möchte ich ja dafür sorgen, dass Psychische Krankheiten auch wirklich als Krankheit wahrgenommen werden.
Ich weiß sehr gut wie schwer das ist, denn bevor ich krank wurde hatte ich auch Probleme diese Krankheiten zu verstehen.  Leider musste ich erst selber krank werden um es wirklich zu verstehen – das wünsche ich natürlich niemanden. Und trotz dieser Erfahrungen ist es für mich immer noch schwer meine psychische Krankheit genau als das wahrzunehmen, nämlich als eine Krankheit. Kein Schicksal, kein Wunsch. Einfach eine Krankheit die behandelt werden muss. Das ist nicht immer einfach, dauert lange, aber es ist machbar.
Heute ist mir bewusst geworden, wie schwer mich damit tue das auch wirklich wahrzunehmen. Ich bin heute ziemlich erkältet aufgewacht, nachdem ich gestern Abend schon die ersten Anzeichen dafür hatte. Doppelt doof wenn man am Morgen zum Arzt muss. Also früh aufstehen und dann auch noch mit seiner psychischen Erkrankung auseinander setzten – macht schon an und für sich nicht wirklich Spaß. Dröhnt einem dann auch noch der Kopf, die Nasse läuft, der Hals kratzt und es wird gehustet wie sonst was, das ist dann doch ein perfekter Tag, oder?

Wie üblich habe ich nach dem Arztbesuch für Anni (meine beste Freundin) eine Sprachnachricht gemacht um sie zu informieren was der Arzt gesagt hat und wie es weiter geht.
Nachdem ich noch recht sachlich geschildert habe, dass ich ab dem 8.5. wieder probiere Arbeiten zu gehen und noch nicht weiß wie ich das wirklich finde. Und ziemlich zum Abschluss sagte ich dann so was wie: „Ich geh gleich pennen, ich bin krank“.  Und bezog das auf die Erkältung. Natürlich, wieso auch nicht? Ja aber krank geschrieben bin ich seit Ende November 2016. Und ich habe mich sehr oft nicht gut gefühlt, aber krank habe ich damit selten oder nie in Verbindung gebracht. Die Frage: Warum? Was definiert krank sein? Sich schlecht fühlen, kaputt sein und lieben gerne im Bett liegen. Das passt auf beide Krankheiten.  Aber dennoch fällt es mir schwer mich auch mit meiner Depression als krank zu sehen.
Eine Vermutung von mir ist: Die Gesellschaft ist zwar recht offen geworden für psychische Erkrankungen. Ist so weit anerkannt. Fast jeder hatte das schon mal in mehr oder weniger ausgeprägter Form. Mir ist auch niemand begegnetet der mir nicht geglaubt hat – und dennoch nehme ich mich manchmal nicht so ernsthaft krank wahr wie ich bin. Höchst wahrscheinlich, weil in meiner Familie gegenüber dieser Art von Erkrankung eher Unwissenheit und Ahnungslosigkeit herrschte und das Thema jahrelang nicht aufkam, da (zum Glück) niemand erkrankte. Vor vier Jahren erkrankte meine Tante dann an Depressionen und in meiner Familie wurde ich erstmalig mit dem Thema beschäftigt. Mein Vater nahm das ganze nicht so ernst wie andere und werte die Erkrankung auch etwas ab. Für ihn war es nicht logisch an einer Depression zu erkranken. Entweder macht man Randale, man änderte etwas oder man ergab sich in sein Schicksal – so ist die Welt meines Vaters. Trübsal blasen und sich runter ziehen lassen von Dingen ist nicht sein Ding. Nun ja offiziell jeden Falls. Inoffiziell wird er recht grumelig und stur wenn etwas nicht nach seiner Meinung geht.

Mein Fazit ist also, dass ich in meiner Kindheit und Jugend so geprägt worden bin, dass man nur körperlich Krank wird. Das es einem nur dann wirklich schlecht geht und der Rest nicht ganz zählt.
Erst die letzten 4 Jahre meines Lebens wird solche Arten von Krankheit thematisiert. Das ist einfach nicht lang genug, als das ich mein Denken mit umgestellt hätte. Trotz meiner Erfahrungen und meines Wissens. Es ist noch nicht verankert. Und genau deshalb habe ich mich heute selber überrascht mit meiner eigenen Aussage. Man arbeit ja ständig an sich, nicht wahr? 😉

Äußere Pflege und innere Pflege

Es gibt jemand ganz besonderen, welchen man bei einer depressiven Episode am schnellsten vergisst: Sich selber.
Meistens ist das Äußere zuerst dran. Bei mir ist es so und ich kenne ein paar Menschen bei denen es ähnlich ist. Gerade als Frau ist das auch recht schnell auffällig. Schminken, Haare stylen, Fingernägel machen, Rasieren und sogar duschen fallen recht schnell weg. Bei mir war es auch genau diese Reihenfolge, auch wenn ich bei einigen Dingen wie Fingernägel und Rasieren schon öfter mal geschlampt habe. Aber das war nichts im vergleich zu dem was während der Krisen passierte oder eben nicht passiert.
Ich habe versucht mit Deo, Parfum und Trockenshampoo das gröbste zu verbergen. Aber alleine die Tatsache, dass ich mich nicht mehr schminkte war so auffällig, das meine beste Freundin zu mir sagte: „Man merkt das es dir besser geht, du schminkst dich wieder!“ Habe nicht erwartet, dass das so aufgefallen ist. Und das ist ja auch nur etwas was man gerne sagt. Keiner hat mir gesagt ich hätte gestunken, ist aber sicher vorgekommen. Den auch meine Wäsche wurde nicht mehr so oft gewachsen wie es gut oder nötig gewesen wäre. Oft habe ich mir aus der dreckigen Wäsche nur das raus genommen was noch okay war. Und oft habe ich Kleidung so lange liegen lassen, bis sie gelüftet war und man sie wieder anziehen konnte.

