Die letzten zwei Wochen hatte ich ein Tief. Keine große Krise, nichts wirklich greifbares, aber irgendwie war es schwer. Und zwar war alles schwer. Das Aufstehen, das Essen, das Arbeiten, Menschen treffen, sprechen und lachen.
Das ging jetzt ziemlich genau zwei Wochen so und ich weiß nicht was der Auslöser war. Ich denke da seit 2 Tagen drüber nach. Versuche ehrlich zu mir zu sein. Aber ich kann nichts finden, außer das Wetter und den Schlaf. Natürlich war meine Laune besser, als das Wetter besser war. Aber ich kann mich in einem Land wie Deutschland ja wohl schlecht abhängig von dem Wetter machen, dann komme ich nie aus meiner Erkrankung raus. Bei dem Schlaf sieht es natürlich anders aus. Der ist wichtig und beeinflussbar. Ich schlafe wenig im Moment, obwohl mein Körper gut arbeiten muss. Ich gehe jetzt vier Stunden arbeiten, davor zwei Stunden und treffe Freunde. Das kostet viel mehr Kraft, wenn man sich in der Nacht nicht gut oder zu wenig erholt.
Beides ist im Moment immer noch schlecht und dennoch geht es seit Montag wieder bergauf mit mir. Zugeben: Der Montag an sich war noch hart. Das erste Mal vier Stunden Arbeiten. Das war anstregend und ungewohnt, stressig und schweißtreibenden, aber auch schön wieder mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen und mehr Zeit für Aufgaben zu haben und auch mehr Zeit mit den Kollegen zu reden und sich auszutauschen. Die Arbeit war also anstrengend und auch etwas viel, aber ich habe heute mit meiner Kollegin gesprochen und es geklärt was mich so ausgepowert hat (ich hatte zwei Essensdienste, kann aber nur einen stemmen und heute mit nur einem Essensdienst ist es auch wieder entspannter). Der Montag war eher wegen Zweifel an meiner Figur und Probleme mit meinem Übergewicht schlimm geworden. Ich habe neue Kleidung bekommen und mein Vater machte dazu ein sehr unsensibeles Kommentar und fragte mich ob ich den nicht mal abnehmen wollen würde – nein natürlich nicht! Ich bin gerne so dick, dass meine Freunde allesamt nur die Hälfte von mir wiegen und ich nehme gerne jedes Jahr mehr an Gewicht zu, weil mein Essverhalten stark an meiner Psyche hängt. Grob gesagt: Je unglücklicher ich bin um so mehr esse ich dann auch. Das war DAS Problem am Montag und hat mich sehr unglücklich gemacht. Es war der Tropfen der das Fass zum überlaufen brachte.

ABER: Heulen, Futtern, Krone richten und ab gehts! Seit dem das raus ist, geht es mir besser. Ich schlafe schneller ein, schlafe somit länger und bin etwas erholter. Ich putze wieder. Ich koche, ich mache Pläne mit Freundin und morgen geht es sogar zum Sport. Das konnte oder wollte ich die letzten zwei Wochen einfach nicht. Man könnte es einen Schatten auf mir liegend nennen.  Den habe ich raus gelassen durch das weinen und den Tiefpunkt am Montag. Und jetzt geht es wieder bergauf.
Dabei habe ich folgendes gemerkt: Ich muss mir mehr Dinge erlauben. Ich muss mir erlauben, traurig zu sein. Auch das ich es mal nicht schaffe alles zu erledigen, ist kein Weltuntergang. Nicht schön und sollte auf keinen Fall auf Dauer so bleiben, aber ich muss es mir dennoch erlauben. Jeder ist mal traurig, auch Menschen die depressiv sind sind mal traurig und mal fröhlich. Mit negativen Gefühlen umgehen zu lernen ist definitiv eine wichtige Sache und etwas was ich lange und oft nicht hinbekommen habe. Deshalb muss ich nun lernen mir „schlechte Tage“ zu erlauben.
Ich darf das! Ich darf traurig sein! Ich darf auch mal faul sein! Niemand kann alles schaffen, schon gar keiner der vor wenigen Wochen noch aufgeben wollte. Geduld, Zeit und sich selber etwas erlauben. Ganz wichtig! 🙂

 

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