Das Leben genießen

Die letzten Tage über ist der Sommer hier angekommen, die Sonne scheint, der Himmel ist blau und die Temperaturen liegen über 20 Grad – Sommerwetter!
Das tolle Wetter steigert meine Laune natürlich auch. Wenn ich meine „Morgendliche Antriebslosigkeit“ hinter mir habe, ist der Rest des Tages kein Problem.  Dafür liegt die morgendliche Antriebslosigkeit im Moment extrem hoch. Ich wache auf, bleibe liegen und schlafe wieder ein egal wie spät es ist. Nachdem ich dann das zweite Mal aufgewacht bin, brauche ich noch einmal 20 Min mindestens um aufzustehen und etwas zu erledigen.  Danach geht es mir gut, ich habe Kraft, wenn ich etwas angefangen habe und räume auf, mache mir gesunde Mahlzeiten, treffe mich mit Freunden oder gehe zum Sport. Wäre diese morgendliche Antriebslosigkeit nicht vorhanden und wäre sie nicht so stark, dann würde ich nicht mehr von meiner Depression negativ beeinflusst werden.
Wobei… das stimmt so auch nicht. Nach wie vor habe ich keinen Kontakt zu meiner Arbeit aufgenommen. Schaffe es einfach nicht, fahre immer wieder vorbei und bekomme immer wieder Panik, aber telefonieren hilft auch nicht. Das mag ich noch viel weniger. Aber durch die Medikamentenerhöhung ist das Gefühl der Panik erträglicher, aber immer noch lähmend. Und auch am Einschlafen hat sich nicht wirklich was getan. Ich lege mich hin und wälze mich hin und her. Oft über eine Stunde. Hin und wieder gebe ich auch auf und setzte mich noch mal an den Laptop oder das Handy. Wird ja irgendwann langweilig sich nur hin und her zu wälzen. Aber verglichen mit den letzten Monaten sind das „Luxusprobleme“.
Ich fühle mich im Moment also recht gut. Möchte auch ein letztes Mal probieren mich wiedereingleideren zu lassen. Ich möchte das Leben wieder leben. Mit Arbeit, Freunden, Familie, Pflichten, Aufgaben und Rechten. Auch wenn das volle Programm viel scheint für mich, möchte ich es angehen und gerne wieder normaler Leben als die letzten Monate. Nicht zu arbeiten und dennoch Geld und auch so weit Gesundheit zu haben das man etwas kann ist eine absolute Luxussituation, in der ich aber nicht immer Leben kann und will.

Wie geht es also weiter?
Mit meinem Arzt habe ich beim letzten Treffen einiges besprochen. An erster Stelle steht eine Entscheidung bezüglich der Arbeit. Kündigen, versetzten oder wiedereingleideren? Und wie erreichen wir diese Entscheidung? In dem er Druck macht und ich versuche diesem stand zu halten. Bis Dienstag habe ich Zeit mit der Arbeit Kontakt aufzunehmen. Wie auch immer ich das am besten schaffe.
Am Dienstag dann machen wir einen Plan zur Wiedereingliederung. Und spätestens ab da, muss ich in den Kontakt mit meiner Arbeitsstelle treten. Ich hoffe noch auf den ein oder anderen Tipp.
Sollte das so nicht funktionieren für mich, dann würde mir mein Arzt bescheinigen, dass ich offenbar nicht mehr dort arbeiten kann. So könnte ich kündigen, ohne neue Stelle und ohne Sperre vom Amt. Das ist Plan B. Dieser Plan soll mich Sicherheit und Vertrauen in die Zukunft geben. Auch wenn dadurch die „Unsicherheit“ keine Arbeit zu haben kommt, aber der stehe ich recht gelassen gegenüber, denn ich kenne diese Situation bereits und kann damit umgehen.

Auf lange Sicht kommt dazu dann noch die Suche nach einem Therapeuten für mich wieder ins Spiel. Ich kann Krisen nicht ohne Therapie angehen. Krisen und schlechte Tage wird es immer wieder geben, aber deswegen kann ich nicht immer in eine Klinik oder krank geschrieben werden. Eine Therapie ist da ein gutes Mittel um mit sich selber besser klar zu kommen und in der Welt daraus zu recht zu kommen.