Und ja: Das ist richtig eklig! Ist mir bewusst, war mir auch zu der Zeit bewusst. Es war mir nur einfach recht herzlich egal geworden.
Nichts hatte Sinn mehr in meinem Leben und Pflege am allerwenigsten.
Aber nicht nur mein Äußerers wurde nicht gepflegt. Auch meine Umgebung nicht mehr. Mein Auto müllte ich voll, immerhin aß ich oft unterwegs, denn meine Küche war schon komplett vermüllt. Abspülen? Wozu denn? Nur um es wieder dreckig zu machen. Total Sinnlos, also lassen wir das doch mal gleich sein. Die Küche war auch auf wohnungsebene so das erste. Dann folgte mein Zimmer, denn die Dinge die runter fallen muss ich ja nicht aufheben. Wozu denn? Alles sinnlos. Und so müllte auch dieses Zimmer voll. Müll brachte ich sehr sehr sporadisch runter. Und wenn ich wirklich aufräumte, dann hatte ich so viel Müll, dass ich mich nicht traute das in die Mülltonnen zu bringen. Dann würden die anderen Bewohner das ja merken. Und das wäre mir peinlich. In meine Wohnung würde ich die ja auch nicht lassen. Um genau zu sein: Niemanden ließ ich in meine Wohnung. Ich schämte mich viel zu sehr. Zu guter Letzt habe ich dann auch aufgehört das Bad zu putzten. Allerdings war das der einzige Ort den ich durch das Baden (mein Ersatz zum duschen 2 mal die Woche) oft benutzt und somit wurde es öfter mal gereinigt.

So viel zum Thema äußerliche Pflege. Wie gesagt, alles nicht schön und ich habe das auch nicht gewollt und darüber schon einmal einen Artikel geschrieben.
Mittlerweile pflege ich mich und meine Umgebung besser. Ich schminke mich oft, aber nur wenn ich Lust habe. Zwei mal in der Woche mache ich Haar und Gesichtsmaske und wasche meine Gesicht jeden Abend und Morgen. Und ich fühle mich damit wesentlich wohler und auch schöner. Ich achte auch sehr genau darauf, dass ich dabei bleibe. Ich habe gemerkt, wenn ich das schleifen lasse, dann bringt das schnell die Spirale der Depression in Gang (natürlich noch andere Dinge, aber die äußerliche Pflege hat definitiv ihren Anteil).

Nun kommen wir zum Thema innerliche Pflege: Für mich ist bei innerlicher Pflege folgendes wichtig:
– Freunde und Familie (soziale Kontakte)
– Ruhe und Entspannungsphasen
– Sportliche Aktivität
– Naturerlebnisse
– Hobbies nachgehen
Diese Dinge machen mich froh und glücklich und fördern meine innerliche Balance. Allerdings sind diese Dinge auch anstrengend bzw zehren an den Kräften. Und wenn man in der depressiven Episode ist, dann hat man vor allem keine Kraft mehr. Auch wenn sich diese Kraft lohnt.
Das schlimme an der innerliche Pflege ist, dass man die Vernachlässigung erst dann bemerkt, wenn es viel zu spät ist. Jedenfalls was bei mir und ein paar Bekannten so. Bei mir fing es so an, dass ich zu erst meine Hobbies wie lesen, schreiben, fotographieren und bloggen einstellte bzw reduzierte. Das bemerkte ich aber zuerst nicht so wirklich. Erst nach der Klinik, nach dem ich Zeit und Raum für mich und meine Hobbies hatte, merkte ich wie lange mir das fehlte und wie sehr ich das brauchte. Was ich im Nachhinein bemerkt habe, war das ich mehr Entspannung und Ruhe gebraucht hätte. Das es für mich sehr gut ist dieses gezielt einzusetzen um mit Stress, Kummer und Sorgen klar zu kommen. Ich habe mir zwar nach der Arbeit kaum noch etwas an Aufgaben gegeben, allerdings habe ich dann im Bett gegammelt und nachgedacht – schwerer Fehler und weit weg von gezielter Entspannung.
Nach dem diese Dinge eher nur für mich sichtbar und spürbar waren, kam als nächstes die soziale Isolation. Es fing ganz schleichend an. Man schrieb mit einem immer kleinern Kreis von Menschen. Und traf sich mit noch weniger Menschen. Man hat dafür keine Kraft. Aber Freunde und Familie tun einfach so unglaublich gut. Auch haben zwei Beziehungen zu Menschen diese Zeit nicht überstanden und ich habe nun keinen Kontakt mehr zu ihnen und auch einigen Bekannten fiel und fällt es schwer jetzt noch mit mir in Kontakt zu bleiben. Allerdings habe ich auch gelernt, dass ich nicht jeden in meinem Leben brauche. Die Menschen die mir wichtig sind, die wissen das und denen bin ich auch wichtig.
Sport und Natur sind zwei Dinge, welche ich eh nur im Sommer aktiv betreibe. Allerdings ist das auch ein schwerer Fehler. Natur erdetet mich. Räumt meinen Kopf frei und lässt mich durchatmen. Dazu kommt noch das Sonne die Produktion von Serotonin stimuliert und es einem damit besser geht. Das funktioniert auch im Herbst und Winter. Aber es ist kalt und mal will lieber drin bleiben. Etwas was ich diesen Herbst und Winter nicht mehr machen werde. Einmal die Woche geht es nach draußen. Egal was kommt.  Beim Sport ist es eher so, dass ich mich dort auspowern kann. Auch auf Bewegung reagiert der Körper positiv und es macht einen einfach happy. Es muss dabei nicht sein, dass man ins Fitnessstudio geht. Spazieren gehen reicht aus und erfüllt seinen Zweck und ich bin in der Natur.

