Am Montag war ich bei meinem Arzt.
Es überraschte ihn sehr, dass ich im Moment so an Panik und Angstattacken leide, denn das ist für ihn komplett neu – aber nicht nur für ihn: Mich selber hat das ganze mehr als überrascht.

Ich hatte noch nie in meinem Leben eine Panik oder Angstattacke. Klar hatte ich mal Angst oder auch mal Panik aber dafür gab es nachvollziehbarer Gründen für so gut wie jeden. Das war dann  irgendwelche Prüfungen, Vorstellungsgespräche oder in eine neue Klasse kommen, welche dieses Gefühl ausgelöst haben. Gemischt mit Aufregung und weit ab davon etwas lähmendes und stoppendes in meinem Leben zu sein. Ich behaupte mal das in dieser Form es allen Menschen bekannt vor kommt.
Vor drei Wochen veränderte sich dann etwas in meinem Inneren. Die Wiedereingliederung war beschlossene Sache, ich freute mich fast schon darauf wieder zu arbeiten, denn nach 6 Monaten zuhause vermisst man einen normalen Alltag. Jedenfalls tue ich das und das wird mir auch immer mehr bewusst, denn alleine schaffe ich das nicht wirklich gut.  Auf jeden Fall wollte ich dann natürlich mit meinem Chef sprechen, er ist neu und wir kennen uns noch nicht. Ich fuhr mit meinem Auto zu meiner Kita. Auf den Weg dahin wurde mir schon recht komisch, ich wurde nervös und hatte auch ein wenig Angst – aber ich dachte noch an meine „normale“ Angst die ich von solchen Situationen bereits kenne.

Ich bog in die Straße, sah meine Arbeitsstelle und mein Herz fing an zu rasen, mir wurde schwarz vor Augen, ich bekam schwer Luft, hatte einen Kloß in meinem Hals und mir wurde richtig schlecht, am liebsten hätte ich mich übergeben. Mein Blickfeld wurde zu einem Tunnelblick und ich sah nur noch das Ende der Straße, Hauptsache weit weg von dem Gebäude.
Kurz hinter dem Ende der Straße hielt ich an. Weiter konnte ich in diesem Moment nicht fahren. Ich schloß die Augen und versuchte mich zu beruhigen. Einatmen, ausatmen. Aber es half nicht und ich musste zu meinem Notfallkoffer greifen und an meinem Lavendelöl riechen, das brachte mich etwas runter. Allerdings brauchte ich noch meinen Igelball um sich aus dieser Situation zu befreien. Richtig zu ordnen konnte ich das gesehene nicht und schob es erstmal darauf einen schlechten Tag zu haben (mir ging es in der Tat nicht ganz so gut). Also beschloss ich noch einmal wieder zu kommen. Allerdings waren die anderen beide Versuche sehr sehr ähnlich und ich entschloss mich es vielleicht mal mit einem Anruf zu probieren. Aber auch hier hatte ich sehr ähnliche Situationen. Einmal nur (von 5 Versuchen) schaffte ich es über ein Klingeln hinaus, musste aber beim zweiten Klingeln dennoch auflegen.

Nun war ich am Montag bei meinem Arzt und erzählte ihm davon, denn ich wusste damit selber nicht umzugehen. Ich wollte also quasi eine „Gebrauchsanleitung“ für solche Situationen. Die bekam ich aber nicht wirklich. Ich solle an meinem Notfallkoffer festhalten und diesen ggf. erweitern oder ergänzen.
Der nächste Tipp war dann das ich meine Medikamente erhöhen soll. Von 150 mg auf 200 mg. Das mache ich jetzt seit zwei Tagen, noch merke ich nicht viel, habe mich aber auch nicht wieder zur Arbeitsstelle gewagt. Das will ich auch versuchen, aber erst in der nächsten Woche, da dann die Erhöhung eine Woche her ist und evtl Wirkung zeigt.
Als Option für die Zukunft, sollte die Erhöhung des Setralins nicht reichen um gegen die Ängste und Panikattacken zu wirken, ist zu Überlegen ob ich wieder einen stadtionären Aufenhalt in einer Klinik mache. Dieses mal allerdings geplant und so mit mehr Angeboten für mich.
Wie ich dazu stehe? Das weiß ich noch nicht. Ich habe zwar kurz vor dem Besuch beim Arzt mit der Alice gesprochen und sie erzählte mir von ihrer Erfahrung in einer anderen Klinik als der in der ich bereits war und in der ich Alice kennengelernt habe.  So mit war der Gedanke nicht allzu neu, aber ich war doch schon noch überrascht das mein Arzt das gleiche sagt wie Alice 😀

Auf jeden Fall wird es bald eine Veränderung geben. Wie auch immer diese dann aussehen mag 🙂

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