Schon seit meiner Pubertät sind meine Interessen vielseitig.
Bis meine Depression zum Tragen kam, war das für mich soweit auch nie ein Problem gewesen. Erst als ich durch die Klinik und die freie Zeit merkte, dass ich viele Interessen aus Mangel an Interesse und Kraft nicht mehr nach gehen konnte, erst da merkte ich: Es ist Fluch und Segen in meinem.

Ich lese gerne und zwar nicht nur Harry Potter. In der Bibiliothek habe ich mich immer wohl gefühlt und mochte die Auswahl. Auch mochte (und mag) ich es dort eine längere Zeit zu bleiben. Oft habe ich eine Menge Bücher mitgenommen um sie zu Hause zu lesen. Der Weg zur Bibi ist mir heute oft zu weit und die Parkmöglichkeiten nicht so gut, aber ich lese auch einfach nicht mehr so viel, dass sich die Reise lohnen würde. Das hat weniger mit der Depression zu tun, als damit das ich nun einfach mehr mit meinen Freunden und meiner Familie unternehme als ich es früher gemacht habe und dadurch habe ich dann auch weniger Lust und auch Zeit ein Buch zu lesen.
Anders sieht es aber bei anderen Interessen aus. Ein gutes Beispiel sind da meine künstlerischen Interessen. Die habe ich durchaus, allerdings verkümmern sie seit einiger Zeit. Malen und zeichnen war nie so meins, aber ich habe gerne und viel geschrieben. Seit der Depressionserkrankung habe ich wenig geschrieben, wenn ich den Blog nicht mitzähle. Eine wirkliche Gesichte habe ich lange nicht geschrieben und das ist für mich das beste Beispiel das eine Depression dich lähmt: Ich hatte Ideen, Vorstellungen. So war das nicht, aber ich KONNTE mich nicht AUFRAFFEN sie auch tatsächlich umzusetzten oder auch nur Sprachmemos mit den Ideen anzufertigen. Allerdings schreibe ich seit ca einem Monat wieder. Naja … ich sammel noch Ideen und Orte und Fakten, aber die Grundidee steht schon. Das fühlt sich wirklich gut an 🙂
Ein weiteres Interesse, welches sehr gelitten hat ist mein Umweltbewusst sein. Das umfasst gleich mehrer Punkte für dich ich mich interessiere und die ich gerne umsetzten würde. Da wären:
– Plastikfreier Leben.
Das erfordert ein wenig Vorbereitung beim Einkaufen, ein paar Sachen und Dinge sollten selber angefertigt werden. Das kostet natürlich Zeit und Kraft, Dinge die kostbar sind wenn du eine depressive Phase hast.
– Weniger Auto – mehr Bewegung.
Schon seit ich mein Auto habe, möchte ich mein Auto auch öfter stehen lassen. Besser für mich und für die Umfeld. Und ich gebe zu: Das dies nicht geklappt hat ist eher die Schuld meiner alten Wohnung: Am Arsch der Welt und Kilometer entfernt von eigentlich allem. Wer hat da schon Bock Fahrrad zu fahren oder zu Fuß zu gehen?
Ein Interesse was für mich eng mit plastikfreier Leben verbunden ist, ist für mich das Thema mich gut zu ernähren. Gesunde Lebensmittel zu festen Zeiten und das dann möglichst ohne Müll. Ich interessiere mich allgemein sehr für Lebensmittel. Wo sie her kommen, was sie in mir bewirken können und wie sie dazu beitragen, dass ich mich wohler und fitter fühle. Ich glaube tatsächlich das sich durch die Ernährung eines Menschen die meisten Erkrankungen positiv beeinflussen, wenn nicht sogar heilen lassen.
Im übrigen wären wir damit bei noch einem meiner Interessen: Spiritualität. Ich bin mir sicher, dass einige Menschen das mit der Ernährung nämlich genau unter diesem Punkt zusammen fassen würden. Ich glaube daran, dass wenn man die Dinge mit Achtsamkeit erledigt, man einen besseren Draht zu sich selber und seinen Gefühlen findet. Man trainiert sich und seinen Körper darauf auch die Alltäglichen Dinge im Leben gezielt wahrzunehmen und sich auch über diese Dinge somit freuen kann und dafür dankbar ist. Ich glaube daran, dass Meditation die Seele wieder ins Gleichgewicht bringt, die Gedanken säubert und die innere Ruhe stärkt. Auch messe ich Yoga eine ähnliche Wirkung bei, zudem das es den Körper auch noch sanft dehnt und auch stärkt. Diese Dinge betreibe ich in der letzten Zeit wieder mehr und merke die positive Wirkung auf mich, meine Seele und meinen Körper.

Das sind meine „großen“ Interessen. Das klingt irgendwie doof, aber es gibt auch Dinge die mich nicht immer interessieren. Wie basteln. Hin und wieder mache ich das gerne und habe dafür (leider) einige Sachen, die ich selten brauche und die (unnötig) Platz wegnehmen. Auch den Sport im Fitnessstudio ist eher so ein kleines Interesse. Ich mache das wirklich gerne, aber nicht immer. Das ist sehr schade für mich und meine Gesundheit, aber ich hoffe das es irgendwann mal ein „großes“ Interesse wird. Eigentlich bewege ich mich gerne und treibe gerne Sport, aber Sport ist leider auch eines der Dinge die mir die Depression als erstes stiehlt.

Der Fluch ist also: Viele Interesse erfordern viel Zeit und Energie. Gesunde Menschen haben diese Zeit und Energie auch nicht immer, das ist mir klar. Aber bei der Depression wird dir langsam und schleichend das Interesse an deinen Interessen genommen und wenn du es bemerkst, dann bist du oft schon tief in einer Krise und es wird schwer dagegen anzugehen. So war es auf jeden Fall bei mir. Allerdings bin ich guter Dinge, dass ich dieses schleichende stehlen nun besser bzw schneller spüren werde, da ich nun weiß das es immer wieder vorkommen kann oder weg ist. Wir werden sehen. Ich und auch kein andere Wissen wie es weiter geht, dass ist normal und darüber (versuche) ich nicht nach zu denken 🙂

Und nun: Gute Nacht, es ist gerade halb 12 nachts bei mir 😀

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