Natürlich ist auch heute noch nicht immer die Kraft da ist, dass alles zu tun. Aber das kommt wieder und ich muss geduldig mit mir selber sein.
Und Kraft baut sich langsam auf und wenn es einen Tag nicht klappt, dann ist das kein Grund aufzugeben.  Aufgeben ist und bleibt der Anfang vom Ende – klingt doof, aber es trifft es sehr gut.
Durch den Vorsatz an jeden Tag eine Sache von den oben genannten zu machen, setzte ich mich zwar etwas unter Druck, aber da diese Liste von anstrengend zu chillig reicht, ist immer etwas dabei und wenn es nur das lesen eines Buches ist. So enttäusche ich mich an doofen Tagen nicht selber und kann an guten Tag stolz auf mich sein. Und genau das hilft mir langsam und Sück für Stück wieder in ein normales Leben zu kommen. Der Weg ist das Ziel 🙂

Der Hacken

Ich bin Erzieherin.
Mache den Beruf auch sehr gerne. Ich arbeite gerne mit Kindern, gerade auch mit verschiedenen „Arten“ von Kindern. Es ist toll zu sehen, wie sie etwas entdecken oder rechtfertigen. Sie geben dir das Gefühl, das du gebraucht, geschätzt und gemocht wirst. Mit Kindern musst du ehrlich sein, sie durchschauen dich sofort. Kinder sind so unglaublich ehrlich und offen. Sie denken noch so rein und logisch. Es macht Spaß zu sehen wie sie sich entwickeln, wie sie von einem Kleinkind zu einem Schulkind werden. Natürlich ist auch viel Schreibarbeit bzw Dokumentationsarbeit mit dieser Arbeit verbunden. Das lässt sich aber gut in der Gruppe aufteilen und jeder macht ein bisschen was – immerhin nimmt ja auch jeder das Kind etwas anders war.
Die Arbeit mit den Eltern ist meistens eine relativ reibungslose Sache. Allerdings kann es auch zu Konflikten kommen. Man braucht Einfühlungsvermögen, denn wir passen auf das wichtigste auf, was diese Menschen haben: Ihrer Kinder. Natürlich machen Eltern sich Sorgen und brauchen Vertrauen in die Einrichtung und in die ErzieherInnen.

Zusammgefasst: Der Beruf ist schön. Allerdings darf man den Stress, den Druck und das Konfliktpotenzial nicht außer Acht lassen.

Nun war ich heute bei der Familie.
Und wie das so ist, wird auch über mich, meine Erkrankung und meinen Beruf gesprochen. Meine Tante hat mich gerade heraus gefragt: Magst du deinen Beruf den noch?
Wie vorprogrammiert habe ich geantwortet: Ja natürlich, ich arbeite gerne mit Kindern zusammen!
Nun einige Stunden später, fällt mir auf: Das war einfach meine Standart Antwort auf die Frage, aber mit der Frage an sich, habe ich mich schon lange nicht mehr intensiv beschäftigt. Das hat sich heute geändert. Tatsächlich ist mir nun aufgefallen: Ich mag die Arbeit mit den Kindern. Aus den Gründen die Oben aufgeführt sind. Aber ich habe im Moment große Probleme mit einigen Sachen/Dingen in dem Beruf.
Noch nie war ich warm geworden mit der Tatsache, dass ich Eltern auch mal nicht so gutes erzählen muss. Besonders bei Eltern, wo ich wusste das sie so etwas nicht hören wollten. Auch während meines Berufspraktikum war das schon recht schwierig. Aber die Chemie im Team und die Infos die ich herausgeben musste gaben mir genug Sicherheit um auch unangenehme Dinge anzusprechen. Diese Sicherheit habe ich bei der neuen Stelle nie erlangt und folge dessen stolpere ich immer wieder darüber.
Was ich aber besonders gemerkt habe, seit dem ich mich damit beschäftige, ist: Es fällt mir schwer nicht allen Kindern gerecht zu werden. Ich habe einen großen Sinn für Gerechtigkeit und bin auch sehr empathisch. So fällt es mir unglaublich schwer, Kinder die eine Bitte haben oder etwas erzählen möchten zurückzuweisen. Ich wäre gerne für alle Kinder meiner Gruppe da und helfe ihn gerne bei kleinen oder großen Problemen. Auch die Tatsache, dass die Kinder in einer Gruppe verschieden Alt sind macht mir zu schaffen, da man nicht so gut auf einzelne Kinder, gerade die die über 4 Jahre alt sind, eingehen kann. Ich habe oft das Gefühl, dass nur Wert auf die U3 Kinder und die Schulkinder gelegt wird und die anderen einfach untergehen. Immerhin haben die ja noch das große letzte Kitajahr vor sich – dafür muss man sich das spannende ja aufheben.  Der größte Bullshit! Und da ist auch der große Unterschied zu meinem Berufspraktikum: Dort gab es alters getrennte Gruppen und man konnte besser auf die Kinder eingehen. Ich war in der Gruppe mit den angehenden Schulkinder und dort war man darauf bedacht sie auch wirklich auf die Schule vorzubereiten. Die Kinder sollten sich auch mal selbstständig beschäftigen, kleinere Streiterein untereinander lösen oder an Projekten teilnehmen die Schulfähigkeit im klassischen Sinne förderte (Hören-Lauschen-Lernen für das erste Verständnis von Wörtern und Silben – Training des Gehöres). Und ich gebe auch zu: Das war eine Luxussituation und ich tat mich schwer mit dem Umbruch. Aber in einer Gruppe von 3 – 6 Jahren kam ich auch in der neuen Kita noch super zurecht. Die Kinder konnte ich dort ähnlich behandeln, da sie ja schon größere waren und ein großerer Anteil an Schulkindern herrschte.
Die Probleme begannen dadurch, dass ich wechseln musste und die gemischten Gruppen von 2 – 6 Jahren einfach zu weit auseinander empfinde. Man kümmert sich nur um die großen oder um die kleinen. Die Mitte hat die bereis erwähnte Arschkarte. Damit kam ich nicht klar und mein ohnehin schon vorhandenes Helfersyndrom wurde verschlimmert und das wiederrum zog an mir. Meine ganze Kraft ging in die Arbeit mit den Kindern, gerade den 3 und 4 jährigen und dazu kam die eiskalte Stimmung mit der neuen Gruppenleitung. Das zog mir zum ersten Mal den Boden unter den Füßen weg, besonders als ich dann noch einmal wechseln musste und mit der Kollegen auf fachlicherer Ebene einfach nicht klar kam.
Nach der ersten Krise und einigen Absprachen mit der Leitung fing die Wiedereingliederung an. Ich war sehr optimitisch und froh wieder arbeiten gehen zu können.