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Endlich kehrt Beauty zurück !

Und das nicht nur auf dem Blog, sondern auch in meinem Leben. Weshalb es dann auch jetzt kommt.
Trotz der ungewohnten Panikattacken und Ängst fühle ich mich im Moment ganz okay, auch wenn da etwas ist das mich bewegt, möchte ich darüber zu diesem Zeitpunkt noch nicht schreiben. So viel zu mir und nun zum eigentlichen Thema.

In einigen früheren Artikeln habe ich bereits über mich und meine Haare geschrieben. Auch das sie jetzt kurz sind, ist bekannt. Also was gibt es noch zu sagen?
Ich war seit längerem Unglücklich mit meinen Haaren. Dann machte ich mir Dreads und dieses „Glück“ hielt nur einen Sommer. Sie sind bei anderen doch schöner als bei mir! Nun in ungewohnt kurz (so kurz waren sie das letzte mal als ich in der 5. Klasse war) gefallen sie mir aber auch nicht ganz und nach langem Überlegungen weiß ich nun auch was mich stört: Meine Locken sind nicht so schön definiert und gepflegt wie ich sie gerne hätte. Und das hat auch mehrer Gründe:
Zum einen habe ich sie in meinen depressiven Phasen kaum beachtet, was natürlich dazu führt das so gut wie gar keine Pflege im Spiel war. Dann kamen die Dreads und das ist ja auch eher kontraproduktiv für Haare. Und nun nach den Dreads wollten meine Haare auch eher etwas zwischen glatt und lockig bleiben. Kein Wunder, so oft wie ich sie die letzten Jahre gefärbt, geföhnt und auch geglättet habe.

Also was war nun die Lösung?

Da ich in der Vergangenheit oft einfach los gezogen bin und mir Dinge gekauft habe, die versprochen haben meinen Haaren zu helfen und es nie wirklich getan haben, außer zwei mal, habe ich erst einmal den Herrn Internet gefragt. Irgendwer würde schon wissen was das beste für meine Locken ist.
Auf Youtube habe ich dann ganz viele Videos zu diesem Thema gefunden und musste feststellen: Ich habe eigentlich alles Falsch gemacht, was man bei Locken falsch machen kann – Glückwunsch! 😀

Meine Fehler:
– Haare kämmen wollen (ganz normal wie alle das machen)
– Haare alle zwei – drei Tage mit Shampoo waschen
– Shampoos mit Alkohol und Sulfate benutzt
– Keinen Leave In Conditioner
– Kaum Feuchtigkeitspflege die sinnvoll war
– Föhnen >.<
– Haare im Handtuch trocknen
– Keinen Nachtschutz
– Kuren nur einmal die Woche (aber da wenigsten schon die richtigen)

Zusammenfassend kann man sagen: Ich habe meine Haare wie die meiner Freunde behandelt: So als wären sie glatt. Natürlich mögen Locken das nicht, aber es hat echt fast 15 Jahre gedauert bis ich an diesem Punkt in meiner Haarpflege angekommen bin! Unfassbar!
Durch das Internet und auch durch Facebookgruppen habe ich mich die letzten Wochen informiert und bin auf etwas gestoßen, dass die „Curly Girl Methode“ genannt wird. An und für sich gibt es dafür  ein Buch, welches alle Tipps und Tricks beschreibt und auch die Hintergründe erklärt. Allerdings fühle ich mich schon recht gut informiert und werde es mir deshalb nicht kaufen.

