Die ersten zwei Tage ohne Krankschreibung sind um.
Nun ist Tag zwei danach – Sonntag und morgen geht es wieder zur Arbeit.
Wie ist das nur möglich gewesen?
Ehrlich gesagt kann ich das noch gar nicht wirklich glauben. Vor wenigen Wochen habe ich noch und fast nur daran gedacht alles beruflich hinzuschmeißen und mich neu zu orientieren. Und nun das!
Wie habe ich das geschafft? Bin ich jetzt Super Woman? Nein eindeutig nicht. Ich brauchte Zeit, mehr Tabletten und den Tipp : Angst ist natürlich, sie darf dich nur nicht lahm legen. Also habe ich nach einem Weg gesucht mich meiner Angst zu stellen, ohne wie ein Baby dazustehen oder einen Herzinfakt zu erleiden. Also habe ich mich an meine Freundin und Kollegin J gewandt und sie gebeten mich mit rein zu nehmen. Vorbei fahren war ja nie das Problem – nur rein gehen. Zum Glück war es für sie kein Problem und sie kam dann auch raus und hat Nägel mit Köpfen gemacht. Mein Vater hat mich hingefahren und somit konnte ich auch nicht weg.
Und das beste: Damit hat sich meine Angst vor der Arbeit auch erledigt gehabt. Ich habe dann mit dem neuen Chef gesprochen, mit ein paar Kollegen und es war als wäre ich an einem ganz anderen Ort, aber dennoch total vertraut. Von Angst keine Spur – eine offene und freundliche Atomsphäre. Das war vor 7 Wochen.
Die Wiedereingliederung verlief gut- Die ersten zwei Wochen waren hart. Alles ungewohnt und es kostet mich viel Kraft. Die Wiedereingliederung wurde verlängert – noch einmal zwei Stunden für zwei Wochen. Und danach war es dann auch wirklich besser: Mit 4 Stunden fühlte ich mich dann auch mehr wie eine arbeitende Person. Ich übernahm Aufgaben, baute Bindungen auf und fühlte mich einfach wieder wohl in dieser Einrichtung.

Die letzte Woche habe ich dann den neuen Gruppenwechsel vollzogen und bin jetzt mit meiner Freundin und Kollegin J in einer Gruppe. Das ist noch ungewohnt für mich. Natürlich nehme ich sie schon immer ernst und ich höre auf sie, aber das sie meine Gruppenleitung ist, ist noch ungewohnt für mich – ein wenig auch weil ich mein Glück nicht fassen kann tatsächlich mit ihr in einer Gruppe arbeiten zu dürfen. Wir arbeiten da seit 2 Jahren zusammen und bisher ging das nie und war nie erwünscht.
Die Kinder sind in dieser Gruppe zwar allesamt recht klein, also wieder U3 aber da J sich sehr gerne um die kümmert – gleicht sich das ein bisschen aus. Auch kann ich mit ihr einfach besser mit ihr reden. Vermutlich das Vertrauen was einer jahrelangen Freundschaft inne wohnt.
Die letzten zwei Tage der letzten Woche war ich dann auch nicht mehr krank geschrieben und habe nach meinem Arbeitsplan gearbeitet. Das sind Stundenmäßig kaum mehr Stunden als in der Wiedereingliederung – von 4 auf 5 ; 5,5 Stunden. Das an sich wäre keine große Veränderung. Aber die sind Arbeitszeiten haben sich von dem Vormittag auf den Nachmittag verschoben. Das habe ich dann doch gemerkt – aber nur weil ich deswegen mehr schlafen konnte und das gefiel mir, weil ich Dienstagnacht eine wirklich schlechte Nacht hatte. So konnte ich etwas Schlaf nachholen. Es war nicht mehr anstrengender oder weniger als während der Wiedereingliederung. Die Veränderungen sind minimal. Ich habe meine Aufgaben und meine Ideen und Vorstellungen wie ich meine Arbeit in Zukunft gestalte – das hatte ich aber in der Wiedereingliederung auch. Sollte man in meinem Beruf aber auch haben.

Das Fazit: Ich arbeite wieder, sogar gerne. Ich freue mich auf die Arbeit, muss an meinen Schwächen arbeiten und meinen Stärken mehr raum geben.  Die Atmosphäre auf der Arbeit ist angenehmen. Ich habe das Gefühl über alles Sprechen zu können und das evtl entstehenden Probleme  beseitigt werden können.
Offiziell bin ich damit dann auch wieder gesund. Im Moment fühle ich mich auch so. Ich bin stabil. Meine Gedanken sind zukunftsorientiert und positiv. Ich grübel zwar auch nach wie vor viel – aber das bin ich halt. Das habe ich vorher auch schon gemacht und werde es sicher auch nach der Erkrankung noch machen. Schlafen klappt noch nicht wieder ganz gut, aber kommt Zeit kommt Rat. Gewohnheiten muss man sich eben hart erarbeiten – auch wenn es um das Schlafen geht. Von gesund spreche ich mal lieber nicht, eher von stabil. Ich schließe weiter Tiefphasen nicht aus, weiß aber nun besser mit ihnen umzugehen und kann mich jederzeit an meine Ärzte wänden.

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