Die Zeit danach war auch recht schön. Ich war wieder bei den älteren Kindern. Durfte wieder mit einer Kollegin arbeiten, wo die Chemie zueinander passte. Sie stellte Erwartungen an mich die ich erfüllen konnte und sie erfüllte meine Erwartungen. Die Eltern in dieser Gruppe waren mitunter auch schwierig, aber es war aushaltbar. Ich ging ca zwei Monate wirklich wieder gerne zu Arbeit und konnte mir wirklich vorstellen in dieser Einrichtung zu bleiben.

Aber: So ist es ja nun nicht geblieben.
Was hatte sich verändert?
Die Kollegin die mir Vertrauen schenkte und die meins genoss wechselte. Sie hielt es in der Kita nicht mehr, denn sie konnte nun Leitung werden und dazu in einer Einrichtung, welche nicht so in einem Brennpunkt war.
Meine Leitung fragte mich darauf hin, wie es nach dem Weggang der Kollegin weiter gehen sollte. Ich antwortet darauf hin, dass ich bei meinen Kindern in der Gruppe bleiben möchte um ein wenig Stabilität vermitteln zu können, auch wenn das bedeuten würde mit der selben Kollegin wie vor der ersten Krise zu arbeiten. Aber ich hatte das für mich mehrer Tage durchdacht: Ich wusste worauf ich mich einlassen würde und war mir sicher damit klar zu kommen. Ich hatte ja auch von der ersten Krise gelernt.
Ich wurde krank, hatte Urlaub und war fast 4 Wochen am Stück nicht in der Kita und habe leider auch den Abschied von der Kollegin aus meiner Gruppe verpasst. Am Ende meines Urlaubes schrieb ich mit einer Kollegin und privaten Freundin und fragte sie nach dem Stand der Dinge. Wie war die neue Kollegin so? Wie kam sie bei den Kindern an? Ganz normales Gespräch. Bis ich mich dazu entschied, einfach mal zu Fragen ob ich noch in meiner Gruppe bin.
Die Antwort meiner Freundin: Eigentlich darf ich nichts sagen… die Leitung will es dir sagen.
Damit war alles klar: Ich durfte und musste mal wieder wechseln. Etwas in mir zerbrach. In Tausende Stücke. Ich fing an zu weinen. Ich weinte den ganzen Abend und konnte nicht fassen was ich erfahren hatte. Dazu müsst ihr eins wissen: Es war Teil der Wiedereingliederung das ich nicht mehr wechseln würde.
Ich weinte nicht nur an diesem Abend. Immer wieder brach es in mir durch. Ich habe es am Freitag erfahren und sollte am Montag arbeiten gehen. Ich war fix und fertig. Wie sollte ich das überstehen? Wieder U3? Wieder eine neue Kollegin, eine andere Gruppenleitung? Wieder ich die Wechseln musste?
Tatsächlich war für mich dann Schluss innerlich, dachte ich zu mindestens. Ich beschloss mir etwas neues zu suchen. Wer mich nicht zu schätzen weiß, der kann mich mal. Ich schrieb die ersten Bewerbungen und hatte ein Vorstellungsgespräch, was leider nicht so verlief wie ich gehofft hatte.
Also wieder ein Tiefschlag. Yeah – warum auch nicht? Sammle ich ja scheinbar.
Ich glaube ab da an hielt ich noch so 2 Wochen durch und brach dann zusammen – also innerlich und ging wieder zum Arzt.  Mein Plan erschreckte mich nämlich selber: Ich würde lieber sterben als da noch mal zu arbeiten.

Der Rest ist ja bekannt.
Also: Habe ich mich davon erholt? Ist es der Beruf oder nur die Stelle dort?
Gute Fragen. Schwerer Antworten.
Mein Arzt und ich planen eine Wiedereingliederung. Ist übrigens der selbe wie letztes mal. Er gab mir das Versprechen mir bei der Kündigung zu helfen, sollte es nicht klappen. Schon mal sehr beruhigend, dass ich mich nicht auf Teufel komm raus da durch schlagen muss/soll/darf.
Von der Art und Weise der Behandlung dort habe ich mich nicht erholt und sie schlug auch komplett in ein Kindheitstrauma ein (ich wurde damals gemobbt wegen meines Übergewicht und das meine Pubertät früher begann). Ich zweifel wirklich, dass ich das je wegstecken kann. Ich stand bereits einmal vor der Kita und das Ergebnis: Panikattacke. Und als ich mich vor dem Schlafen gehen damit beschäftigt habe war das Ergebnis: Panikattacke.
Lohnt sich eine Wiedereingliederung? Keine Ahnung.
Werde ich es probieren? Ja, kampflos habe ich noch nie aufgeben.
Wird mich das mitnehmen? Jap wird es, denn wir haben immer noch Probleme mit Struktur, ich bin immer noch bei einer Kollegin die mich klein hält und die Erinnerung an das Alte hängen in dem Gebäude. Neue Leitung neues Glück?! Der einzige Grund warum ich es noch mal probieren werde.