Die Curly Girl Methode
Die Methode stammt aus den USA. Jetzt wo ich davon weiß, frage ich mich wo es sich versteckt hatte all die Jahre. Rund um diese Methode gibt es viele Meinungen und auch Änderungen und Abweichungen – immerhin ist jedes Haar ja auch ein bisschen anders, auch wenn es alles Lockenköpfe sind. Deshalb schreibe ich jetzt zwar die Tipps und Tricks auf, allerdings auch nur die die ich getestet habe oder die für mich in Zukunft Sinn machen.
Es kommt dabei sehr auf das richtige Shampoo an. Die meisten Shampoos sind ohne Silikone, da die ganz schön in Verruf geraten sind, denn sie machen ein Build Up auf den Haaren, sie bauen eine Schicht auf dem Haar auf. Diese Schicht macht sie zwar glatt und seidig, beschwert sie aber auch und eignet sich absolut nicht für Locken. Diese Zutat konnte sich vermutlich bereits jeder denken. Aber es gibt noch mehr: Das Shampoo sollte auch keine Sulfate und keine nichtrückfettenden Alkohole enthalten. Sulfate deshalb nicht, da es sich dabei um ein aggressives Waschmittel handelt, dass ihr besser nicht auf Kopf und Haare lasst. Und Alkohole welche keine rückfettende Wirkung haben trockenen die eh schon trocknen Locken nur weiter aus, was diese platt und nicht definitert erscheinen lässt.
Also habe ich erst mal meine Shampoos gecheckt und festgestellt: Alle mit Sulfaten und Alkohol. So ein Käse. Ich wollte aber nicht alles weg werfen. Ich habe mich entschlossen nur das Shampoo von Lavera zu behalten, da es am wenigsten Alkohol enthält. Die anderen beiden habe ich entsorgt. Wenn dieses Shampoo geleert ist, werde ich weiter zu Naturkosmetik greifen. Weniger schädliche Stoffe für meine Locken, aber auch für den ganzen Körper.

Vermutlich würde der Text ziemlich lang werden, wenn ich noch zu jedem Punkt so weit ausholen würde, aber das muss ich (zum Glück!)nicht! Der Punkt Shampoo ist nämlich bereits der Umfangreichste und auch gleichzeitig der mit dem meisten Hintergrund wissen.
Ein wichtiger weiter Punkt ist aber das man Leave In Produkte benutzten sollte, da die Haare so etwas mehr Feuchtigkeit behalten und definierter und gepflegter sind und wirken. Als Leave In eignet sich vieles: Haarkuren, Haaröl, Condtioner, Sprühkur oder spezielle Produkte. Alles hat gemeinsam das es die Haare mit Feuchtigkeit und Nährstoffen versorgt. Da hatte ich nun echt nichts da was nicht zu schwer war, also kaufte ich mir ein speziell Produkt im Rossmann und zwar von Cantu, einer Marke für Locken und Afro Haare mit weniger Chemie.  Ich bin davon sehr begeistert, möchte aber dennoch auch noch anders und auch gerne selbstgemachtes ausprobieren.

Dann bekommt das Haare kämmen bei dieser Methode einen eigenen kleinen Platz. Den Locken mögen Brüsten gar nicht gerne. Es wird empfohlen einen groben Kamm oder die Hände zu nehmen und nur im Nassen Zustand zu kämmen, da die Locken sonst brechen.
Ich befolge das jetzt seit zwei Wochen und ich merke wirklich, dass es meinen Locken besser geht. Ich sprühe sie mit Wasser ein und Kämme sie dann oder ich lass es eben bleiben.

So nun der Punkt Haarkur. Klar kann man seine Haare auch überpflegen, aber einmal die Woche eine Kur zu machen reicht bei Locken oft nicht und bei mir definitv nicht aus! Außerdem habe ich oft zu schwache gekauft. Nun benutzt ich sehr reichhaltige Kuren und mixe auch mal gerne selber. Avocado, Olivenöl und Honig sind eine mega gute Nährstoffkur für die Haare!!  Also eine besserer Kur und zwei – drei mal die Woche, davon einmal als eine Über Nacht Haarkur und seit dem fühlen sich auch meine Haare weich an !

Und zum Schluss noch zwei Dinge, die für mich Hand in Hand gehen.
Die Locken mögen es über Nacht geschützt zu werden. Durch einen Zopf, ein Tuch oder Satin Bettwäsche, denn nur so lassen sie sich am nächsten Morgen durchs anfeuchten wieder zu richtig schönen Locken formen. Das führt dann zu dem Punkt die Haare so selten wie möglich zu waschen, da das die Haare strapaziert. Ich werde mir bald einen Tuch aus Satin holen um meine Locken über Nacht zu schützen, denn das ganze Bett in Satin finde ich wirklich schwierig.

