Kritikfähigkeit im Wandel

Kritik äußern und auch verteilen, ist wichtig.
Wichtig für die eigene Person, für den Abbau von Stress und auch für das Voran der Arbeit. Meine Kritikfähigkeit hat sich durch meine Depression stark verändert.

Vor der Depression habe ich Kritik angenommen, egal ob begründetet oder unbegründetet. Ich habe sie angenommen und versucht die Dinge dann so umzusetzen, dass sie in eine „bessere“ Richtung liefen. Habe ich einen Fehler gemacht, habe ich ihn korrigiert. Leider auch immer dann, wenn ich gar keinen gemacht hatte. Bei unbegründeter Kritik wusste ich zwar immer, dass ich richtig liegen würde, habe das aber nicht der anderen Person mitgeteilt und mein Verhalten einfach geändert oder den Fehler verbessert. Kein gesunder Umgang mit Kritik.
Während der Depression wurde es dann etwas anders. Ich habe jede Kritik persönlich genommen, ich konnte nicht mehr unterscheiden ob jemand fachlich oder persönlich mit mir war. Wurde ein Fehler von mir erwähnt, dann habe ich das direkt als einen Angriff genommen und somit habe ich mich immer angegriffen gefühlt. Da einem aber jeden Tag mehrfach Fehler passieren, konnte ich diese negativen Gefühle nicht mehr abschalten. Auch so ein Grund wie sich meine Depression entwickelt hat.
Nun, nach der Depression, gehe ich mit Kritik wieder etwas anders um. Wie vor der Depression nehme ich Kritik an und nehme diese auch ernst, allerdings nur wenn sie begründetet ist. Sollte sie unbegründetet sein, dann teile ich dieses mit oder verteidige ich mein Handeln oder meine Idee. In Gesprächen findet man fast immer eine Lösung. Fachliche Kritik ist in meinem Beruf als Erzieherin manchmal etwas schwierig, da die Meinungen über pädagogisches Handeln zuweilen weit auseinander gehen – entweder zwischen Kollegen oder gerade zwischen den Erziehern und den Eltern.  Aber dennoch kann man über Gespräche die meiste Kritik erklären und verstehen. Etwas was für mich aber in dem Zusammenhang mit Kritik recht neu ist, ist die Tatsache das ich selber Kritik äußere und das ohne schlechtes Gewissen oder langes grübeln. Natürlich denke ich schon darüber nach WIE ich etwas sage, damit die andere Person sich nicht persönlich angegriffen fühlt – mehr aber auch nicht. Und ich bin stolz darauf, denn gerade während der Depression konnte ich das nicht und auch davor nur mit Bauchschmerzen und langem grübeln.

Ich habe in der Therapie gelernt, dass nicht alles persönlich zu nehmen ist. Das Kritik sinnvoll und wichtig ist und uns voran bringt in unserer Entwicklung. Das habe ich in meiner Ausbildung zwar auch schon mal gehört, aber irgendwie klang es doch falsch in meinen Ohren. Wie so vieles, was eigentlich nur gesund ist. Aber auch Kritik äußern gehört zu den Sachen, welche ich nicht wirklich in meinem Leben gelernt habe. Keine Ahnung wer mir das hätte beibringen sollen oder ob das von mir selber hätte kommen müssen – auf jeden Fall : Ist an mir vorbei gegangen. Aber es ist nie zu spät etwas über sich selber zu lernen und besser mit 25 als mit 55, denn dann hat man schon mehrer Jahre unter dem „ungesunden“ Verhalten gelebt und gelitten.

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