Fazit: Der Beruf verlangt viel von mir. Ich mag ihn auf der anderen Seite aber wirklich. Aber die Dinge über die ich jetzt gestolpert bin, können immer wieder kommen. Egal ob andere Leitung oder andere Kita.
Brennpunkt werden mehr, von Erzieherin wird immer mehr verlangt und die Altersmischung ist immer mehr im kommen. Menschen die ihren Beruf verfehlt oder schon zu lange dabei sind wird es immer geben. Und ich werde noch recht lange zu sensibel dafür sein.
Aber was ist dann die Lösung? Gibt es überhaupt eine?
Immerhin bin ich nun seit Anfang Dezember krank geschrieben, bin also sehr raus aus so ziemlich allem: Arbeit, Pädagogik und Strukturen.
Die Stelle also einfach wechseln ist nicht so einfach. Den dort kann man keine Wiedereingliederung machen. Diese ist aber gut um nach langer Zeit wieder in die Arbeit zu finden. Ich bräuchte also eine mega verständnisvolle Leitung, die so etwas verstehen würde.
Sich weiterbilden wäre eine Möglichkeit. Aber zu was? Ich interessiere mich für die Arbeit mit Kindern mit Behinderungen, allerdings bin ich dafür viel zu sensibel. Das würde ich vermutlich noch schlechter weg stecken.
Einfach kündigen und ein 450 € Jobber werden? Wäre von der Arbeitszeit leistbar für mich. Das Geld ist nicht gerade viel, ausziehen könnte ich so nicht und es bietet die Gefahr das man darin dann stecken bleibt. Lieber weiter 450 Euro verdienen als noch mal in die Ausbildung zu gehen oder so. Oder irgendwas in Teilzeit. Aber auch da wieder: Man kann darin versauern. Die Frage ist nur: Wäre das so schlimm? Keine Ahnung.
Die letzte Möglichkeit wäre: Sich wiedereingliedern zu lassen und dort wieder die Arbeit aufzunehmen (natürlich nur wenn es geht) und dort dann meinen Arbeitsvertrag zu erfüllen und mein bestes zu geben.

Btw; Könnte ich noch mal Kind sein? Bitte? Da war alles einfach.
Der Tipp meiner besten Freundin: Erst mal Therapie machen und das was passiert ist richtig verarbeiten. In der Ambulanz wird zwar das best Mögliche getan, aber es ist eben keine richtig tiefgehende Psychotherapie.
Und ich denke, dass ist tatsächlich das „einfachste“ um zu sehen wie es weiter geht. Aber geht man dann währenddessen wieder arbeiten? Oder ist man dann immer noch krank? Oder macht nur was kleines oder ehrenamtliches?
Gut das ich mir nicht den Kopf darüber zerbreche und keine Zukunftsangst habe – puuh das wäre ja noch mal richtig schlimm! *Ironie off*

Sonderrolle

Seit ein paar Tagen mache ich mir genau darum Gedanken. 

Mit Depressionen ist man mit unter sehr dünnhäutig. Nichts was man will oder total toll findet,  anders ist so. Die Nerven machen auch einfach nicht mehr so gut mit. Man ist empfindlicher und an schlechten Tagen reicht ein Satz aus,  den man vielleicht falsch versteht oder der zu hart formuliert wurde und schon ist man am heulen wie sonst was. Nicht gerade besonders schön oder wünschenswert. Und für viele Menschen auch unverständlich. Ich war schon immer sensibel aber im Moment bin ich sehr sehr sensibel und kann so gut wie gar nichts ab. Das kotzr mich sehr an,  denn ich wäre gerne taffer.  Würde gerne sagen was ich denke und mich danach nicht schlecht fühlen. Aber so weit bin ich noch lange nicht. Im Gegenteil. Vermutlich wird erst noch viel aufreißen bis ich wieder heile…. Yeah super Aussichten! 

Nun ist ja geplant mich wieder in den Beruf einzugliedern. Was bei mir auch „nur“ Panikattacken auslöst. Das muss ich mit dem Arzt noch mal besprechen. Aber das ist ein gutes Beispiel für meine Instabiliät. Die reine Vorstellung an etwas macht mich kaputt.

Und obwohl ich wieder normal Leben möchte und wie alle anderen behandelt werden möchte  (glaube ich zumindest) habe ich trotzdem einen Wunsch : Packt mich in Watte ein! Seit nett zu mir!  Ich bin doch auch immer nett … warum muss man dann hart gegen mich werden?  Seit lieb oder fickt euch! Ich will eine Sonderbehandlung  ja. Aber nur weil ich sonst mehr Fälle und stolpere als ich noch verkraften kann. Und genau diese Sonderrolle sollte man jeden mit einer psychischen Erkrankung einräumen. Wir sind anders. Vielleicht bleiben wir das auch immer – aber seit doch einfach netter zueinander. Immer. Dann fällt unsere Sonderrolle auch gar nicht mehr so auf. 

Gesundheit als Gesamtheit

In den letzten zwei Wochen spüre ich meine Depression etwas weniger. Davor hatte ich wieder etwas mehr damit zu kämpfen und habe es hier ja auch geteilt.
Nun ist dieses kleine Tief vorüber gezogen. Immer mal wieder verfolgen mich schwarze Wolken und so lange sie nicht die Überhand gewinnen ist das auch vollkommen okay für mich.