Das sind die Dinge, welche ich mir aus dieser Methode abgeguckt habe. Es gibt noch viele andere Sachen die man machen kann. Einige schwören auf Co Wash, was bedeutet sich mit der Spülung die Haare zu waschen, andere verwenden kein traditionelles Shampoo mehr. Andere drehen sich Nachts Lockenwickler ins Haar um zu schützen und zu unterstützten. Das Feld ist groß und weit und ich habe auch gerade erst angefangen mich damit zu beschäftigen – aber ich fühle mich auf einem guten Weg zu schönen Locken und irgendwann dann auch wieder zu langen Locken! 🙂

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Vor den Dreads – lang aber kaputt gefärbt und gepflegt

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Zu Erinnerung meine Dreads 😀

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Hier fast direkt nach den Dreads und dann nach dem Friseur Besuch

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Diese beiden Bilder sind nach der Avocado Honig Öl Kur! 

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Die Zeit bevor ich mich damit beschäftigt habe, kaum Locken und einfach nicht toll…. 

Niemals gut genug…. oder?

Niemals gut genug zu sein, dass ist einer der stärksten und gleichzeitig dämlichsten Gedanken meiner Erkrankung.
Wer entscheidet denn bitte wann man genug ist? Man ist genug, immer. Egal wie gesund oder krank man ist, egal wie sehr du für andere wie ein Loser aussiehst. Du bist immer genug.

Und ich auch. Ich bin genug, obwohl….
… ich es nicht schaffe immer zu putzten, aber trotzdem am Ball bleibe.
… ich nicht arbeiten gehe und nicht weiß wie meine Zukunft aussieht.
… ich sensibel bin, denn ich versuche mir eine harte Schale anzueeignen.
… ich lange für fast alle brauche, aber ich gebe nicht auf und greife es immer wieder auf.
… ich fast nur Müll esse und im Moment es wieder nicht zum Sport schaffe.
… ich noch nicht super mit meinem Geld klar komme, aber ich arbeite daran.
… ich übergewichtig bin.
… ich es nicht schaffe alle Arzttermine in kurzer Zeit durch zu stehen.
… ich es nicht schaffe irgendwo anzurufen.
… ich im Moment wieder mehr schlechte als gute Tage habe.
… ich Panikattacken und eine Angststörung habe.

Solange ich und du nicht aufgeben sind wir genug. Immer und überall.

Ich bin auch stolz auf mich und erlaube mir das! Ich gebe nicht auf, lebe noch und kämpfe um ein normales Leben. Ich habe große Fortschritte gemacht und bin schon wieder halbwegs auf dem Damm, aber die andere Hälfte fehlt und das merke ich auch noch.

Ich bin stolz auf mich, weil…

… ich mich seit Dezember nicht mehr geschnitten habe.
… ich mich im Dezember nicht umgebracht habe.
… ich um Hilfe gefragt habe, als ich sie brauchte.
… ich zugebe das ich krank bin und meine Krankheit akzeptiere.
… ich bei dem Zahnarzt war und wieder gute Zähne habe.
… ich es schaffe mich zu bewerben, auch wenn ich Angst vor Ablehnung habe.
… ich es auch jetzt schaffe morgens aus dem Bett zu kommen.
… ich es schaffe mich mit meinen Freunden zu treffen und diese Zeit zu genießen.

Einfach mal ein wenig Positivität auf diesem schönen Blog ❤

Gebrauchsanweisung für Panikattacken

Am Montag war ich bei meinem Arzt.
Es überraschte ihn sehr, dass ich im Moment so an Panik und Angstattacken leide, denn das ist für ihn komplett neu – aber nicht nur für ihn: Mich selber hat das ganze mehr als überrascht.

