Die letzten Tage über ist der Sommer hier angekommen, die Sonne scheint, der Himmel ist blau und die Temperaturen liegen über 20 Grad – Sommerwetter!
Das tolle Wetter steigert meine Laune natürlich auch. Wenn ich meine „Morgendliche Antriebslosigkeit“ hinter mir habe, ist der Rest des Tages kein Problem.  Dafür liegt die morgendliche Antriebslosigkeit im Moment extrem hoch. Ich wache auf, bleibe liegen und schlafe wieder ein egal wie spät es ist. Nachdem ich dann das zweite Mal aufgewacht bin, brauche ich noch einmal 20 Min mindestens um aufzustehen und etwas zu erledigen.  Danach geht es mir gut, ich habe Kraft, wenn ich etwas angefangen habe und räume auf, mache mir gesunde Mahlzeiten, treffe mich mit Freunden oder gehe zum Sport. Wäre diese morgendliche Antriebslosigkeit nicht vorhanden und wäre sie nicht so stark, dann würde ich nicht mehr von meiner Depression negativ beeinflusst werden.
Wobei… das stimmt so auch nicht. Nach wie vor habe ich keinen Kontakt zu meiner Arbeit aufgenommen. Schaffe es einfach nicht, fahre immer wieder vorbei und bekomme immer wieder Panik, aber telefonieren hilft auch nicht. Das mag ich noch viel weniger. Aber durch die Medikamentenerhöhung ist das Gefühl der Panik erträglicher, aber immer noch lähmend. Und auch am Einschlafen hat sich nicht wirklich was getan. Ich lege mich hin und wälze mich hin und her. Oft über eine Stunde. Hin und wieder gebe ich auch auf und setzte mich noch mal an den Laptop oder das Handy. Wird ja irgendwann langweilig sich nur hin und her zu wälzen. Aber verglichen mit den letzten Monaten sind das „Luxusprobleme“.
Ich fühle mich im Moment also recht gut. Möchte auch ein letztes Mal probieren mich wiedereingleideren zu lassen. Ich möchte das Leben wieder leben. Mit Arbeit, Freunden, Familie, Pflichten, Aufgaben und Rechten. Auch wenn das volle Programm viel scheint für mich, möchte ich es angehen und gerne wieder normaler Leben als die letzten Monate. Nicht zu arbeiten und dennoch Geld und auch so weit Gesundheit zu haben das man etwas kann ist eine absolute Luxussituation, in der ich aber nicht immer Leben kann und will.

Wie geht es also weiter?
Mit meinem Arzt habe ich beim letzten Treffen einiges besprochen. An erster Stelle steht eine Entscheidung bezüglich der Arbeit. Kündigen, versetzten oder wiedereingleideren? Und wie erreichen wir diese Entscheidung? In dem er Druck macht und ich versuche diesem stand zu halten. Bis Dienstag habe ich Zeit mit der Arbeit Kontakt aufzunehmen. Wie auch immer ich das am besten schaffe.
Am Dienstag dann machen wir einen Plan zur Wiedereingliederung. Und spätestens ab da, muss ich in den Kontakt mit meiner Arbeitsstelle treten. Ich hoffe noch auf den ein oder anderen Tipp.
Sollte das so nicht funktionieren für mich, dann würde mir mein Arzt bescheinigen, dass ich offenbar nicht mehr dort arbeiten kann. So könnte ich kündigen, ohne neue Stelle und ohne Sperre vom Amt. Das ist Plan B. Dieser Plan soll mich Sicherheit und Vertrauen in die Zukunft geben. Auch wenn dadurch die „Unsicherheit“ keine Arbeit zu haben kommt, aber der stehe ich recht gelassen gegenüber, denn ich kenne diese Situation bereits und kann damit umgehen.

Auf lange Sicht kommt dazu dann noch die Suche nach einem Therapeuten für mich wieder ins Spiel. Ich kann Krisen nicht ohne Therapie angehen. Krisen und schlechte Tage wird es immer wieder geben, aber deswegen kann ich nicht immer in eine Klinik oder krank geschrieben werden. Eine Therapie ist da ein gutes Mittel um mit sich selber besser klar zu kommen und in der Welt daraus zu recht zu kommen.

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