Da ich jetzt um die zwei Wochen weniger meiner Grübelei und meiner depressiven wiederholenden Gedankenstruktur gibt auch etwas Ruhe.
Das ist sehr entspannend und führt zu neuen Ideen und Anreizen und Gedanken. Am meisten beschäftige ich mich im Moment mit meiner Gesundheit. Besonders geht es dabei um das Ganzheitliche. Alles im Körper hängt zusammen und wenn es an einer Stelle harkt, zieht es sich durch den gesamten Körper und hat auf die ein oder andere Weise eine negative Wirkung.
So ging es mir eine ganze Weile. Ich habe PCOS (polyitzischte Ovar Syndrom). Meine Eierstöcke produzieren viel zu viele Eizellen und stehen sich damit selber im Weg. Das hatte zur Folge, dass ich ca sechs Jahre lang keine Periode hatte. Da meine ziemlich schmerzhaft war, fand ich das natürlich nicht weiter schlimm.
Erst vor einem Jahr bin ich damit zum Frauenarzt gegangen und dann wurde dies festgestellt. Ich muss noch zum Endokrenologen wegen der Behandlung, das ist das nächste große Ziel. Denn mein Übergewicht könnte (!) eine Folge des PCOS bzw des durcheinander meine Hormone sein. Das muss aber noch abgeklärt werden bzw zeigt sich nach der Behandlung. Jahrelang habe ich die Folgen dieser Krankheit nur hin genommen bzw sie für normal gehalten.
Mögliche Folgen und Komplikationen 

Unfruchtbarkeit, psychische Störung, soziale Problem habe ich schon mal – yeah !
Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in meiner Familie bereits vermehrt aufgetreten und somit kommt bei mir eine erbliche Vorbelastung dazu. Beides wird jetzt regelmäßig abgecheckt.
Mein Therapeut und ich sind uns aber einig, dass die Depression höchsten von der PCOS negativ beeinflusst wird, aber nicht der Auslöser dafür ist. Aber auch auf den negativen Einfluss kann sich super gut verzichten 😀

Auf Grund der Depression habe ich noch andere Dinge vernachlässigt gerade was meine Gesundheit angeht. Meine Zähne sind da ein super Beispiel. Negative Erfahrungen und eine leichte Angst haben dazu geführt das ich lange nicht beim Arzt war (heute war ich und die Ärztin vom letzten Mal hat sich entschuldigt 🙂 ). Nun nehme ich auch das wieder in Angriff, besonders da der Verdacht besteht, dass meine Kopfschmerzen zum Teil von den Zähnen kommen.
Und obwohl mein Übergewicht auch eine folge der PCOS sein kann, weiß ich auch das mein Essverhalten an einigen Tagen unglaublich dazu beiträgt. Frustessen und eine generelle Liebe zu süßen Sachen sind dann natürlich nicht gerade produktiv. Also werde ich den Service meiner Krankenkasse in Anspruch nehmen und mich einmal beraten lassen – eine Empfehlung meines Hausartzes.

Und zu guter letzt habe ich etwas ganz ohne Ärzte herausgefunden : Struktur, Sport (ja auch Ernährung aber dazu habe ich was bereits geschrieben) und Tagesziele sind enorm wichtig, aber auch enorm schwer für mich.
Aber wie ich es schon einmal geschrieben habe: Es wird. In kleinen Schritten zum Erfolg.
Neben der Arbeit an der Gesundheit mit den Ärzten, habe ich im nächsten Monat einen Termin bei einer Heilpraktikerin gemacht. Eine Mischung aus Naturheilverfahren und der Schulmedizin halte ich für einen guten Weg um die eigene Gesundheit zu fördern und zu stärken.

Schlusswort: Kümmert euch um eurer Gesundheit! 🙂 und zwar jetzt, denn jetzt sind wir noch jung und können uns erholen 🙂

Triggerwarnung: Selbstverletztendes Verhalten

Bei diesem Eintrag schicke ich eine große, nein riesige Triggerwarnung voraus!
Ich werde hier das Thema selbstverletztendes Verhalten behalten. Bitte lese diesen Text nur wenn du emotional Stabil bist oder niemals ein Problem mit diesem Verhalten hattest.
Und auch ganz wichtig: Ich schreibe hier aus meinen Erfahrungen. Man kann dies nicht verallgemeinern. Das gilt aber für jeden Eintrag auf meinem Blog.

Zuerst einmal möchte ich folgendes los werden: Selbstverletztendes Verhalten wird im folgenden SVV genannt, welches die allgemeine Abkürzung ist. Es geht dabei nicht hauptsächlich ums ritzen. Es gibt viele Dinge mit denen man sich selberverletzten kann. Zu viel Alkohol, Drogen, Unachtsamkeit beim Kochen oder der Gartenarbeit (Verletzungen werden mutwillig in Kauf genommen),Rauchen, unachtsames Auto oder Fahrrad fahren oder eben das Klassische sich ritzen bzw schneiden.

Das war es vorab. Nun kommen wir zum „eigentlichem“ Text, welchen ich verfassen wollte.
Ich habe schon lange mit SVV zu kämpfen, ca seit meinem 15 Lebensjahr ist das ein Teil meines Lebens. Erstaunlicherweise erinnere ich mich recht gut wie alles anfing. Als ich 15 Jahre alt war, waren sogenannte „Emos“ sehr im Trend und quasi die große „Rebellion“ meiner Generation. Für alle die es nicht wissen: Emos kleideten sich schwarz, mit ein paar bunten Farben als Akzent. Die Musik war rockig, aber die Texte gingen Tief ins menschliche Denken und Fühlen. Auch geschrienen wurde gerne bei dieser Musik. Nieten in aller Art und Form und einfach anders aussehen als die anderen. Das war so ziemlich das Wichtigste. Und als ein Zeichen des Auslebens der Emotionen kam es auf sich zu schneiden. Quasi eine Art Trend in dieser Szene.
Und genauso bin ich das erste Mal damit in Berührung gekommen. Ich trug gerne schwarze Kleidung und Nieten und schwarze Schminke machten mir „Spaß“ und passend, meiner Meinung nach, gut zu mir. Obwohl ich kaum Farbe verwendete wurde ich in der Schule schnell zu einem Emo. Das alleine sagte mir zu nächst nicht viel, aber durch das Internet machte ich mich schlau und wenn man Emos googelte war „Ritzen“ quasi das zweite wichtige Wort in dem Zusammenhang.
Zu erst dachte ich: Was für ein Käse! Warum sollte ich mir selber so etwas antun? Ich kannte niemanden der etwas in dieser Art tat und für mich war es zu erst einfach nur Blödsinn und ein doofer Trend.