Ich hatte noch nie in meinem Leben eine Panik oder Angstattacke. Klar hatte ich mal Angst oder auch mal Panik aber dafür gab es nachvollziehbarer Gründen für so gut wie jeden. Das war dann  irgendwelche Prüfungen, Vorstellungsgespräche oder in eine neue Klasse kommen, welche dieses Gefühl ausgelöst haben. Gemischt mit Aufregung und weit ab davon etwas lähmendes und stoppendes in meinem Leben zu sein. Ich behaupte mal das in dieser Form es allen Menschen bekannt vor kommt.
Vor drei Wochen veränderte sich dann etwas in meinem Inneren. Die Wiedereingliederung war beschlossene Sache, ich freute mich fast schon darauf wieder zu arbeiten, denn nach 6 Monaten zuhause vermisst man einen normalen Alltag. Jedenfalls tue ich das und das wird mir auch immer mehr bewusst, denn alleine schaffe ich das nicht wirklich gut.  Auf jeden Fall wollte ich dann natürlich mit meinem Chef sprechen, er ist neu und wir kennen uns noch nicht. Ich fuhr mit meinem Auto zu meiner Kita. Auf den Weg dahin wurde mir schon recht komisch, ich wurde nervös und hatte auch ein wenig Angst – aber ich dachte noch an meine „normale“ Angst die ich von solchen Situationen bereits kenne.

Ich bog in die Straße, sah meine Arbeitsstelle und mein Herz fing an zu rasen, mir wurde schwarz vor Augen, ich bekam schwer Luft, hatte einen Kloß in meinem Hals und mir wurde richtig schlecht, am liebsten hätte ich mich übergeben. Mein Blickfeld wurde zu einem Tunnelblick und ich sah nur noch das Ende der Straße, Hauptsache weit weg von dem Gebäude.
Kurz hinter dem Ende der Straße hielt ich an. Weiter konnte ich in diesem Moment nicht fahren. Ich schloß die Augen und versuchte mich zu beruhigen. Einatmen, ausatmen. Aber es half nicht und ich musste zu meinem Notfallkoffer greifen und an meinem Lavendelöl riechen, das brachte mich etwas runter. Allerdings brauchte ich noch meinen Igelball um sich aus dieser Situation zu befreien. Richtig zu ordnen konnte ich das gesehene nicht und schob es erstmal darauf einen schlechten Tag zu haben (mir ging es in der Tat nicht ganz so gut). Also beschloss ich noch einmal wieder zu kommen. Allerdings waren die anderen beide Versuche sehr sehr ähnlich und ich entschloss mich es vielleicht mal mit einem Anruf zu probieren. Aber auch hier hatte ich sehr ähnliche Situationen. Einmal nur (von 5 Versuchen) schaffte ich es über ein Klingeln hinaus, musste aber beim zweiten Klingeln dennoch auflegen.

Nun war ich am Montag bei meinem Arzt und erzählte ihm davon, denn ich wusste damit selber nicht umzugehen. Ich wollte also quasi eine „Gebrauchsanleitung“ für solche Situationen. Die bekam ich aber nicht wirklich. Ich solle an meinem Notfallkoffer festhalten und diesen ggf. erweitern oder ergänzen.
Der nächste Tipp war dann das ich meine Medikamente erhöhen soll. Von 150 mg auf 200 mg. Das mache ich jetzt seit zwei Tagen, noch merke ich nicht viel, habe mich aber auch nicht wieder zur Arbeitsstelle gewagt. Das will ich auch versuchen, aber erst in der nächsten Woche, da dann die Erhöhung eine Woche her ist und evtl Wirkung zeigt.
Als Option für die Zukunft, sollte die Erhöhung des Setralins nicht reichen um gegen die Ängste und Panikattacken zu wirken, ist zu Überlegen ob ich wieder einen stadtionären Aufenhalt in einer Klinik mache. Dieses mal allerdings geplant und so mit mehr Angeboten für mich.
Wie ich dazu stehe? Das weiß ich noch nicht. Ich habe zwar kurz vor dem Besuch beim Arzt mit der Alice gesprochen und sie erzählte mir von ihrer Erfahrung in einer anderen Klinik als der in der ich bereits war und in der ich Alice kennengelernt habe.  So mit war der Gedanke nicht allzu neu, aber ich war doch schon noch überrascht das mein Arzt das gleiche sagt wie Alice 😀

Auf jeden Fall wird es bald eine Veränderung geben. Wie auch immer diese dann aussehen mag 🙂

Panik über Panik über Angst und Angst

Es ist Donnerstag, der 4. Mai.
Seit dem 25. April versuche ich mit der Kita Kontakt aufzunehmen. Ich möchte ja die Wiedereingliederung machen und das ab dem 8. Mai.  Also am Montag, der jetzt kommt.
Ich habe die letzten zwei Wochen zwei mal probiert hinzugehen, bin aber jedes Mal in Panik geraten und weiter gefahren so schnell ich konnte. Das Telefon habe ich bereits drei oder vier mal in die Hand genommen um dort anzurufen, aber es nie so weit kommen lassen, dass ich tatsächlich telefoniert hätte.

