Heute ist Donnerstag und Feiertag in meinem Bundesland. Was natürlich auch bedeutet, dass meine erste Arbeitswoche nach 7 Monaten eine recht kurze ist. Vier Tag, jeden Tag von 8 – 10 Uhr.

Nach dem ich mich letzte Woche endlich mit meiner Kollegin und Freundin in die Kita getraut habe und meinen neuen Chef kennengelernt habe, stand diese Woche auch schon die Wiedereingliederung an.
Am Montag war ich noch recht nervös und kam mit zitternden Knien in die Kita. Immerhin hatte ich neue Kollegen, das ein oder andere neue Kind und auch die Reaktion der Kinder die ich so lange nicht gesehen hatte, konnte ich wirklich schlecht einschätzen! Das macht mich doch noch nervös. Meine armen Nerven wurden aber schnell beruhigt, da die Kinder zwar verwirrt bzw irritiert waren, aber sich doch mehrheitlich freuten mich wieder zu sehen. Das tat gut, denn sie gaben mir das Gefühl mich wirklich vermisst zu haben und zeigten auch, dass ich ihnen etwas bedeute. Das half mir die erste Stunde sehr.
Allerdings bemerkte ich dann, dass die Räumlichkeiten der Einrichtung mich schon triggert. Ich bekomme dort ein schlechtes Gefühl, ohne es wirklich näher benennen zu können. Auch bin ich noch nicht sicher, ob das etwas ist was ich mit der Zeit wieder gibt oder ob es bleibt, aber wofür gibt es denn bitte Therapeuten? 😀 Nein Spaß beiseite. Im Augenblick ist es schwer für mich morgens so früh und das jeden Tag wieder raus zu müssen und auch pünktlich sein zu müssen. Das fehlte jetzt knapp 6 Monate und das macht sich bemerkbar. Das halte ich auch ein wenig für den Grund für das leichte triggern und dieses schlechte Gefühl auf der Arbeit, bzw das ist ein Faktor den ich dabei nicht außer Acht lassen möchte.
Allerdings fühle ich mich dort bis jetzt wohler als ich es erwartet hatte. Die Arbeit mit den Kindern hat mir gefehlt, kein Zweifel und es gibt mir wirklich Kraft mit den Kleinen zu spielen. Einige haben mich auch schon wieder direkt ins Vertrauen gezogen und das freut mich sehr! Auch von dem neuen Chef und den neuen Kollegen bin ich positiv überrascht. Ich fühle mich auch nicht wie eine rohes Ei behandelt, aber habe Abstand zu dem Stress. Stress ist für mich im Moment noch nicht wirklich gut aushalten, aber das ist vermutlich nur eine Gewöhnungssache.  Sollte es keine Gewöhnungssache sein, dann werde ich meine Berufswahl überdenken müssen, denn Stress ist fast immer da. Allerdings hat auch jeder Beruf so seine Stressfaktoren… könnte also schwer werden 😀 Aber vielleicht brauche ich auch nur eine andere Art von Stress? 😀

Deshalb werde ich ein ausführliches Fazit auch erst am Ende der zweiten Woche ziehen, dann hatte ich nämlich auch ein Gespräch mit meinem Chef, einer Kollegin und einer Frau von der Betrieblichen Wiedereingliederung. Dann werden die Fortschritte, Hindernisse und ggf Verbesserungen besprochen. Bin besonders auf diese Frau von der Betrieblichen Wiedereingliederung gespannt, denn ich kann mir unter ihrer Arbeit recht wenig vorstellen kann und weiß auch nicht welche Position sie vertritt bzw vertreten soll/muss.

Obwohl ich nur zwei Stunden am Tag arbeite ist es für mich auch noch sehr schwer meine Bedürfnisse, meine Familie, meine Freunde und andere Aktivitäten wie kochen, putzten und Sport miteinander zu vereinbaren. Ich probiere es im Moment mit genauer Planung. Alles in meinen Kalender zu schreiben hilft mir schon recht gut, meine Dinge zu regeln. Allerdings klappt es nicht immer und heute war ich beim Sport, dann zuhause und dann beim Essen mit einer Freundin. Darauf habe ich mich zwar gefreut, allerdings musste ich dafür sehr sehr lange gut auf mich einreden um es nicht doch noch abzusagen und meine Ruhe zu haben. Ich bin froh und stolz das ich es nicht getan habe, denn es war ein wirklich schöner Abend 🙂

Es liegt noch ein weiter Weg vor mir, aber die erste Arbeitswoche war keine Katastrophe. Ich habe gearbeitet, geputzt, Freunde getroffen, war mit meiner Familie essen, war zwei Mal beim Sport und hatte auch die Zeit zwei mal zu meditieren. Mein Ruhebedürfnis ist noch recht hoch und ich muss dem nachgeben. Die kurze Woche war da wirklich ein Segen und hat mir geholfen.
Auf in die nächste Woche ! 🙂

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