Doch mit 16 Jahren ca, änderte sich etwas in meinem Leben und in meinem Denken. Das Emosein fing an mehr zu mir zu passen. Die Veränderung war schlicht und ergreifenden: Liebeskummer.
Ich war das erste Mal während meiner Pubertät verliebt und das so richtig. An jemanden oder etwas anderes denken wurde fast unmöglich. Natürlich teilte ich meine kleine Liebäugelein mit meinen Freundinnen. Sie waren der Meinung, dass ich es meinem Schwarm erzählen sollte. Aber da man ja nicht einfach damit ins Haus fallen konnte, schrieben wir ihm erst Mal Briefchen. Nachdem er wusste, dass ich dahinter steckte bekam ich einen Korb. Für mich brach eine Welt zusammen und ich spürte nur noch Schmerz und Trauer und konnte es nicht fassen. Es tat so unglaublich weh und ich konnte damit nicht umgehen. Ich kannte schon Schmerz und Kummer wenn man jemanden durch den Tod verlor, aber so war für mich einfach nicht nachvollziehbar und entzog sich meinem Verständnis.
Nach dem er mir dann in der Schule sehr übel mitgespielt hatte und ich so nicht nur Liebeskummer empfand, sondern auch gedemütigt wurde, lag ich den ganzen Nachmittag im Bett. Meine Brust war schwer und in mir wuchs der Wunsch, dass dieser Schmerz endlich nachlassen sollte. Leider passiert das nicht so schnell. Aber ich wollte es schnell haben. Die Leere in meinem Inneren tat so unglaublich weh und ließ sich nicht mal mit essen schließen. Und als ich an diesem Tag in die Badewanne gehen wollte, stieß ich mir den kleinen Zeh an. Dieser Schmerz pulsierte in mir und entfachte ein Feuer in mir und schloss diese Leere in meinem Inneren. Es war wie ein Rausch!! Am gleichen Abend in der Badewanne schnitt ich mich beim rasieren und bemerkte: Wenn es blutete tat es gleich 3 x so gut!

Diese Erkenntnis trug dazu bei, dass ich am nächsten Tag in einen Laden bin und mir Rasierklingen kaufte, welche ich kaputt machte so das ich jede der drei Klingen einzeln hatte. Dieser Klingen nutze ich nun um mir die Haut aufzuschneiden, da diese Art der Verletzung den Schmerz vertrieb und die Leere ein wenig ausfüllte. Als ich mir eine Stelle für die ersten Schnitte aussuchte, erinnerte ich mir wieder an das „ritzen“ was Emos so „gerne“ machen. Also beschloss ich auch die Unterarme zu nehmen, da ich diese eh durch meinen Style verdecken konnte.
Der Beginn einer ca. 1 jährgen Hass – Liebe zum schneiden (das Wort ritzen mag ich nicht, da es mich nur an Emos erinnert und da ich es heute noch mache, passt schneiden besser zu mir.). Es zog sich meinen ganzen rechten Unterarm hoch und selbst meine Handfläche öffnete ich regelmäßig. Versorgen tat ich meine Wunden nicht wirklich. Eine Kompresse darauf und dann wieder die Stulpen drüber oder den Pulli. Nach etwa einem Jahr, verließ ich die Schule um ans Berufskollege zu wechseln. Somit sah ich diesen Typen nicht mehr, der mich nicht nur nicht wollte, sondern sich darüber auch liebend gerne auf meine Kosten amüsierte und mich demütigte. Und plötzlich gehörte es nicht mehr zu meinem Leben mich zu schneiden.
Etwas in mir wollte das auch nicht mehr. Die Narben sind ja nun doch nicht wirklich hübsch. So beschloss ich von einem auf den anderen Tag es nicht mehr zu machen. Und ich hielt mich auch knapp 4 Jahre daran.

Dann kam der erste Rückfall.Mit ca. 20 Jahren. Heute weiß ich, dass dies definitv eine depressive Phase war, welche ich mit dem schneiden überbrückte.
Aber ich sagte ja auch schon: Es ist mehr als schneiden. Ich fing für ein halbes Jahr an zu rauchen, trank mehr Alkohol als nötig oder gut gewesen wäre, wenn wir feiern waren. Aber was ich zu dieser Zeit sehr stark bei mir entwickelte war, dass ich mich Überfraß. Regelmäßig und in immer größeren Mengen. Meistens Süßigkeiten, aber ich hatte auch ein Auto und fuhr hier und da mal zu Burger King oder Mc Donalds und bestellte dort alles, was es ohne Fleisch gab. So schnell war ein neues SVV geboren: Überfressen und Gewicht zunehmen. Und ich nahm zu – sehr gut sogar! 10 Kilo damals in der Zeit vor 5 Jahren. Mittlerweile sind es 30 Kilo, welche ich mehr mit mir herum trage, als in der 10. Klasse! Den anstatt etwas gegen dieses Verhalten zu machen, weil ich mich danach schlecht fühlte, ließ ich es wie es danach war und nahm natürlich immer weiter zu, denn meine „Downphasen“ waren damals zwar kurz aber häufig und im vergleich zu heute „Babykram“.

Zwischen meinem 21 und 24 Lebensjahr schnitt ich mich nicht ein einziges Mal. Aber das problematische Essverhalten ersetzte das recht „gut“. So wurde ich dicker, aber ich bildete mir ein: Das sieht eh keiner! Bei so dicken Menschen wie dir sieht das keiner! … Ähem ja… schön wäre es! Selber sich merke das. Na gut auch erst mittlerweile, aber es ist definitiv zu bemerken.
Abnehmen versuchte ich immer mal wieder, mehr schlecht als Recht. Meistens ohne wirklich dahinter zu stehen. Ich hatte erst einen Abnehmversuch, denn ich wirklich ernsthaft nennen würde. Mit 23 Jahren meldete ich mich im selben Fitnessstudio an wie meine beste Freundin es ein Jahr zuvor auch gemacht hatte (btw damals war sie nicht meine beste Freundin, durch den Sport kamen wir uns näher).  Zusammen mit meiner Besten und dem echt süßen Trainer und neuen Tipps zur Ernährung wurde ich tatsächlich 10 Kilo leichter. Nur um später 20 Kilo zuzunehmen. Weil man muss ja nichts dauerhaft verändern (Ironie off).