Ihr merkt… ich spreche nicht von getanen Sachen, Dingen oder Aktionen.
Ich habe zu keiner Minute der letzten Wochen (ehrlich gesagt oder Monaten) keinen Kontakt zu meiner Arbeitsstelle gehabt. Die neue Leitung macht mich nervös und auch mit jemanden aus dem Thema zu sprechen lässt mich grausen. Nicht weil ich die Menschen nicht mag, nein ist eher die Reaktionen die mir Angst machen. Ich bekomme Panik. Mein ganzes Inneres schreit mich, dass bloß nicht zu tun. Ich habe einen Kloß im Hals und noch einem im Magen, bekomme Durchfall und das  war es dann mit dem Tag und auch mit dem Thema „sich in der Arbeit melden“.
Ganz ehrlich: Ich weiß wie dumm diese Angst ist.
Allerdings ist Angst nie rational. Sie macht keinen Sinn und tut einem einfach nicht gut und in meinem Fall sogar richtig weh. Ich fühle mich machtlos gegen diese Angst. Ich weiß nicht damit umzugehen. Nun mache ich mich seit dem 25.April immer wieder selber fertig. Ich will es schaffen, schaffe es aber doch zu schaffen macht mich traurig, wütend und ängstlich zu gleich. Jetzt bin ich an dem Punkt gekommen, wo ich es nicht mehr alleine aushalte und auch sicher nicht hin komme bzw weiter komme.
Leider konnte ich diesen Druck nicht schon früher von mir nehmen, da mein Arzt Montags Sprechstunde hat und da war ja Feiertag. Also werde ich morgen in die Sprechstunde fahren. Im Prinzip brauche ich einfach eine professionelle Meinung. Ist die Angst normal? Oder schon krankhaft? Oder muss man mir nur in den Arsch treten? Oder lässt man es lieber bleiben? Eindeutig Fragen für meinen Arzt.

Durch die schlimme Nacht in dieser Woche, sind meine Gefühle immer noch etwas aus der Bahn. Das macht die Angst und Panik nicht leichter zu ertragen, ganz im Gegenteil. Ich weiß, das letztendlich ich alleine mit meinen Gefühlen und Gedanken klar kommen muss. Allerdings fällt mir das noch schwer, weshalb ich mir nun wieder einmal Rat bei meinem Arzt in der Ambulanz suchen werde.

Und ab Montag suche ich auch wieder verstärkt nach Therapeutin, es geht definitiv nicht anders und das ist mir nun mehr als klar geworden. Vorher wusste ich bereits, dass eine Therapie gut für mich wäre. Jetzt erkenne ich allerdings die wirklich Notwendigkeit dafür an um weiter zu kommen in meinem Leben.

Selfcare

Nach dem der letzte Beitrag einfach nur raus wollte und innerhalb weniger Sekunden abgetippt war, folgt nun wieder ein bewusster Eintrag.

Gerade nach so einem Abend und Nacht wie ich sie hatte, viele Gedanken, Zweifel, Ängste, der brauch danach einfach was gutes. Nach jedem Tief darf und soll man sich belohnen. Man hat es geschafft! Die Sonne ist wieder aufgegangen und ein neuer Tag ist angebrochen.

Ich habe ja schon davon erzählt, dass ich mir ein oder zwei Tage Urlaub nehmen muss in der Woche. Dann muss ich mich erholen und es geht nicht mehr viel.
Aber gerade nach einer Nacht wie die letzten, MUSS ich was machen. Und hier setzt das Wort Selfcare ein. Natürlich ist es ein Selbstschutz das ich mir den Urlaubstag nehme. Aber nach einer Nacht wie der letzten, da reicht das nicht ganz. Ich muss wirklich aktiv etwas gutes tun. Etwas gutes und lebendes.
Also bin ich heute in die Badewanne gegangen! Das ist mein Allrounder, wenn es mir nicht wirklich gut geht. Ich kann dort abschalten, mich auf mich konzentrieren und mich pflegen. Heute habe ich eine Ölhaltigen Badezusatz um ganz nebenbei meine Haut zu pflege. Dazu eine Haarkur aus reinem Bio Kokosöl mit einer Mülltüte auf dem Kopf um die Wirkung zu verstärken (meine Haare scheinen das echt gut zu tun!). Danach habe ich mir eine Kopfmassage mit Birkenwasser gegönnt und zum Schluss mein Gesicht gepeelt. Sich sauber machen, pflegen und es sich gut gehen lassen ist genau das was die Seele dann brauch.
Neben der körperlichen Pflege habe ich heute eines meiner Lieblingssachen gegessen: Ravioli *_* Frische! Nicht aus der Dose! JAMMY!!! Ich würde das mal Soulfood nennen. Und um das ganze Abzurunden: Ich habe vor dem Baden mein Bett neu gemacht. Und sicher kennt ihr das Gefühl, geduscht (oder eben gebadet, hauptsache sauber) in ein neu bezogenes Bett zu gehen?! Das ist der purer Luxus für mich *_* Ich freue mich sehr darauf gleich ins Bett zu hüpfen *_*

Ich hoffe ab morgen wieder fit zu sein bzw mich von der letzten Nacht erholt zu haben. Sich selber nicht so toll zu finden kostet so unglaublich viel Kraft, welche ich eigentlich nicht habe. Da muss dann wieder ausgeglichen werden. Deswegen heute der Urlaubstag mit etwas Luxus und recht viel Ruhe.
Kümmert euch um euch, denn es macht kein anderer! :*

Gedankenmüll: Ich bin wertlos, scheiße, faul und dumm

Vorsichtshalber setzte ich eine TRIGGER WARNUNG!
Ich schreibe hier gleich meine Gedanken auf, sie sind gegen mich gerichtet und nicht sehr freundlich. Hast du selber Problem mit solchen Gedanken (oder im schlimmsten Fall taten) dann lies hier bitte nicht weiter!

Ich wohne bei meinem Vater. Unserer Beziehung ist ganz gut. Wir kommen klar und vor Jahren (während meiner Pubertät) war es schlimm.
Den Alltag nicht mehr alleine verbringen zu müssen tut mir so weit ganz gut. Ich liebe meinen Vater, kenne seit Art und Weiße und kann damit umgehen. Aber ich bin eben auch dünnhäutig geworden, mehr als mir tatsächlich lieb ist. Deshalb gehen mir oft Sätze unter die Haut, die andere Menschen nicht einmal stören. Und genau das ist heute passiert, hat er meine Gedanken gegen mich gerichtet und mich dann zum heulen gebracht. Ich werde die Situation und meine Gedanken nun aufschreiben, das schreiben hilft mir ungemein.

Nicht der ordentlichste Mensch zu sein und auch von allen Menschen als solch einer gesehen zu werden ist schwer, besonders dann wenn man sein Problem erkannt hat und was dagegen macht. Nein ich bin kein Messie, aber ich habe viele Interessen und Hobbies die Platz und Raum einnehmen und so schnell ein volles Zimmer zusammen kommt, selbst wenn es ordentlich an sich ist.
Von der Zeit in meiner eigenen Wohnung mal abgesehen, denn die war sehr anders und tat mir nicht gut.
Das nur einmal vorweg.
Ich habe heute Abend in meinem Zimmer gegessen, da ich gerade am Laptop war und eine neue Serie gesehen habe und dieses nicht unterbrechen wollte. Den Teller und das Besteck habe ich neben mein Bett gestellt, mache ich immer so. Wenn ich aufstehe nehme ich es dann mit, warum soll ich extra dafür aufstehen? Dazu bin ich dann wirklich zu faul. Da hält mich dann nicht die Depression zurück, nein ich bin da einfach faul und möchte es auch gar nicht anders haben. Ich habe die Serie gesehen und irgendwann kam dein mein Vater ins Zimmer und wollte sich verabschieden um ins Bett zu gehen. Das machen wir jeden Abend so, wir wünschen uns dann eine gute Nacht. Als er dann den Teller bemerkt, wurde er etwas unfreundlich und meinte: „Was hat der Scheiß hier wieder zu suchen? Muss das sein?“ An und für sich hat er ja Recht. Es muss nicht, ich bin nur faul gewesen. Ich erklärte ihm, dass ich es mitnehme wenn ich wieder den Raum verlassen würde – Gespräch beendet.