Nach diesem etwa 6 monatigem Abnehmversuch kam dann eine „Downphase“ von der sich meine Freundin mitzogen ließ und so schlief der Sport ein und ich fiel wieder in alte Muster zurück. Und nahm wieder zu.
Der Höhepunkt der SVV befindet sich dann bei mir Ende 2015. Ich war ausgezogen, überfordert mit eigentlich allem und meine Depression nahm unglaublich schnell, unglaublich viel fahrt auf. Ich lag eigentlich nur noch rum nach der Arbeit. Vielleicht schlief ich. Vielleicht aber auch aß ich, nein ehrlich gesagt ich fraß. Süßigkeiten ohne Ende. Sie wurden mein Abendessen, Mittagessen und ja manchmal auch Frühstück. Seit Ende 2015 wurde ich dieses Essverhalten nicht mehr los. Ende 2016, der absolute Tiefpunkt von allem. Vom Essen, vom Leben und von der Depression, trieben mich dazu mich wieder zu schneiden. Dieses Mal nahm ich den Oberarm auf der rechten Seite. Ich nahm dieses mal andere Klingen um tiefer zu kommen. Auch spielte ich mit dem Gedanken mir damit die Pulsadern zu öffnen. Also mussten scharfe und gute Klingen her.

Ende 2016 war also der Tiefpunkt. Ach ja geraucht habe ich in diesem Monat (Dezember) auch. Soll einen ja schneller ins Grab bringen – konnte also nur hilfreich sein.
Das sind so dumme Entscheidungen!! Das möchte ich betonen: Ich selber finde es doof und dämlich und kann es nicht nachvollziehen, wenn ich nicht in einem solchen Loch bin! Aber in diesem Moment half es – natürlich auf die falsche Art und Weise. Aber ich versuche es positiv zu sehen: Durch die SVV konnte ich die Krise wenigstens überleben! Das kann ich nicht garantieren, wenn ich mich nicht so misshandelt hätte.
Mittlerweile war ich ja in der Psychiatrie. Dort habe ich einiges über mich selbst und auch über mein Verhalten gelernt. So bin ich zum Beispiel eine Vermeiderin. Ich versuche alles zu vermeiden, was mir unangenehm ist. Das fängt beim Telefonieren an und endet bei so was wie Streitgespräch mit Freunden oder Familie.  Aber um auf das SVV zurück zu kommen.
Das war auf der Stadtion auf der ich war ein großes Thema, da ich mit Borderlinern zusammen war. In Gesprächen mit den anderen Patienten lernte ich viel über die Notfallkoffer und wann diese benutzt werden. Ich lernte alles über Auslöser, besonders über meine. Und auch was in einen Notfallkoffer rein kommt erfuhr ich im Gespräch mit den anderen. Um das ganze aber „gesichert“ zu haben, sprach ich den Notfallkoffer mit meiner Ärztin an und sie gab mir eine Liste mit Infos und Möglichkeiten.

Und damit dieser Text auch etwas Lehrreiches hat, dachte ich gehe ich weiter auf die Notfallkoffer ein.
Für mich ist meiner echt wertvoll und hilfreich und ich habe ihn immer dabei.
Meiner enthält:
– Minzöl (gegen Kopfweh und ich liebe den Geruch)
– 1 Gummiband (um es sich gegen die Haut zu schnalzen, wenn man Schmerz „brauch“)
– Lavendelöl (beruhigend und entspannend)
– Harter Igelball (Druckmassage)
– Nummer von Hilfsstellen / Krisenpass

Diese Dinge geben mir verschiedene Impulse. Sie beruhigend mich, lenken mich ab oder setzten einen Schmerzreiz. Alles damit der Drang sich selber zu verletzten abebben kann ohne das man es wirklich tut.
Einige Menschen haben dort auch Dinge drin die mehr auf die Schmerzreize aus sind, da ihnen soetwas mehr hilft. So ist z.B. Tabasco oder Chilli recht „beliebt“, gerade auch wenn der Notfallkoffer gegen/für dessozieren ist. Ich kenne auch Menschen, welche sich Texte oder Sprüche zur Motivation in den Koffer legen. So ein Notfallkoffer sollte aber auf jeden Fall Nummern von Hilfsstellen enthalten, der Rest ist sehr individuell und es kommt rein was einem hilft. Zwischen 4-6 Hilfsmittel sollten es sein, da die kleine Menge dafür sorgt, das es auch tatsächlich hilfreich ist.

In den letzten zwei- drei Wochen etwa, benötige ich so gut wie gar nicht meinen Koffer. Das gute Wetter der letzten Zeit hebt meine Laune und lässt mich aktiverer werden. Das ist natürlich eine super Sache und ich freue mich darüber! Aber ich habe gelernt, dass es nicht für immer so bleibt und habe deswegen auch weiterhin meinen Notfallkoffer immer dabei.
Und nein es ist kein richtiger Koffer. Es ist eine kleine, schwarze Kosmetiktasche mit weißen Punkten drauf in meinem Fall. Es soll und muss ja auch nicht viel rein passen.
Einer meiner Wünsche für die Zukunft ist es, eines Tages ohne diesen Notfallkoffer leben zu können und meine Gefühle und Gedanken selber regulieren zu können (kann ich zwar so auch manchmal, aber eben nicht in Krisenzeiten und genau das möchte ich lernen).

Falls ihr Fragen zum Thema habt: Nur raus damit! Ich beantworte sie gerne, wenn ich es denn kann 🙂