An sich nichts schlimmes. Kein Streit oder ähnliches. Nichts weiter schlimmes. Aber hat das schon mal jemanden meinem Kopf gesagt?

Ganz klar nein. Denn nachdem er im Bett war und die Folge meiner Serie zu ende war fing es an. Ganz langsam. Ich dachte so Sachen wie:
– Wieso bin ich immer schuld?
– Wieso kann ich gar nichts tun was ihn stolz macht?
– Wieso nur bin ich faul und dreckig?
– Warum kann ich nicht normal sein?
Diese Sachen brachen durch in meine Gedanken. Klar meckert er, würde ich doch auch tun bei so einer Versager Tochter die seit 6 Monaten zu Hause rum hängt und nun zu feige ist ihrer Wiedereingleiderungspapier unterschreiben zu lassen. Klar das er meine Schwester mehr mag als mich, sie bekommt ihr Leben auf die Reihe. Putzt, kocht, kauft ein und geht arbeiten und nebenbei sieht sie dann noch Freunde und Familie. Und was mach ich? Ziehe mit 25 wieder zu hause ein, weil das Leben ja ach so schwer ist. Nicht mal das ausmisten in deinem Zimmer schaffst du an einem Tag, Herr gott so schwer kann das ja doch nicht sein! Und du wunderst dich echt warum dein Vater nicht stolz ist? Dich nicht lobt? Wieso willst du Lob und wofür? Dafür das du den Müll von 15 Jahren entsorgst? Das hätte gar nicht so weit kommen müssen, du Schlampe. Kauf weniger und schmeiß mehr weg – andere machen das auch so. Und hör bloß auf so zu tun als wäre es anders! Den das ist es nicht!!  Es ist nicht der zu kleine Raum – du hast du viele Sachen! Dafür willst du Lob und Liebe haben? Paah bist du widerlich und erbärmlich!!
Du bist so undankbar, weißt du das? Er nimmt dich auf und zahlt alles für dich und sich und du schaffst es nicht mal deinen Arsch zu bewegen und wirklich jede Woche sauber zu machen!! Ganz zu schweigen davon, dass du wieder arbeiten gehst! Faules, undankbares Ding!
Kein Wunder das du so wenig Freunde hast… wer will schon mit dir befreundet sein?! Du bist so eine schlechte Freundin! Lügst weil du es nicht aus dem Bett schaffst. Bist nicht immer da, wenn dich andere brauchen. Ziehst an den Arsch der Welt und wunderst dich dann das keiner/kaum einer kommt? Hallo?! Was stimmt nicht mit dir? Deine Ex Freundin hat schon recht… versuchst ja nicht mal das Menschen bei dir bleiben! Warum bist du denn wütend? Es gibt keinen Grund!!! Du bist so scheiße, sei froh das wer mit dir redet, klar? Na ja so ganz scheiße bist ja nicht… immerhin hat deine beste Freundin dir gesagt das du auch ihrer bist… mit 25 hörst du das zum ersten Mal… und freust dich darüber als wäre als Kind dein Weihnachtswunsch erfüllt worden…OH MEIN GOTT wo bin ich nur gelandet?! Kein Wunder das du so fett bist, dieses Versagen muss sich natürlich auch nach außen zeigen!! Immer schön voll fressen, wenn der Kummer zu groß wird – das genau du Nilpferd!! Kein Wunder das sich über dich lustig gemacht wird!! Nicht mal deine Ex Freundin hat davor halt gemacht, ich meine es ist ja auch zu witzig!! Fett wie ein Wal, mehr Bauch als alles andere und du merkst nicht mal wenn sich andere über dich lustig machen!!!

Gedankenmüll. Wollte einfach raus. Es ist so anstrengend gegen so eine Gedankenflut anzukämpfen. Ich weiß das die Stimme, meine Gedanken, nicht recht haben. Aber Gefühle und Gedanken sind echt viel schwerer als Wissen.